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Agnes Muthspiel

Zum 40. Todestag

  GALERIE WELZ
  22.11.2006 - 07.01.2007


Vernissage: am 21. November 2006 um 19:00 Uhr


Agnes Muthspiel

1966, also vor 40 Jahren, starb am 3. Mai Agnes Muthspiel. Eine Gedenktafel auf dem Wohnhaus am Mönchsberg 9 erinnert an sie. „Atelierwohnung der bedeutenden Vertreterin der Salzburger Nachkriegsmalerei und Treffpunkt eines KünstlerInnenkreises“.

Hin und wieder ein in einer Galerieausstellung gezeigtes Bild, eine, wie man heute sagen würde, naive Darstellung einer Landschaft, Stadtansicht oder von Blumen, reiht sie ein unter die nennenswerten Künstlerinnen Salzburgs, wo sie auch 1914 geboren wurde.

Agnes Muthspiel war aber viel mehr, sie war ein Begriff für den Ort einer zentralen Begegnung – und die Namen derer, die sich in der einfachen Wohnung auf dem Mönchsberg trafen, liest sich wie ein „Who is who“ der Salzburger Kulturgeschichte der Nachkriegszeit, wo man das Wenige, das man hatte, noch zu teilen verstand und man anspruchsvoll Anspruchslos war.

Viele suchten dort einen Neuanfang, manche eine Heimat, andere wieder eine Wirkungsstätte. Jeder ein Einzelgänger auf der Suche nach einem Echo in irgendeiner Form – nur nicht in der, die er soeben hinter sich gelassen hatte.

Zu diesem Kreis gehörten Bildhauer, wie Schneider-Manzell, Komponisten, wie Gottfried von Einem und Carl Orff, Dichter, wie Werner Bergengruen, Gerhard Amanshauser, aber auch Bert Brecht, der einfach von jemandem mitgenommen wurde.

Der Wiener Priester und Kunstfreund Otto Mauer oder der Theatermann Caspar Neher waren ebenso Besucher ihres „Salons“ wie Künstler aus ihrem näheren und weiteren persönlichen Umfeld: Herbert Breiter, Max Peiffer Watenphul, Eduard Bäumer, Kurt Moldovan, Paul Flora und so manche Salzburger Künstlerinnen und Künstler wie Rudolf Hradil, Trude Engelsberger, Irma Toledo oder andere, die damals sich auch zu einer Gruppe der Naiven Malerei zusammengeschlossen hatten, welche aber sehr weit davon entfernt war von dem was man später in diesem Begriff vereinigte..

Agnes Muthspiel war auf ihre Art eine Institution, an die man sich wenden konnte, eine Zentralstelle im Zweifel, und ein wichtiger Ort der Begegnung fließender Generationen, zu dem man finden musste.

Die Ausstellung in der Galerie Welz zeigt Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken von Agnes Muthspiel, Herbert Breiter, Kurt Moldovan, Paul Flora, Eduard Bäumer, Max Peiffer Watenphul, Trude Engelsberger und Rudolf Hradil.