
Jakob Gasteiger, 19.2.2024, Acryl auf Leinwand, 100 x 80 cm
JAKOB GASTEIGER
1953* in Salzburg
1970-1974 Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Salzburg
1990 Faistauer Preis für Malerei
2017 Würdigungspreis für Bildende Kunst des Landes Niederösterreich
2019 Großes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich
2021 Albertina Museum, Wien
Jakob Gasteiger gilt als Vertreter der Analytischen Malerei. Er befragt in seinen Arbeiten Parameter der Malerei und thematisiert, erweitert und durchbricht die Grenzen von Graphik, Malerei und Skulptur.
Die umfangreichste und zugleich bekannteste Werkgruppe des Künstlers bilden seine meist monochromen Bilder mit reliefartigen Strukturen, die sich durch das Verwenden einer Kammspachtel beim Auftragen der Farbe auf dem Bilduntergrund abbilden.
Die Farbe wird innerhalb dieses Arbeitsprozesses von Gasteiger nicht als Inhalts- oder Bedeutungsträger eingesetzt, sondern als Material per se. Das Farbmaterial dient dem Künstler zur Untersuchung von Fragen nach Farbmaterialien und den Grenzen zwischen Nichtfarbe zu Farbe, von Material, Farbe und Buntheit.
Die Kammspachtel ist Gasteigers Werkzeug. Sie ersetzt den Pinsel und ermöglicht ohne persönliche Handschrift im Sinne eines mechanischen Prozesses zu arbeiten.

Viktoria Körösi, Ovales Oktagon (Ring), Hommage à M.C., 2025, Öl auf Baumwolle, Holz, 95,5 x 70 x 8 cm
VIKTORIA KÖRÖSI
* 1977 in Budapest, Ungarn.
Abschluss an der Moholy-Nagy-Universität für Kunst und Design, Budapest, im Jahr 2004.
Lebt und arbeitet in Linz.
„Der zentrale Gedanke, der mich intensiv beschäftigt, ist die Weiterentwicklung der traditionellen, zweidimensionalen Ölmalerei, die bereits auf eine lange Tradition zurückblicken kann. In meinen Arbeiten setze ich mich mit dem Kontrast zwischen Weichheit und Härte sowie zwischen Flächigkeit und Plastizität auseinander. Die Werke des letzten Jahrzehnts werden mit dem Begriff „weiche Spannung“ beschrieben, da dieser die haptischen Aspekte und charakteristischen Merkmale ihrer technischen Entstehung am besten widerspiegelt.
Ich schaffe dreidimensionale Objekte, die fest und hart wirken, indem ich weiche und flache Materialien verwende und spanne. Die daraus entstehenden Formen spiegeln deutlich die Spuren des Arbeitsprozesses sowie die Gesetzmäßigkeiten und Eigenheiten der verwendeten Materialien wider“.

Esther Stocker,
Ohne Titel, 2025, Acryl auf Baumwolle, 140 x 120 cm
ESTHER STOCKER
1974 * in Schlanders, Italien
1994 Akademie der Bildenden Künste, Wien (Prof. Eva Schlegel)
1996 Accademia di Belle Arti di Brera, Mailand, Italien
1999 Art Center College of Design, Pasadena, Californien
Esther Stockers Werk ist auf geometrischen Grundprinzipien aufgebaut, doch die Arbeiten weisen Brüche und Störungen auf. Sie entwickelt diese als System geometrischer Zeichen- und Rastersysteme in Schwarz-Weiß-Grau, erweitert sie auch in die dritte Dimension und verändert dadurch Raum und Architektur.
Ein zentrales Thema ist die „Darstellung eines funktionalen Systems des Ungefähren, die Vagheit exakter Formen“.
Die eingebauten Störungen sind oft minimal und lassen dynamische Bildräume entstehen, die ihr vermeintliches Ordnungsmuster verlieren. |