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Matthias Herrmann

"Toscana & Molinier"

  GALERIE STEINEK
  11.05. - 24.06.2005

 

Vernissage: am Dienstag, den 10. Mai 2005, um 18:00 Uhr


Die Galerie Steinek zeigt neue Arbeiten von Matthias Herrmann, entstanden in den Jahren 2004 und 2005.
In der Serie "Toscana" verlässt Herrmann zum ersten Mal den geschützten Rahmen des Studios bzw des zum Studio umfunktionierten Hotelzimmers. Er tauscht den geschlossenen Raum, dessen Koordinaten der Künstler alleine bestimmt, mit der in viele Richtungen offenen Landschaft und wählt die Toscana als Bühne. Die Distanz zwischen Objektiv und Subjekt scheint sich in den (Selbst-) Inszenierungen in der Natur zu verlängern; analog zu dieser Distanzverlängerung erweitert sich auch der kunstgeschichtliche Bezugsrahmen der Rasenstücke. Vereinzelt verwendet Herrmann wieder Texttafeln mit Zitaten prominenter Zeitgenossen, die Einfluss auf die emotionale Wirkung des Dargestellten ausüben. Neu in der Bildsprache sind in die Landschaft integrierte vorgefertigte Baustellentafeln, die normalerweise die Bewegung der Menschen konditionieren. Diese sind somit weniger als die bisher hauptsächlich verwendeten Zitate als Kommentar zu Lebensstil und Gesellschaftspolitik zu lesen, sondern verweisen auf Regulative in der Beziehung zwischen Natur und Zivilisation. Die Erscheinung der Landschaft in diesen Photographien kreiert eine fast romantische Atmosphäre und bewirkt einen "Tabula Rasa" Effekt, der sowohl Zweideutigkeit als auch Widerspruch verschärft.

Die zweite in der Galerie gezeigte Photoserie ist für die große Pierre Molinier Ausstellung „Pierre Molinier - Jeux de Miroirs" im Musee des Beaux-Arts in Bordeaux entstanden und wird dort vom 23. September bis 20. November 2005 gezeigt. Herrmann wurde vom Museum eingeladen, Arbeiten zu entwickeln die den Einfluss Moliniers auf ihm nachfolgende Künstlergenerationen nachzeichnen. André Breton entdeckte und bezeichnete Pierre Molinier als "provokatorischen, besessenen, skandalösen, cholerischen, subversiven, entschlossenen und unbeugsamen" Erotomanen. Aus Herrmanns Serie "Molinier", präsentiert die Galerie Steinek fünf großformatige Photographien, die einen schlichten und gleichzeitig furchtlosen Dialog zwischen zwei Künstlern vorstellen. Die Konfrontation mit Moliniers Arbeiten deckt das Eigentliche in Matthias Herrmanns Werk auf: seine subversive, scham- und tabulose Suche nach Identität und die konzeptuellen, plastischen und figurativen Mittel dieser Suche.