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Friedrich Aduatz

(1907 - 1994)
In Campagna

  GALERIE WELZ
 28.03. - 28.04.2007

Vernissage: am Dienstag, den 27. März 2007, um 19:00 Uhr


Die Galerie Welz zeigt in Ihrer diesjährigen Osterausstellung Ölbilder und Arbeiten auf Papier des 1907 in Pula geborenen Künstlers Friedrich Aduatz. Aduatz, seit 1920 in der Steiermark ansässig, studierte an der Grazer Kunstgewerbeschule und an der Akademie der bildenden Künste in Wien wo er auch einen Abendkurs bei Wilhelm Thöny besuchte. 1934 wird er Mitglied der Sezession Graz und des Wiener Hagenbundes, 1945 tritt er der Wiener Secession bei. Regelmäßig beteiligt er sich an heimischen wie an internationalen Ausstellungen. Der Sezession Graz bleibt er zeitlebens verbunden. 1994 stirbt Aduatz in Voitsberg.

„Gemalte Freiheit
Die Campagna-Bilder von Friedrich Aduatz nehmen in der Kunstgeschichte Österreichs nach 1945 eine markante Position ein, die einige spannende Assoziationen erlaubt. Die meisten Arbeiten der Serie erinnern an Entwürfe für Bühnenbilder, behaupten aber klar ihre Bild-Autonomie. Vor einem räumlich nicht näher definierten Hintergrund erscheinen rätselhafte Objekte in enger Staffelung, wie zusammengedrängt in einer schmalen Raumschicht. Manchmal tauchen Gebäudefragmente oder pflanzliche Elemente auf – in keinem dieser Bilder ist jedoch damit „Stadt“ oder „Landschaft“ gemeint. Es sind sehr freie Kompositionen aus weitgehend transformierten plastischen Versatzstücken der Realität und aus Erfundenem. Charakteristisch ist auch das intensive Kolorit in jenen eigentümlichen Klängen, die einen Aduatz unverwechselbar machen. Als der Künstler diese Bilder malte, dominierten in Österreich andere Ausdrucksweisen: Gestisch-abstrakte Malerei, wie sie hier seit den Paris-Importen der 1950er Jahre als Chiffre des „Modernen“ stark verbreitet war, aber auch schon konzeptuelle Kunstformen. Aduatz hingegen orientiert sich an anderen und älteren Wurzeln, öffnet souverän weitere Horizonte. Gerade in der Grazer Kunstszene, die ihn künstlerisch prägte, dominierte stets ein intensiver Italien-Bezug. Nach Alfred Wickenburgs Avantgarde-Experimenten der Zwischenkriegszeit malte Aduatz ab 1945 (auch) im Sinne der Pittura Metafisica und ihrer Spätformen, wie sie insbesondere Mario Sironi vertrat. Die Campagna-Bilder zehren von dieser Erfahrung, sind aber der österreichischen Malerei mindestens ebenso verbunden wie der italienischen, da sie nicht nur „Metaphysisches“ meinen. Campagna, das Land, das war schon immer eines der zentralen Themen der Kunst von Friedrich Aduatz, insbesondere in seiner dezidiert modernen Interpretation traditioneller und industrieller Lebenswelten der Steiermark. Solch unbedingte, klassische Modernität repräsentieren auch die Campagna-Bilder aus dem Spätwerk. Völlig emanzipiert von jeder gegenständlicher Bindung, zeigen sie ein lyrisches, aber auch intellektuelles Lebensgefühl, das sehr selbstbewusst eine mediterrane Welt höchst eigenständiger Façon konstruiert.“

Matthias Boeckl