Ausstellungsliste nach Galerien
 Ausstellungsliste nach Künstlern

Karl Prantl

Steine

Rudi Stanzel

Painted Black


Galerie Ulysses
 18.09. - 07.03.2009

Karl Prantl: Vernissage: am Dienstag, den 14. Oktober 2008, um 19:00 Uhr
Es spricht Carl Aigner, Direktor NÖ Landesmuseum St. Pölten

Rudi Stanzel: Vernissage: am Mittwoch, den 17. September 2008, um 19:00 Uhr
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von Elisabeth Krimbacher


…..Am längsten lebt der Stein, dann kommt der Baum, erst dann kommt der Mensch. Der Stein selbst soll das Leben begleiten und aufmerksam machen auf die Dauer, auf etwas, was über unser Leben hinausweist….

 

KARL PRANTL - der Mann, der mit den Steinen spricht

Ob tonnenschwere Kolosse oder kleine Meditationssteine – Steine sind für Karl Prantl mehr als ein Material, das er bearbeitet. Sie sind für ihn Anstoß und Ausgangspunkt einer spirituellen Auseinandersetzung. Ohne Skizzen oder Modell bearbeitet Prantl oft jahrelang denselben Stein. Dabei entsteht, wie er sagt, eine starke sinnliche und emotionale Bindung. Karl Prantl lässt den Umriss eines Steines unverändert, die Oberfläche wird poliert, Maserungen freigelegt, Einschnitte, Durchbrüche und Vertiefungen gesetzt. Konkrete Formen vermeidet der Künstler, er setzt auf Abstraktion und Geometrie und auf die Verbindung von Natur und Kunst. Im Gegensatz zu anderen Bildhauern will er, dass seine Steine berührt werden. Die verschiedenen Oberflächen, Lichtreflexionen, Farbveränderungen und Temperatur-unterschiede sollen nicht nur vom Auge erfasst, sondern auch von den Händen im wahrsten Sinne des Wortes begriffen werden.

Karl Prantl wurde im burgenländischen Pöttsching geboren, die naturverbundene bäuerliche Umgebung hat sein Bewusstsein geprägt.
Zur Bildhauerei fand er erst spät - nach einem Malstudium bei Albert Paris Gütersloh an der Akademie am Schillerplatz. Die ersten Plastiken entstehen in der Werkstatt im elterlichen Haus, wo Karl Prantl heute noch lebt und arbeitet.

Im Steinbruch von St. Margarethen arbeitet er erstmals in freier Landschaft. Mit Gleichgesinnten gründet Prantl 1959 das Bildhauersymposium St. Margarethen. Internationale Kontakte und Studienreisen schärfen seinen Blick. Die in der Galerie Ulysses ausgestellten Steine stammen aus verschiedenen Schaffensperioden, entstanden in Steinbrüchen auf der ganzen Welt. Ob schwarzer Granit, grüner Serpentin oder bunter Marmor – jeder Stein hat eine “eigene Sprache, älter als jede Menschensprache, die muss man lernen zu verstehen“. Im jahrelangen Entstehungs-prozess versucht Karl Prantl sich auf den Stein einzulassen, wie er sagt, die letzten Geheimnisse des Lebens zu ergründen und „das Göttliche in Gestalt der Natur zu erkennen“. Prantl will, dass seine Steine „von Wolken und Wind, von den Sternen und dem Schnee“ erzählen, vielleicht ist das das Geheimnis seiner Kunst, von hoher Ästhetik und magischer Kraft.