
Buch.Bild.Lesen --- zeigt in diesem Projekt Bilder gebunden im Buch und extrahiert an der Wand. Druckfrische Neuerscheinungen von Kunstbänden---und Original-Zeichenbüchern und Buchobjekten---- Diese Buchobjekte, egal ob gedruckt | gemalt | gezeichnet | oder als Original-Bild-Bände erzählen Geschichten, zeichnen Gedanken und Erlebnisse, Augenblick-Erlebtes der Künstler. Tone FINK mit seinem Neuen Bildband „JETZT“ vermittelt „verfinkte“ Zeitgeschichte über 4 Jahrzehnte von Ausstellungen und der darin enthaltenen Werke Internationaler Kollegen!!

Der letzte Traum, 2024,
Buchobjekt zum gln. Roman von Faye Hell
Buch, Fahrradteile, Schnur, Stoff,
Ca. 20 x 30 cm
Foto: Regina Hadraba
Regina Hadraba: Künstlerbücher und Buchobjekte
Regina Hadraba ergründet das Buch in seiner Doppelfunktion als Medium der Vermittlung und als materielles Objekt gleichermaßen. Ausgangspunkt in ihrer Arbeit ist die vertraute Form des Buches, der die Lesbarkeit und das darin Blättern zu Grunde liegt, aus diesen Gegebenheiten entwickelt sich je nach Formwillen ein autonomes, plastisches Werk. Einige Buchobjekte laden nach wie vor zum Blättern ein und andere werden als reine Plastik entworfen. Letztere erhalten durch die Verbindung mit Holz, Metall, Stoff oder Papier eine andere Materialität, die den Objektcharakter unterstreicht. Das Buch wird dabei oftmals zum Bildträger bzw. zu einer mutierten Form der Leinwand. Die Seiten werden in einem ersten Schritt verklebt, Inhalte sind nicht mehr lesbar, und dieses Grundmaterial bietet nun eine Oberfläche für Malerei, Collage und Assemblage.
Die Installation Chair besteht aus fünf handgebundenen, weißen Büchern, die jeweils auf einem Stuhl liegen: Chair, Hair, Anger, I, Red sind die auf die einzelnen Umschlagseiten geprägten Titel der Bücher. Das Akrostichon bezieht sich auf grundlegende menschliche Befindlichkeiten. Der Stuhl, Chair, gemeinsam mit dem Buch steht für Gelehrsamkeit, Bildung und menschlichen Fortschritt. Hair vermittelt Ursprünglichkeit und Sanftheit und erweist sich beinahe als Gegensatz zu Anger, dem Zorn. Das zeichnerische Umkreisen des eigenen Ichs, I, steht für das vierte Buch. Zuletzt geht es um die intensivste und ursprünglichste Farbe in der Menschheitsgeschichte, Red.
Aus einem Ursprungsgedanken heraus entstand die Buchserie Mythos, tradierte Erfahrungen, innere Bilder und Bewegungsmuster, umgelegt in gestische Niederschriften, sind Inhalt der einzelnen Seiten. Pinselstrich und Zeichnung in Form der Monotypie ergänzen einander.
Der digitale Fortschritt braucht kein Buch im herkömmlichen Sinn mehr, aber das Buch verweist mit seiner Form, auch im künstlerischen Transformationsprozess, auf seine tief wurzelnde historische Bedeutung.

Maria Temnitschka, Aus Serie „ex libris“, jeweils Öl auf Leinwand, 50 x 50 cm, © Bildrecht, Wien 2026
In der Serie ex libris – gemalte Bilder – verwandelt Temnitschka die Bücher zu Resonanzkörpern; die Titel sind teilweise erkennbar, das Gelesene verschwindet und wird präsent als Spur, Erinnerung, Impuls für eine offene Bedeutung, des thematischen Inhalts.
Maria Temnitschka
„Meine Motive sind eine "Übergangszone zwischen Alt und Neu; zwischen Abbruch und Neuanfang in der Zeit"
In ihrer Zeichenserie auf Büchern verbindet Maria Temnitschka zwei Formen der Wissensspeicherung: das Buch als Träger von Text und die Zeichnung als visuelle, offene Form. Die Bücher werden zunächst zugeklebt und mit Papier verleimt. Ihre ursprüngliche Funktion als lesbarer Wissensspeicher wird damit aufgehoben – zugleich bleibt ihr Inhalt als unsichtbare, aber entscheidende Grundlage erhalten. Das Buch wird zum Zeichengrund und damit zum Ausgangspunkt für eine neue Bildwelt.
Temnitschkas Zeichnungen sind keine Illustrationen im klassischen Sinn. Sie erzählen nicht nach, was in den Büchern steht, sondern greifen einzelne Gedanken, Begriffe, Bilder oder Assoziationen auf. Der Inhalt wird zum Stichwortgeber, der eine eigenständige Bildidee hervorbringt. So entsteht zwischen dem verborgenen Text und der sichtbaren Zeichnung ein Spannungsfeld: Das, was nicht mehr gelesen werden kann, wirkt dennoch weiter.

