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Gerhard Kohlbauer

"Vorzeichnen, Projekte, Malerei, Modelle, Objekte"

 NÖ DOKUMENTATIONSZENTRUM
 23.03. – 21. 04. 2001

 

Eröffnung: Freitag, 23. März 2001, 17 Uhr


Raum Zeit

Die Unendlichkeit beginnt nicht erst in den kosmischen Weiten der Galaxien wie Unendlichkeit ohnehin nicht beginnen kann.

Materie, Stoffliches wie wir es kennen bildet eine Art Membrane zwischen Makro- und Mikrokosmos da dies aber auch kein linearer Vorgang oder Zustand ist, sondern nach allen Seiten/Richtungen in Raum und Zeit stattfindet, wird das Ganze unfassbar und das ist das eigentliche Wesen.

Gerhard Kohlbauer präsentiert Arbeiten von spröder Materialität, in denen er wie in seinen immateriell gedachten Scheibenbildern auf Kraftfelder verweist, die sowohl Radikalität, als auch Schönheit zu transportieren vermögen.

Unter dem Titel │Vorzeichen„ ÷ │perception„ ist diese neue Ausstellung im Dokumentationszentum für Moderne Kunst in St. Pölten entstanden. In seinen Bildern stecken zentrale Inhalte von Landschaft und Stillleben, von Polychromie in einem meditativen Raum.

Dennoch bleiben sie Aufnahme und Reflexion von Natur in einem weiteren Sinn.

Sie lösen Assoziationseffekte aus, die mit Inhalten angereichert sind und über Sequenzen zu gereihten Feldern und gekennzeichneten Schichtenplänen führen, in denen Bewegung und Überlagerung zur Darstellung von kreisförmigen oder spiraligen Drehbewegungen umgesetzt werden.

Transparente Schichtenmalerei betont den Farbstrom als raumschaffendes Element.

Der Wald und seine Konsumierbarkeit, als Metapher, als Irritation, als Material des Konsums, als ein Bestandteil des Elementaren, der Versenkung, der Meditation, aber auch des Verschwindens und der Verschwendung, nimmt im Schaffen von Gerhard Kohlbauer eine bestimmte Rolle ein. Es sind dies Spuren, die Wege aus dem Nichts weisen, einer Bildwelt die in immer wieder neuen Stationen das Verwischte und Ausgelöscht zusammenfasst, um einen improvisatiorischen Zauber zu verbreiten, ein Vexierspiel als zündendes Element.

Individuell Erarbeitetes gibt der Künstler spontan direkt und übt hintergründig seine Sprengwirkung aus, Codezeichen, die wir als Betrachter und Erlebende in der Landschaft selbst zu erobern und entschlüsseln haben. Dabei betont Kohlbauer besonders die Aufforderung zur Wahrnehmung und das Einfangen innerer Ruhe,
die akustischen Veränderungen in Licht und Schatten, sowie die Rezeption von Werkund Umgebung in Richtung einer kritschen Gesellschaft. Kohlbauers Konzepte entstehen aus synergetischen Kraftfeldern, zunächt von Materialität als haptischem Element,
verbunden mit dem Alltäglichen, dem Licht und dem Geistigen als immaterieller

Komponente. Dr. Erich R. Heller