Ausstellungsliste nach Galerien
 Ausstellungsliste nach Künstlern

Andrea Kalteis

camouflage

  GALERIE STEINEK
 28.02. - 18.03.2006

 

Vernissage: am Dienstag, dem 28. Februar 2005


Die Bedrohlichkeit kultureller Muster tarnt sich hinter der Buntheit in Massen auftretender Schmetterlinge. Farbe als Mittel zur Tarnung hat im Tierreich eine enorme Bedeutung. Ein ausgezeichnetes Mittel zur Tarnung ist es, wenn es durch Farbe und Struktur gelingt die Körperkontur aufzulösen. Zu diesem Zwecke finden wir bei vielen Tieren Musterungen und Zeichnungen, die mit ihren Strukturen auflösend wirken. Allerdings wirkt diese Art der Tarnung nur, wenn es sich in einer grossen Menge von gleichstrukturierten Artgenossent. Camouflage bezeichnet das französische Wort für Irreführung, Täuschung, Tarnung. So verführt und entführt die gemusterte Oberfläche des Bildes in die getarnte Vielschichtigkeit des Seins. Ein Zustand der Ohnmacht, des ausgeliefert seins, das Hitze und Fieber erzeugt um den getarnten Zustand aufrecht zu erhalten. Die Botschaft des Unbewussten markiert den Raum indem sich kulturelle Existenzen gegenüberstehen. Ein Machtspiel das sich im Bild als Übergangszone abzeichnet. Eine exzellente Inszenierung einer Körperzeichnung, einer Mimese oder einer Überlebensstrategie. Diese Art der Tarnung ist ein Schutzmechanismus, den ich unter anderem in meiner Zusammenarbeit mit Kulturstämmen in Indien sogenannten “Tribes" beobachtet und festgestellt habe. So kennzeichnet sich ein “Tribe" durch eine bestimmte Art und Weise der Körperzeichnung und Körperbekleidung. Riten, soziale Beziehungen, Lebensgewohnheiten oder das Verhalten in einem “Tribe" werden nicht nur durch den gelebten Alltag zur Schau gestellt, sondern auch durch deren bestickte Gewänder. Die Lesbarkeit dieser abstrakt eingestickten Muster ist aber nur dann entschlüsselbar, wenn man mit der Zeichensprache des Clans vertraut ist. Andrea Kalteis, Wien 2006