Ausstellungsliste nach Galerien
 Ausstellungsliste nach Künstlern

Siegfried Anzinger

Malerei und Terrakotten

  GALERIE WELZ
 27.07. - 01.09.2007

Vernissage: am Donnerstag, 26. Juli 2007, 19 Uhr


Nimmt man die künstlerischen Stationen Siegfried Anzingers und reiht sie aneinander, so entsteht eine monumentale Kette an namhaften Präsentationsorten.

1971-1977 Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste (Meisterklasse Maximilian Melcher) und seit 1976 eine Vielzahl von Galerie- und Museums-Ausstellungen sowie Beteiligungen u. a. in Mailand, Basel, München, Bonn, Frankfurt, Budapest, London, Shanghai und Mannheim.

1982 Teilnahme an der "dokumenta 7" in Kassel und der "Zeitgeist"-Ausstellung in Berlin. Mit Hubert Schmalix, Alfred Klinkan, und Erwin Bohatsch loser Zusammenschluss zu der Gruppe der "Jungen Wilden". 1988, mit 35 Jahren, wird Siegfried Anzinger durch Hans Hollein als Vertreter Österreichs  bei der Biennale in Venedig präsentiert. Da jede neue Form der Malerei immer mit einer neuen Begriffsbildung einhergeht, wurde Siegfried Anzinger Mitte der 90er Jahre als einer der Hauptvertreter der "Neuen Malerei" in Österreich genannt.

Seine expressive Gestaltungsweise ist die einer äußerst verdichteten Farbigkeit in einfacher Formgebung. Nach all der Realisierung einer oftmals übermalten Grundierung folgt eine in schnellem Gestus gemalte Fertigung, die aber dem Künstler und dem Betrachter einen ganz individuellen Freiraum gibt. Und das, was manchmal als "Unfertig" erscheint, ist gelenktes "non finito", welches von verschiedenen Standpunkten sich immer anders darstellt. Auch pastose Malereien wechseln in seinem Oeuvre mit kräftiger Farbgebung ab und seine in Ton gestalteten Plastiken zelebrieren eine oft sehnsuchtsvoll schmerzhafte Haptigkeit und distanzierte Religiosität.

Siegfried Anzinger, 1953 in Oberösterreich geboren, verlebte seine Studienjahre in Wien und übersiedelte 1982 mit seiner Frau nach Köln, wo er heute noch lebt. Anzinger beginnt sich nun auch, neben der Zeichnung und Malerei, mit der Dreidimensionalität zu beschäftigen und es entstehen zunächst eher freiräumige Terrakotta-Arbeiten, die sich später zu geschlossenen Formen verdichten. Seit 1997 hat Anzinger eine Professur für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf.

2004 wurde ihm "Der große Österreichische Staatspreis 2003" verliehen. Seine Werke werden international gesammelt und sind in den großen Museen der Welt vertreten.

Die Galerie Welz hat bereits 1995, 1997 und 1999 Anzinger-Ausstellungen in ihren Räumen organisiert und zeigt im heurigen Sommer einen repräsentativen Überblick an ausgewählten Werken der Jahre 1979-1997. Malereien und Terrakotta-Arbeiten, die in sensibler Expressivität sich sehr persönlichen, aber auch mythologischen Themen nähern.