Views from Abroad steht für die Verbindung zweier europäischer Länder -
Österreich und Kroatien -, die in der Vergangenheit gemeinsame kulturelle
Wurzeln teilten, zwischenzeitlich systembedingt verschiedene Wege gingen, um
aktuell wieder zueinander zu finden. Es werden kroatische vorgestellt, deren
Werke sowohl thematisch als auch hinsichtlich ihrer Ausführung und der darin
zum Ausdruck kommenden künstlerischen Strategien eine geistige
Verwandtschaft erkennen lassen sowie charakteristische Probleme der Kunst an
der Schwelle vom 20. ins 21. Jahrhundert reflektieren. Bei aller
künstlerischen Eigenständigkeit beschäftigen sich KünstlerInnen aus
Österreich und Kroatien mit verwandten Themen, arbeiten oft mit ähnlichen
Darstellungsformen.
"I love Zagreb" (2008) von Slaven Tolj zeigt eine Performance, die zwei ganz
verschiedene Werke aus den 1970er Jahren paraphrasiert. "I love Zagreb" ist
sowohl eine Hommage an die Performance "Zagreb I Love You"(1971) von
Tomislav Gotovac, der dieses Jahr auch den kroatischen Salon in Venedig
bespielt hat. Den zweiten Teil der Performance betitelte Tolj mit
"Operation: City 2008". Dieser Teil ist einen Anspielung an die Ermordung
von Ivo Pukanic, den Besitzer der Zeitung Nacional. Bei seiner Ermordung
wurde der Tatverdächtige, der einen schwarzen Motorradhelm getragen hat,
beim Verlassen und seiner Flucht von der Überwachungskameras aufgenommen.
Dieses Video hat Tolj in seine Performance als Videoinstallation
miteinbezogen.
In seiner Performance vereint Tolj die Performance von Gotovac und die
Ermordung von Ivo Pukanic, mit einem schwarzen Motorradhelm mit
geschlossenem Visier führt ihn seine Performance durch die Innenstadt
Zagrebs. Er spielt mit der vollständige Anonymität, er ist nicht nackt, wie
Gotovac bei seiner Performance.
"I paraphrased the title of Gotovac's performance and the place of the
action - Zagreb city centre. While Gotovac walked naked and lay down on the
asphalt of Zagreb high-street Ilica thus "making love" to the city, I walked
the city centre completely masked and covered, I walked the city centre
completely masked and covered, assuming the image of the. This way I
emphasized different contexts of these two performances, the difference
between the conditions of these two actions; the differences between the
social and cultural environments of time they were created; the differences
in the meaning of art then and now".
SANDRO DUKIC: In seinem Aufsatz "Das Unbehagen in der Kultur" von 1930 macht
Sigmund Freud sich Gedanken darüber, was Kultur für die Menschen bedeutet
und welche Bedingungen für das Entstehen und die Erhaltung von Kultur
erfüllt sein müssen. Sandro Dukic unternimmt nun den Versuch auf Freunds
Aussagen einzugehen. Gegenstand seiner künstlerisch-wissenschaftlichen
Untersuchung ist ein gedankliches Konstrukt, durch die der wirkliche
Gegenstand seine konkrete Ganzheit verliert und zu einem mehr oder weniger
fragmentarischen Abbild des ursprünglichen Gegenstandes wird.
In seinem 9teiligem Fotozyklus, der Videoarbeit und einer großformatigen
Installation setzt Dukic sich mit dem Thema: Natur/ Kultur, Vergänglichkeit
des Körpers, die Beziehungen zu anderen Menschen, sowie das "Innenleben" des
Menschen auseinander. Dukic will in seiner Arbeiten zeigen, dass die Art und
Weise wie Menschen miteinander kommunizieren sich stark verändert hat
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