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Papier

GALERIE STEINEK
 25.06. - 25.07.2014

 

Vernissage: am Dienstag, dem 24. Juni 2014, um 19:00 Uhr

 

Als einst rein vorbereitendes Medium charakterisierte sich die Zeichnung vor allem durch ihre (experimentelle) Übersetzung von der Idee hin zu einem sichtbaren Zustand - mit dem Papier als Träger. Ein Material, das - selbst wenn es sich in der preislichen Hierarchie des Kunstmarktes stets im Schatten des Leinens befindet - auf eine 1.900 Jahre lange Tradition und Funktion in der Kunst zurückblickt. Doch was macht das Papier und die Zeichnung für die Kunst auch heute noch so interessant, dass selbst die Implementierung diverser Computerprogramme diese nicht verdrängen konnte? Ist es die Unmittelbarkeit? Die Spontanität? Oder die mögliche Anwendbarkeit unterschiedlicher Techniken?

So mag es zunächst auch überraschen, wenn einer der wichtigsten Pioniere in der Entgrenzung des elektronischen Mediums, die Zeichnung auf Papier zu einem wesentlichen Bestandteil seines schöpferischen Vorgangs erhebt. Tony Oursler findet in der Zerstückelung, Neuordnung und Überlappung von Formen und Signalen eine Reflexionsebene über den Einfluss der Massenmedien auf die menschliche Psyche - in Form von expressiven, farbintensiven Zeichnungen und mittels von Collagetechniken.

„Wenn du lang überlegst, wird es verkrampft.“ Günther Förg, 1997

Die expressive Spontanität - als Kontrast zu einem vorhandenen Formenvokabular - charakterisiert das Oeuvre von Günther Förg. Seine Arbeiten sind nicht das Ergebnis eines länger andauernden Prozesses, sondern vielmehr entstanden sie in einem Schaffenszug - ohne nachträgliche Modifikationen. Für Alan Davie, einem leidenschaftlichen Musiker, war die Improvisation ebenso von zentraler Bedeutung. Seine realen und fiktiven Zeichnungen werden durch markante Umrisslinien formiert. Ergänzt wird die Ausstellung mit charakteristischen Zeichnungen von Oswald Oberhuber und Entwürfen von Peter Weibel.

Bilf

Alan Davie, o.T., 1966, 45 x 56 cm, Tusche auf Papier, signiert © Galerie Steinek