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Julius Deutschbauer & Gerhard Spring

„Entsetzliche Malerei"

  GALERIE STEINEK
  28.01. - 07.03.2003


Ausstellungseroeffnung: Dienstag 28. Januar 2003, 18 bis 20 Uhr


Ausstellungsdauer: 28. Januar bis 07. Maerz 2003
Oeffnungszeiten: Di. bis Fr. 12 bis 18 Uhr & Sa. 12 bis 16 Uhr
"Viele Waende sind leer, wie im Gefaengnis. Leer sind sie die Waende. Was fehlt, ist ein gutes Bild. Deshalb sind jetzt auch Deutschbauer / Spring unter die MalerInnen gegangen. Oder sollte man Malsteller sagen? Stellen sie MalerInnen bloß nach? Sind sie MalerInnennachsteller ? Nein, sie stellen sich selbst nach, sie stellen der Natur nach, sie stellen der Natur ihrer Plakate nach. So weit es moeglich ist. So weit es ihnen moeglich ist. Das Ziel ist die Vollendung ihrer Plakate mittels der Malerei entsetzlicher Malerei.
Das ist ja entsetzliche Malerei !, rief der Schweizer Schriftsteller Reto Haenny, als er auf Besuch bei Deutschbauer / Spring das erstemal auf deren Malerei stieß. Die beiden Maler waren wie vor den Kopf gestoßen. Das ist es!, riefen sie erstaunt zurueck. Reto Haenny war sofort bereit, einen Text zur Ausstellung der Bilder zu schreiben, deren stilistische Bezeichnung sich seinem scharfen Blick fuer die Malkunst verdankt.
Und nichts anderes tut diese Malerei, als daß sie aufs Entsetzlichste wiedergibt, was die Natur der Plakate verlautet, so als ob es nach ihrem Diktat gemalt waere.
Der hohe Wert ihrer Malerei zwingt den Betrachter, dem Plakat den Vorzug zu geben bzw. hinter das Bild auf die preisguenstigen Plakate zu blicken. Obwohl ihr Stil Darstellung der Entsetzlichkeit der Malerei ist, kann keine andere Malerei dieser Entsetzlichkeit gleichkommen.
Am ehesten noch wünscht man sich von Deutschbauer / Spring ein Bild mit Goldrahmen und einen angerichteten Schweinsbraten drin."
(Text by Deutschbauer/Spring, 2002)

20 Jahre Galerie Steinek oder: Silvia und die Liebe zur Kunst

Mit Kunst war sie schon sehr früh, durch die leidenschaftliche Sammlertätigkeit ihres Vaters Heinrich Steinek, in Kontakt. Als 12jährige fixierte Silvia Steinek ihre erste Ausstellung, was wohl weder der Vater noch der betroffene Künstler (Adolf Frohner) so richtig ernst nahmen. Während der Schulzeit jobbte sie in der Galerie Klewan. Mit 23 eröffnete Silvia Steinek 1982 mit ihrem Vater die Galerie in der Himmelpfortgasse 22; acht Jahre später kam ein zweiter Ausstellungsraum, die "Halle" im neunten Bezirk, hinzu. Heuer feiert man folgerichtig "20 Jahre Galerie Steinek" - und dennoch: sowohl bei Silvia Steinek als auch bei dem Programm ihrer Galerie sind die Assoziationen nach wie vor "jung, spannend, neugierig".

Der "Drang zur ständigen Erneuerung, Erweiterung" ist ihre Antriebskraft als Galeristin, die formuliert, sie habe ihre "Form der Bindung an, durch und über die Galerie gefunden": Die Kunst und das Leben, das läßt sich bei Silvia Steinek nicht so leicht auseinander dividieren. "Die Kunst ernährt mich in allen Momenten meines Lebens - und das weit über die herkömmlich Bedeutung einer echten Partnerschaft, in der neben der künstlerischen "Wellenlänge" eben auch Qualitäten wie Ehrlichkeit, Loyalität, gegenseitige Ergänzung und Befruchtung zum Tragen kommen: "Arbeit und Emotion müssen stimmen." In der Kunst wie im Leben. Geprägt wurde sie von starken Künstlerpersönlichkeiten unterschiedlicher Ausprägung: Der Jugenfreund Franz Ringel, die jahrelange intensive Arbeit mit Walter Vopava, der große Jean Dubuffet, den die "Frankophile" in Paris kennen lernte - ebenso wie George Mathieu - oder später Alighiero Boetti.

10 "Lehrjahre" seien es gewesen, schätzt Steinek, die aus einer begeisterten, aber zunächst wohl etwas naiven Autodidaktin eine konsequente, selbstbewußte und - ihren KünstlerInnen gegenüber - anspruchsvolle Galeristin geformt haben. Erfahrungen, die sie die Boomjahre der 90er (die sie die Zeit des "finanziellen push-up - sprich täuschender Fülle" nennt) ohne Hybris und damit die darauf folgenden "mageren Jahre" ohne Depression überleben ließen. Steinek hat gelernt, dass "immer nur aus dem Vollen schöpfen" leicht zur Erschöpfung führen kann. Heute konzentriert sie ihre Energien auf "das, was mir entspricht". Arbeiten heißt für sie primär: den Kontakt mit KünstlerInnen und SammlerInnen zu pflegen. Kein wunder, dass die Künstler das Einfühlungsvermögen, die Konsequenz und den Einsatz ihrer Galeristin besonders hervorheben.

Wenn ihr "etwas immer wieder auffällt, nicht mehr aus dem Kopf geht", sei es ein Künstler oder ein Kunstwerk, dann beginnt es für Silvia Steinek spannend zu werden. Erweiterte Fotografie, Konzeptuelle Malerei und Konzeptkunst zeigt die Galerie. Mit Ilse Haider, Gudrun Kampl, Julius Deutschbauer, Harald Durstmüller und Matthias Herrmann hat die Galerie einige der "heissesten Eisen" der aktuellen heimischen Szene im Programm, harmonisch neben etablierten internationalen Größen wie Tony Oursler, Robert Longo und Donald Baechler oder interessanten Newcomern wie Lu Zhirong, Fabrice Langlande und Sebastien de Ganay. Steinek ist stolz, für alle ihre internationalen Stars die jeweils erste Wiener Galerie-Präsentation organisiert zu haben - der vielzitierte "Riecher" einer guten Galeristin.

Geburtstag feiert die Galerie "gegen Ende des 20. Lebensjahres" mit einer Ausstellung in der Galerie : In "20 Jahre Galerie Steinek: ein Porträt" zeigen derzeitige und einstige KünstlerInnen der Galerie Arbeiten, die als "Hommage an Steinek" verstanden werden können.