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Views from Abroad


 GALERIE MICHAELA STOCK
  17.11. - 08.01.2012

 

Vernissage: am Donnerstag, dem 17. November 2011 um 19.00 Uhr
Der Künstler wird Anwesend sein!


Views from Abroad steht für die Verbindung zweier europäischer Länder - Österreich und Kroatien -, die in der Vergangenheit gemeinsame kulturelle Wurzeln teilten, zwischenzeitlich systembedingt verschiedene Wege gingen, um aktuell wieder zueinander zu finden. Es werden kroatische vorgestellt, deren Werke sowohl thematisch als auch hinsichtlich ihrer Ausführung und der darin zum Ausdruck kommenden künstlerischen Strategien eine geistige Verwandtschaft erkennen lassen sowie charakteristische Probleme der Kunst an der Schwelle vom 20. ins 21. Jahrhundert reflektieren. Bei aller künstlerischen Eigenständigkeit beschäftigen sich KünstlerInnen aus Österreich und Kroatien mit verwandten Themen, arbeiten oft mit ähnlichen Darstellungsformen.

"I love Zagreb" (2008) von Slaven Tolj zeigt eine Performance, die zwei ganz verschiedene Werke aus den 1970er Jahren paraphrasiert. "I love Zagreb" ist sowohl eine Hommage an die Performance "Zagreb I Love You"(1971) von Tomislav Gotovac, der dieses Jahr auch den kroatischen Salon in Venedig bespielt hat. Den zweiten Teil der Performance betitelte Tolj mit "Operation: City 2008". Dieser Teil ist einen Anspielung an die Ermordung von Ivo Pukanic, den Besitzer der Zeitung Nacional. Bei seiner Ermordung wurde der Tatverdächtige, der einen schwarzen Motorradhelm getragen hat, beim Verlassen und seiner Flucht von der Überwachungskameras aufgenommen. Dieses Video hat Tolj in seine Performance als Videoinstallation miteinbezogen.

In seiner Performance vereint Tolj die Performance von Gotovac und die Ermordung von Ivo Pukanic, mit einem schwarzen Motorradhelm mit geschlossenem Visier führt ihn seine Performance durch die Innenstadt Zagrebs. Er spielt mit der vollständige Anonymität, er ist nicht nackt, wie Gotovac bei seiner Performance.

"I paraphrased the title of Gotovac's performance and the place of the action - Zagreb city centre. While Gotovac walked naked and lay down on the asphalt of Zagreb high-street Ilica thus "making love" to the city, I walked the city centre completely masked and covered, I walked the city centre completely masked and covered, assuming the image of the. This way I emphasized different contexts of these two performances, the difference between the conditions of these two actions; the differences between the social and cultural environments of time they were created; the differences in the meaning of art then and now".

SANDRO DUKIC: In seinem Aufsatz "Das Unbehagen in der Kultur" von 1930 macht Sigmund Freud sich Gedanken darüber, was Kultur für die Menschen bedeutet und welche Bedingungen für das Entstehen und die Erhaltung von Kultur erfüllt sein müssen. Sandro Dukic unternimmt nun den Versuch auf Freunds Aussagen einzugehen. Gegenstand seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Untersuchung ist ein gedankliches Konstrukt, durch die der wirkliche Gegenstand seine konkrete Ganzheit verliert und zu einem mehr oder weniger fragmentarischen Abbild des ursprünglichen Gegenstandes wird.

In seinem 9teiligem Fotozyklus, der Videoarbeit und einer großformatigen Installation setzt Dukic sich mit dem Thema: Natur/ Kultur, Vergänglichkeit des Körpers, die Beziehungen zu anderen Menschen, sowie das "Innenleben" des Menschen auseinander. Dukic will in seiner Arbeiten zeigen, dass die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren sich stark verändert hat