Ausstellungsliste nach Galerien

Anna-Maria Bogner – Gabriele Kutschera – Franz Riedl – Esther Stocker

 

 

GALERIE 422
 04.04. - 09.05.2026

 

Eröffnung: Samstag, 4. April 2026, 11 Uhr
zur Ausstellung spricht: Laura Schreiner



bild

Die Linie erscheint als Spur und Setzung, als verbindendes Element, das sich durch die Arbeiten zieht und sie auf unterschiedliche Weise strukturiert. Die Ausstellung entfaltet sich im Spannungsfeld von Raum, Struktur und Wahrnehmung. Linien greifen in den Raum aus, verbinden und trennen, verdichten sich und lösen sich wieder auf – als zeichnerische Geste ebenso wie als Bewegung im Material.

Zeichnung, Fotografie, Relief und Skulptur eröffnen dabei unterschiedliche Möglichkeiten, Ordnung und Bewegung zu denken – präzise gesetzt und zugleich offen.

Innerhalb dieses Gefüges entwickeln die einzelnen Positionen jeweils eigenständige Zugänge zu Raum und Struktur.

Anna-Maria Bogner untersucht Raum als körperlich, sozial und kulturell geprägtes Wahrnehmungsphänomen. In reduzierten Installationen, Zeichnungen und grafischen Arbeiten analysiert sie Linie, Grenze und Volumen als zentrale Parameter der Raumkonstitution.

Gabriele Kutschera zählt zu den bedeutendsten österreichischen Eisenplastiker:innen der Gegenwart. Ihre abstrakten Metallplastiken aus Vierkantstäben entfalten sich in linienförmigen Bewegungen und verleihen dem schweren Material eine überraschend leichte, beinahe zarte Präsenz.

Franz Riedl arbeitet an komplexen räumlichen Konzepten. In Reliefs und fotografischen Serien entstehen aus Linien sowie Flucht- und Sichtachsen Bildräume, die Wahrnehmung hinterfragen und neu organisieren.

Esther Stocker beschäftigt sich mit geometrischen Zeichen- und Rastersystemen sowie deren Brüchen und Leerstellen. In Schwarz-Weiß-Kompositionen entstehen visuelle Räume, die zwischen Ordnung und Auflösung oszillieren.

Im Dialog dieser Positionen entfaltet sich ein offenes Gefüge, in dem sich unterschiedliche Auffassungen von Raum überlagern – als gedanklicher wie physisch erfahrbarer Raum. Die Ausstellung eröffnet die Möglichkeit, diese Beziehungen nachzuvollziehen und Wahrnehmung als einen Prozess zu begreifen, der sich im Sehen fortlaufend verschiebt.