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Franz Rosei



Galerie Ulysses
 23.05. - 29.06.2007

Vernissage: am Dienstag, den 22. Mai 2007, um 19.00 Uhr


FRANZ ROSEI Sicht auf dieses Leben

"In der Arbeit jedenfalls lasse ich vieles hinter mir, alles: die Freunde, das Elend, die Einsamkeit, den Tod - das Glück, wenn du willst", sagte Franz Rosei einmal über seine bildhauerische Arbeit, "Ich arbeite mit und an dem Bewusstsein. Ich arbeite an mir selbst."

Es ist eine ganz eigene, meist in Stein gehauene, mitunter in Bronze gegossene Sprache, in der Rosei über das Menschsein, über elementare Empfindungen, über Leid und Zerbrechlichkeit, über die Suche nach dem Eigentlichen im Leben, über seine Identitätssuche, über die Welt, spricht: konzentriert auf das Wesentliche; beeindruckt und geleitet nur von der Eigendynamik des Materials, der Farbigkeit, der Struktur: "Meine Arbeit setzt an bei dem Konzept, das ich dem Stein überstülpe. Ich möchte etwas sagen, und ich möchte etwas erfahren. In dem Maß, in dem das, was ich sagen kann, aufhört, beginnt das, was ich erfahren möchte." Wenn Rosei seine Gedanken in Stein oder Bronze formt, entstehen meist Torsi, Köpfe, Arme, Figuren von archaischer Schlichtheit. Aber sein zentrales Thema "sei nicht die menschliche Figur", sagt er, "sondern die Sicht auf dieses Leben, die Welt, und der Wunsch, das Ergebnis dieser Betrachtung, Untersuchung in Form zu setzen."

Franz Rosei gehört zu den bedeutendsten österreichischen Steinbildhauern. Er hat seine Kunst-Sprache, seine anthropomorphen Kürzeln weitgehend autodidaktisch entwickelt, sieht man von einem kurzen Abstecher an die Hochschule für angewandte Kunst ab, als er nach der Matura die Meisterklasse für keramische Plastik bei Prof. Leinfellner besuchte. Kunst gewordene Bruchstücke der Welt könnte man seine Steine nennen, für die der Perfektionist eigene Holz- und Eisenblechsockel schafft, sodass Skulptur und Sockel zu einer Einheit werden, zu irritierend eleganten, berührend kühlen Interventionen im Raum.

"Wenn man einer Ansammlung von Figuren meines Bruders gegenübertritt, sei es bei einer Ausstellung oder im Atelier, stellt sich zuerst der Eindruck der Schönheit ein, einer, je nach dem Licht, strahlenden, leuchtenden oder nur sanft glänzenden Schönheit, die etwas Fließendes und vielleicht Glattes hat, hervorgerufen durch die Farbigkeit der Steine, ihrer Kostbarkeit - eine Kostbarkeit der Oberflächen - durch die harmonische Abgestimmtheit der Proportionen", schrieb der Schriftsteller Peter Rosei über die Skulpturen seines Bruders Franz.

Am 2. Juli 2006 feiert Franz Rosei, geboren 1947 in Wien, seinen 60. Geburtstag. Die Galerie Ulysses zeigt ab 22. Mai Steine aus den Jahren 2001 - 2006.