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Sébastien de Ganay

  GALERIE STEINEK
 26. Jänner - 4. März 2000

 

 


Sébastien de Ganay hat sich in den letzten Jahren in seiner Malerei mit Themen der Monochromie und der Materialität auseinandergesetzt.

..Seit 1994 verwendet der Künstler transparente Industrieplastikfolien , die er systematisch faltet und anschließend als Leinwand benützt. Durch die Faltenbildung des plastischen Materials entsteht ein dreidimensionales Bildobjekt, welches dem Künstler bisher als Bildträger seiner ungegeständlichen Malerei diente.

Anläßlich seiner ersten Ausstellung in Österreich erscheint in seinen Werken erstmals die Darstellung der menschlichen Figur. Die Auseinandersetzung mit der Figuration in seiner Malerei ist nicht nur formales Resultat, sondern vielmehr die Reaktion auf sozialpolitische Ereignisse. Das Aufkommen von Gewalt und der Fremdenhaß , deren Banalisierung in der Öffentlichkeit, führen Sébastien de Ganay zur Arbeit mit Motiven aus dem alltäglichen Leben. Er benützt Figuren aus Büchern oder Zeitschriften, die er von ihrem Kontext getrennt, freistehend im Raum wiedergibt. Die Bilder sind Zitate aus dem zeitgenössischen Arbeitermilieu, oder wiederspiegeln historische Ereignisse, die sich mit dem Thema der Intoleranz beschäftigen. Durch das Freisetzten der Figuren und das Verschwinden jeglicher Umgebung, hält uns der Künstler die Isolierung der Individuen vor Augen.

Die Bilder von Sébastien de Ganay konfrontieren den Betrachter mit der Zerbrechlichkeit der Menschen, der Unsicherheit des Lebens und der menschlichen Unterdrückung von Gewalt.

Sébastien de Ganay
"Verfolgungsopfer, 1999-200
Öl auf Plastik auf Leinen
110 x 80 cm