Tone Fink: Hahnenkampfbeutel | Signum des Films 115 Italienisches Caprissio | Schablone f. Zeitungsleser
Tone Fink`s Künstlerbücher
Aufwendig gestaltete Unikatbücher unterschiedlichster Bauart nehmen seit den 1980er-Jahren neben Zeichnung und Malerei, Objektkunst und Rauminstallation, Performance und Film einen wichtigen Platz im Werk des Vorarlberger Künstlers Tone Fink ein. Die Anregung dazu bildete eine Monographie des Katalanen Anton Tapies, dessen vielseitiges Schaffen ihn schnell vom Betrachter zum bildnerischen Mittäter machte, der die 160 Seiten des Kunstbuches „zum Exerzierfeld vielseitiger graphisch-malerischer Praktiken machte, stilistisch unterschiedlich etikettiert und in allen nur denkbaren Techniken ausgeführt“ (Peter Baum) und es dadurch in ein neues Werk verwandelt. Mit dem im Jahr 2008 begonnenen und 2020 fertiggestellten „Cy Twombly-Buch“ entwickelt Tone Fink diese Gestaltungsform weiter, wobei das „künstlerische Arsenal seiner Ein-und-Zugriffe nicht nur traditionelle Verfahren wie Aquarell, Zeichnung, Collage, Temperamalerei und den gelegentlichen Einsatz von Ölfarben, sondern auch Schnitte, Faltungen und ornamentale Durchlöcherungen beinhaltet, mit denen die glatten Buchseiten der Unterlage dreidimensional erhöht wurden“ (Prof.Peter Baum).
Etwas anders verhält es sich mit seinen großformatigen, über einen Meter hohen Buchobjekten, bei welchen das bearbeitete Papier zum haptischen Objekt wird, dessen Größe bereits das Umblättern zur Performance macht. Gefertigt sind diese „Riesenbücher“ aus schwerem, handgeschöpftem Papier. Das körperhafte und steife Material fungiert nicht mehr als konventioneller Bildträger, sondern avanciert zum Gestaltungsmittel, wobei sich „die in der Graphik übliche Wechselbeziehung zwischen dem Strich und dem Weiß des Papiers verkehrt in eine zwischen dem Strich und der Materialität des Papiers“ (Wolfgang Fetz).
Ikonographisch schlagen beide Buchformate einen Bogen zwischen Narration und formaler Reduktion und bezeugen damit Tone Finks Wandlungsfähigkeit und Experimentierfreude, die einer virtuos inszenierten Ästhetik des Grotesken genauso Raum verleiht, wie dem augenzwinkernden Spiel mit Abstraktion und Ornament.
Jetzt --- *JETZT*--- der neuveröffentlichte (im Museum Bregenz) Ausstellungskatalog TONE FINKS, aus dem Jahr 1970, herausgegeben von der Kunsthalle Köln anlässlich der damals richtungsweisenden Ausstellung JETZT (Katalogtext Silvie Aigner)
Die Ausstellung war eine wesentliche Bestandsaufnahme der Kunst aus der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn der 1960er Jahre, die damals stark im Kontext von Konzeptkunst, Happening und Fluxus stand. Der Katalog ist damit selbst schon ein historisch aufgeladenes Objekt - ein Stück Kunstgeschichte. Fink greift dieses Dokument jedoch nicht neutral auf, sondern behandelt es als etwas, das weitergeführt, gestört und aktualisiert werden kann. (Silvie Aigner)
Tone FINK mit seinem Neuen Bildband „JETZT“ vermittelt „verfinkte“ Zeitgeschichte über 4 Jahrzehnte von Ausstellungen und der darin enthaltenen Werke Internationaler Kollegen!!

Rotes Pferd Blitz Scan
Larissa Leverenz | Flora Zimmeter
Im Neuen Bildband Federfutterfell*, den die Galerie Hrobsky in der Ausstellung BILD.BUCH.LESEN vorstellt,beschäftigen sich beide Künstlerinnen gemeinsam bildhaft mit dem Themenkomplex „Nutztiere", kritisch, ironisch,spielerisch, assoziativ. Zu Beginn gestalteten Larissa Leverenz und Flora Zimmeter jeweils 6 linke Seiten, auf welchedie andere auf der rechten Seite reagierte. In diesem experimentellen Dialog entstanden unvorhergesehene, spannende,durchaus witzige, aber dem Thema gegeben, tiefgründige gedankenanregende Geschichten im Kleinen, wie an derWand im Großen! Siebdrucke in kleinen Auflagen nehmen Bezug auf den Bildband!
Diese aufbereiteten Fotos, Frottagen, Direktbelichtungen und Zeichnungen verbinden sich in den Siebdrucken zukomplexen Bildern. Bei der Auswahl des Papiers legten Larissa Leverenz und Flora Zimmeter Wert auf Grammatur undGediegenheit, auch der Einband hat durch die etwas erhabene Siebdruckfarbe und durch das Buchbinderleinen einenganz speziellen haptischen Griff.
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