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Josef Mikl

Malerei im Überblick

  GALERIE WELZ
 21.07. - 03.09.2006

Vernissage: Dienstag, 21. März 2006, 19:00 Uhr


Der österreichische Maler Josef Mikl, geb. 1929 in Wien, gehört zur Künstlergeneration, welche in den 50er Jahren für die Entwicklung der abstrakten Malerei in Österreich verantwortlich war. Mikl gründete 1956, gemeinsam mit Hollegha, Prachensky und Rainer die legendäre Gruppe Galerie St. Stephan, damals das Zentrum der modernen Malerei, die für die neuen Strömungen aufnahmebereit war.
Nach dem Krieg besucht Mikl von 1946-1948 die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und danach die Akademie der bildenden Künste. Noch als Student trat er dem Internationalen Art-Club bei, dessen österreichische Sektion mit ihrer „Strohkoffer“ Galeriebesonders aktiv war. Der Art-Club bewirkte den ersten Zusammenschluss fortschrittlich gesonnener österreichischer Künstler nach 1945. 1966 vertrat Josef Mikl Österreich auf der 34. Biennale in Venedig und es folgten weitere große Ausstellungen. 1969 wurde Mikl an die Akademie der bildenden Künste berufen. Zum 75. Geburtstag widmet 2004 die Kunsthalle Krems dem Künstler die Ausstellung „Josef Mikl – retrospektiv“.

In Mikls Bildern dominieren anfänglich fest gefügte Strukturen die zu einer streng aus Balken, Röhren, Gestänge und farbigen Flächen gebauter Malerei führen, welche ganz im Zeichen des Gegensatzes von Natur und Technik steht. Immer triumphiert scheinbar das Maschinelle und bestimmt den Charakter der Bilder. Erst allmählich setzt sich die Idee der Natur als prägendes Prinzip seiner künstlerischen Arbeit durch. In Mikls Bildern der 70er und der frühen 80er Jahre herrscht eine lyrische Grundhaltung welche sich durch eine größere Nähe zu den Formen der sichtbaren Welt verbunden mit einer zarten Farbigkeit ausdrückt. Das bestimmende Thema in Mikls Oeuvre ist, nach des Künstlers eigenen Worten, immer der Körper. Die künstlerische Durchführung ist das darüber gelegte Form- und Farbspiel. Unter diesem tritt der Körper kaum mehr in Erscheinung. Der Gegenstand kann im fertigen Bild bis zur Unkenntlichkeit zurücktreten, auf ihn verweist oft nur mehr der Bildtitel.
Die Bilder von Josef Mikl sind in hohem Maße abstrahiert gleiten aber nie in die Gegenstandslosigkeit ab. Ausgangspunkt ist immer eine konkrete visuelle Erfahrung. Es geht um das Verwandeln des Gesehenen ins Bildhafte. Mikls Malweise kennzeichnet sich durch eine großzügige spontane Pinselführung. Ein starkes Gelborange und ein intensives Rot lassen seine späteren Bilder, mit einem großen Energiepotential dynamisch aufgeladen erscheinen. Von herausragender Bedeutung sind Mikls großformatige Arbeiten, wie z.B. das Deckenbild und 22 Wandbilder (214 qm) im Redoutensaal in der Wiener Hofburg (404 qm). Josef Mikl lebt in Wien und in Wörtherberg (Burgenland).