
Selva de Carvalho
Ausgehend von Zeichnung und Stickerei erstreckt sich Carvalhos multidisziplinäre Praxis auf Textilien, Körperkunst und Performance. In ihrer Arbeit untersucht sie die Materialität, Ausdruckskraft und das transformative „Werden“ von Fäden, Papier, Text und Form und lotet dabei die symbolischen und fantastischen Beziehungen zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, menschlichen und nicht-menschlichen Körpern aus. Inspiriert von Träumen, brasilianischen Landschaften, Mythologie und organischen Strukturen schafft sie hybride Wesen und immersive visuelle Welten, die die Grenzen zwischen Natur, Körper und Vorstellungskraft verwischen. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich häufig mit Themen wie Verwandlung, Erinnerung, Weiblichkeit und miteinander verbundenen Lebenssystemen.
Bianca Kennedy
Kennedys analytische Arbeiten verbinden oft schwarzen Humor und Ironie, um menschliches Verhalten, körperliche Verletzlichkeit und psychisches Unbehagen zu erforschen. Mit der Found-Footage-Videoarbeit Let Them Eat Cake seziert Bianca Kennedy ein Film-Motiv: Kuchen - der Umgang mit Kuchen als Schauplatz komplexer Machtstrukturen. Kennedy blickt hinter die perfekten Oberflächen und zeigt, dass die filmische Süße oft manipulativ ist.
Die Zweikanaltechnik der Videoarbeit machen die Verbindung von Schöpfung und Destruktion spürbar. Es sind ausschließlich Frauen, die in der Küche backen, dem gegenüber stehen männliche Figuren, die dieses Symbol häuslicher Ordnung und Geborgenheit verschlingen oder absichtlich zerstören. Kennedy zeig wie der weibliche Körper oft analog zu den Backwerken behandelt wird - dekoriert, ausgestellt oder geopfert
Martin Sommer
In seiner künstlerischen Praxis untersucht er, wie Materialien, Objekte und institutionelle Ordnungen Bedeutung erzeugen. Ausgangspunkt sind dabei oft Dinge, die bereits in funktionale, soziale oder infrastrukturelle Kontexte eingebettet sind: Schulbänke, verlorene Schlüssel, Schlachthaus-Türen, die Luft in Banktresoren, Aufzugsmotoröl oder Elemente der öffentlichen Infrastruktur. In interessiert, wie Dinge ihre Funktion verlieren können, ohne dabei ihren Ursprung zu verlieren. Ein Objekt trägt mehr als nur seine Form in sich; es trägt auch die Bedingungen in sich, unter denen es genutzt, wahrgenommen oder übersehen wurde. Durch chemische, technische oder physikalische Transformationsprozesse werden Materialien in neue Konstellationen überführt, ohne dass ihr ursprünglicher Kontext dabei vollständig aufgelöst wird.
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