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Helmut & Johanna Kandl

Grün is the new Gold

 Galerie Lisi Hämmerle
 16.06. - 19.08.2023

Vernissage 15. Juli 2023 um 17 Uhr
Das KŁnstlerpaar erzählt von seiner Arbeit und seiner Herkunft vom anderen Ende Österreichs. Dazu gibt es kleine Speisen, die eine Geschichte erzählen, von Helmut Kandl zubereitet und Wein vom Bisamberg.
Sonntag, 16. Juli geöffnet von 14 – 18 Uhr.



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Wieder, genau nach 10 bewegten Jahren, hat das Künstlerpaar Helmut und Johanna Kandl meine Einladung zu einer weiteren Einzelausstellung erfreulicherweise angenommen. Damals, 2013, war die Headline Wir holen uns das Goldene Vlies (Zitat aus den Schriften Bertha von Suttners)

2023 - GRÜN IST THE NEW GOLD - hat sich GOLD als Metapher wieder manifestiert.

Nachstehend Statements zur Ausstellung von Johanna Kandl:
´Grau, teurer Freund ist alle Theorie, und grün des Lebens goldener Baum` sagt Mephistopheles 1808 zum Schüler. ´Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und nur das business ist grün` schrieb Marx in seinem Londoner Exil 45-jährig, ganz polygott, englisch und deutsch vermischend. Dieser Satz stand auf einem von Johanna Kandl 1999 gemalten Bild, welches bei einer Ausstellung im Parlament verschwand…
2022 taucht wieder GRÜN auf. GRÜN IST THE NEW GOLD, ein Gemälde von Johanna Kandl: „hier liege ich gemütlich an einem See in der Nähe von Berlin und lasse mir die Sonne auf die Haut scheinen. Europa wird immer grüner und schöner und ruhiger, weil es woanders schwärzer, schmutziger und lauter wird. Es gibt nichts, das mehr Business verspricht als Grünversprechen. Und jetzt ist Grün olivgrün geworden und aus den Pazifisten Bellizisten.“

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Das Video Brünner Straße (H.& J. Kandl 2014) thematisiert einen anderen Wandel.
1957 hat mich mein Vater im Garten hinter dem Farbgeschäft am Teich gefilmt, nackt, wie man damals Kinder gefilmt hat. Meine Mutter in der Kombineige, mein Bruder in der Leopardenbadehose. 2009 starb meine Mutter und das Grundstück wurde verkauft. Vorher wollte ich noch einmal in den Teich gehen, es war gar nicht so leicht. Es war Winter und gab nur ein Zeitfenster von einer halben Stunde mit gutem Licht. Das Wasser war sehr schmutzig und kalt. Wäre 1957 die nackte Frau das „Anstößige“ gewesen, ist es nun das nackte Kind,
aber

Im Haus Brünner Straße 165, dem Geschäft, habe ich als Schülerin Anfang 70 eine Skulptur aus ungebranntem Ton gemacht. Eines nachts wurde von Einbrechern ein Rollbalken aufgeschnitten. Sie fanden nichts Wertvolles, aber schnitten der „Amazone“ eine Brust ab.

Ein paar hundert Meter davon entfernt, auf demselben Lüss/Grundstück, stehen die Aborigines Helmut und Johanna Kandl 2022 im Hinterhof des urgroßelterlichen Bauernhofs im Wiener Arbeiterbezirk Floridsdorf, in dem das Bauernhaus als anachronistisches Überbleibsel bestehen blieb.

Nicht weit davon liest eine Skulptur des Bildhauers Nieschlag gelangweilt im Vorgarten der Volkshochschule – aber: „there will blood“ – sie wird vom Sockel steigen und eine Revolution machen. Der Student Herrmann Nitsch hat im nur einige hundert Meter entfernten Atelier bei Nieschlag gearbeitet.
Mohnblumen, die Spender des Mohnöls für die Malerei und so in zweifacher Hinsicht Traumspender, sehen zu: als Blüten und als abgeblühte Kapseln, die wie Außerirdische
den erotischen Wandlungen zusehen.“

Die Ausstellung läuft während der Bregenzer Festspiele:
Madame Butterlfy – Giacomo Puccini - mehr: https://www.bregenzerfestspiele.com