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Anna Lenz

Künstlerportraits

Galerie Ulysses
 ab dem 16.05.  


Vernissage: am Dienstag, dem 15. Mai 2012, um 19:00 Uhr

 

 



Egal, wohin die Reise ging - der Fotoapparat war seit 1960 immer mit dabei.... Da sich unser Leben im Grunde immer um die Kunst drehte, und mein Mann Gerhard Lenz und ich als Sammler auch tagtäglich mit der Kunst leben, wurde diese zum übergreifenden Thema meiner Fotos: Es entstanden ausdrucksstarke Serien von Begegnungen mit den Künstlern in ihren Ateliers, von vielen Kunst-Festen und Kulturreisen, vor allem aber von unseren gemeinsam organisierten Ausstellungen. Seit fast 40 Jahren präsentieren wir unsere ZERO-Sammlung immer wieder europaweit in unterschiedlichen Museen, beispielsweise in Moskau, Warschau, Madrid, Zagreb, Salzburg oder München. Insgesamt dreizehn Mal gingen ausgewählte Werke nun auf Reisen, und jedes Mal hielt ich mit meiner Kamera für uns unvergessene Augenblicke fest: Angefangen vom gemeinsamen Transport, dem Aufbau und der Hängung der Werke, bis hin zur Eröffnung der Ausstellung. Meine Fotografien dokumentieren persönliche Beziehungen, den Lauf der Zeit, Prozesse, Orte sowie verschiedene Formen und Zustände des Seins. Zu fast allen in unserer Sammlung vertretenen Künstlern stehen wir in freundschaftlichem Kontakt, sie waren bei unseren Unternehmungen immer eingebunden und meist in großer Zahl vertreten. Einige von ihnen leben heute leider nicht mehr, aber durch die Aufnahmen, - ich denke speziell an die auch hier gezeigten Portraits von Jef Verheyen und Karl Prantl, die die Künstler in aller Natürlichkeit zeigen -, spürt man plötzlich wieder deren starke Präsenz. Gerade bei den Portraits halte ich es für wichtig, den Künstlern ihren eigenen Raum zu lassen. Schon immer entsprach es mir mehr, Menschen und Dinge aus dem Hintergrund zu beobachten, nicht zu inszenieren und dadurch eine intensive Form der Anteilnahme auszudrücken. Meine Fotos und Serien betrachte ich daher als eine Form des Tagebuchs, sie dokumentieren die Geschichte der Sammlung, und damit zugleich die Geschichte der Kunstwerke. Sie lassen uns Dinge verstehen, verarbeiten, entdecken oder wiederentdecken und vor allem erinnern. Durch das Fotografieren können wertvolle Augenblicke bewahrt werden, die sonst für immer verloren wären, als hätte es sie nie gegeben. Die Qualität des einzelnen Bildes wird, aus diesem Blickwinkel gesehen, zweitrangig. Fotos haben in erster Linie die Bedeutung von Zeitdokumenten, sie sind aus dem Leben gegriffen. Leitspruch für mich und meine Kamera war und ist: Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre. Anna Lenz