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Matthias Herrmann

“Old News & New News"

  GALERIE STEINEK
 27.04. - 01.06.2007

 

Vernissage: am Freitag, dem 27. April 2007, um 19:00 Uhr


Old News versammelt im rückwärtigen Raum der Galerie eine Auswahl von Arbeiten der letzten 15 Jahre in einem an einen Salon erinnernden Setting. Der Salon steht aktuell (siehe die Diskussion um das neue Biedermeier) für einen konservativen Umgang mit Kunst und die Rückbesinnung auf vermeintlich klassisch bürgerliche Werte. Je nach Ausrichtung kann ein Salon jedoch natürlich auch gerade aufgrund seines präzisen Settings diese Werte hinterfragen.

Through the past decades, homosexuality remains a culture of desire, even in the face of assimmilationist agenda and death. Hedonism dominates the gay tragedy. It resonates alongside, or in spite of, sickness. Herrmann's playful horniness, often with the assistance of text quotations, wanks off at a higher pitch. That could be cheeky, ironic, or entirely sincere. The repetitive states of genital arousal is a male power trip, but the displaying of the anus and welcoming position of the legs is the passive homosexual abomination. (Ron Athey)

New News bezeichnet die Arbeiten im vorderen Teil der Galerie. Auf Einladung von Eva Schlegel photographierte Herrmann 2005 ihre Ausstellung im Hauptraum der Secession. Während seiner Tätigkeit als Präsident der Secession (1999 bis 2006) legte Herrmann grossen Wert auf eine strikte Trennung der institutionellen Leitungsfunktion und seiner eigenen Arbeit (und seinen Interessen) als Künstler. Schlegels Einladung erlaubte die beiden unterschiedlichen Arbeitsfelder erstmals aktiv zusammenzuführen. Die entstandene Serie führt Herrmanns Auseinandersetzung mit Fragen nach Männlichkeit, Rollenverständnis und (internalisierter) Homophobie aus dem Studio direkt in den Kunstraum als Produktionsort. Schlegels mächtige Blei-Installation (mit der sich die Künstlerin sowohl auf die venezianischen Bleikammern, in denen Casanova einsaß, als auch auf Beuys' Documenta Bleiraum bezieht) ist sowohl von den Bezügen als auch von Materialität und Bildsprache Ausgangspunkt, um dem Secessionsraum eine queere Geschichte produktiv einzuschreiben.

In Folge benutzte Herrmann die Ausstellungen von Williams/deRijke/deRooij (2005), Oberhuber und Sandner (beide 2006) als Bühne für seine Arbeit. Die entstandenen Photographien lassen sich sowohl als Kommentar zu den Arbeiten der Künstler, als auch als Erweiterungen ihrer Ansätze auf eine ursächlich nicht angelegte (homo-) sexualisierte Ebene lesen.

Der (nackte) Körper steht im Zentrum ästhetischer und inhaltlich einprägsamer Inszenierungen, gleichermassen Selbstsuche wie Herausforderungen der RezipientInnen unter der Prämisse einer “selbstverstänlichen Sichtbarkeit" (Herrmann). Die homosexuelle Identität des Künstlers ist dabei nicht Gegenstand, sondern Material einer performativ geprägten Arbeit vor der Kamera, die zu seiner umfassenden Kommentierung heutiger Subjektbildung ansetzt. (Katalog Why Pictures Now, MUMOK)

Zur Ausstellung erscheint der fünfte und letzte Band von Herrmanns HOTEL Büchern, mit Textbeiträgen von Ron Athey, Robert Byler, Terence Koh, Slava Mogutin und Robert Summers, herausgegeben von Art Metropole in Toronto.