Die Kunsthandlung (Alois) Wienerroither und (Eberhard) Kohlbacher zählt heute zu den renommiertesten Galerien für Klassische Moderne in Österreich und blickt in der Wiener Innenstadt auf 10 Jahre Galerietätigkeit zurück. Die intensive Beschäftigung mit der Malerei der klassischen Moderne geht jedoch über mehr als 20 Jahre hinaus.
Rückblick: Alois Wienerroither, gebürtiger Oberösterreicher, finanzierte sich sein Betriebswirtschaftsstudium mit dem Verkauf des Nachlasses von Arthur Brusenbauch, Eberhard Kohlbacher aus Salzburg jobbte neben dem Studium der Handelswissenschaft im Wiener Antiquitätenhandel. Beide beendeten ihre Studien mit kunstrelevanten Magisterarbeiten („Preisentwicklung österreichischer Maler des 19.Jahrhunderts“; „Kunstpreisbildung“) und lernten sich 1988 kennen. Der Verkauf einer Atterseelandschaft legte den Grundstein für den gemeinsamen Handel. Anfänglich wurde in der Studentenwohnung in der Währingerstraße an Kunden verkauft, ein Netzwerk aufgebaut und der Blick für Qualität und Echtheit geschärft.
1997 war die passende Lokalität in der Strauchgasse zwischen dem Cafe Central und der Freyung gefunden. Die Eröffnung im September desselben Jahres wurde mit dem Verkauf des Aquarells „Der Hummer“ von Oskar Kokoschka an die Albertina gebührlich gefeiert. Motivierend war auch der Verkauf des größten Gemäldes von Friedrich Gauermann: „Viehtrieb über einen Waldstrom“ an die Sammlung des ehemaligen „Staberl“ der Kronenzeitung, Richard Nimmerrichter.
Nach dem ersten Katalog des Eröffnungsjahres folgte eine Sonderausstellung mit Arbeiten von Oskar Kokoschka im Frühjahr 1999, die mit Hilfe der Witwe Olga Kokoschka zusammengestellt wurde.
Die jährlich erscheinenden Kataloge mit Werken von Gustav Klimt, Egon Schiele, Oskar Kokoschka, Carl Moll, Kolo Moser, Max Oppenheimer, Albin Egger-Lienz, Alfons Walde, Wilhelm Nikolaus Prachensky, Anton Mahringer, Anton Faistauer, Anton Kolig, Franz Lerch, Josef Floch, Wilhelm Thöny und vielen mehr, sind mittlerweile Dokumente Österreichischer Kunstgeschichte der Moderne. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Galerie dem Werk Max Weilers. „Die Spreu vom Weizen zu trennen, das Außergewöhnliche und Seltene zu finden oder anvertraut zu bekommen“ (Katalog 1999) sehen die beiden Kunsthändler als ihre Aufgabe.
Rechtzeitig zum 10-Jahres-Jubiläum wurden die Galerieräumlichkeiten erweitert. Neue Ziele sind die internationale Positionierung der österreichischen Moderne und die Auseinandersetzung mit zeitgleichen Strömungen in Europa. Das Repertoire erweitert sich um Werke von George Grosz, Lyonel Feininger, Ernst Ludwig Kirchner, George Minne und Zoran Music. |