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Thomas Trenklers Tagebuch

  HALLE STEINEK
 22. 06. - 06.07.2002


Eröffnung: Freitag 21. Juni 2002, 19 bis 21 Uhr


Thomas Trenklers Tagebuch

„Seit August 1985 - anfangs mit zeitweiligen Unterbrechungen, seit Jänner 1989 konsequent - führe ich ein fotografisches Tagebuch. Im Zentrum stehen nicht, wie üblich, außergewöhnliche Ereignisse (wie zum Beispiel Feste), sondern alltägliche, private Situationen: Ich fotografiere meine Freunde, Gesprächspartner und/oder die Räume, in denen ich mich befinde. Das Projekt ist an eine halbautomatische Olympus XA-Sucherkamera gebunden, die seit rund einem Jahrzehnt nicht mehr produziert wird: Auch wenn ein Tagebuch, das sich in der Regel der Wahrheit verpflichtet fühlt, immer ein Zeugnis für das Beugen der Wirklichkeit ist (in diesem Falle aufgrund von "gestellten" Fotos, dem gewählten Ausschnitt und den vielen Leerstellen), kommt für mich die Verwendung einer Digitalkamera nicht in Frage, weil die Möglichkeiten der Manipulation (durch Nachbearbeitung und nicht beweisbare Retuschen) nahezu grenzenlos sind. Derzeit habe ich meine vierte Olympus, erworben im Second-Hand-Handel, in Verwendung.

Um ein Ausufern zu verhindern, beschränke ich mich auf ein Foto pro Begebenheit. Tag für Tag entstehen somit ein bis drei Aufnahmen, die, mit dem jeweiligen Datum versehen, in speziellen Schachteln (für rund 160 Fotos) aufbewahrt werden. Das Tagebuch-Archiv umfaßt bisher rund 15.000 Fotos. Beim Durchblättern wird das Altern augenscheinlich. Einige Personen verschwinden, andere tauchen auf. Aufgrund meines Berufs - ich arbeite seit 1993 als Kulturredakteur bei der Wiener Tageszeitung "Der Standard" - lernte ich im Lauf der Zeit viele Künstler, Schriftsteller, Galeristen und Kulturmanager kennen. Im meinem fotografischen Tagebuch befinden sich daher auch Porträts und Schnappschüsse von :

Peter Weibel, Anselm Glück, Alfred Kolleritsch, Peter Vujica, Sebastian Weissenbacher, Barbara Höller, Rainer Metzger, Charlotte Kreuzmayr, Silvia Steinek, Peter Oswald, Wolfgang Bauer, Manfred Erjautz, Alexander Kada, Ronald Pohl, Gerhard Ruiss, Brigitte Kowanz, Edgar Honetschläger, Stefan Gyrko, Richard Kriesche, Werner Reiterer, Ernst Hilger, Alexander Pühringer, Hubert Winter, Reinhard P. Gruber, Gustav Troger, Julius Deutschbauer, Gudrun Kampl, Gerard Mortier, Airan Berg, Adolf Frohner, Norbert Gstrein, Andre Heller und anderen." by Thomas Trenkler, 2002

geboren 1960 in Salzburg, lebt in Wien. Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Promotion 1991 mit einer Dissertation über die Sprache der Werbung im österreichischen Rundfunk. Von 1985-1990 Mitarbeiter im Pressebüro bzw. Pressereferent des Festivals "steirischer herbst" in Graz. Seit 1985 journalistisch tätig (u.a. Beiträge für: "Süddeutsche Zeitung", "Neue Zürcher Zeitung", "profil", "Parnass", "Noema", "Focus"). Seit 1993 Kulturredakteur bei der Tageszeitung "Der Standard" in Wien. Beiträge für Fachpublikationen (z.B. über Werner Schwab und Kunst am Bau). Bücher: "Der Fall Rothschild" (Molden, 1999) und "Wiedersehen im Niemandsland" (Czernin, 2000). Herausgeber einer "Noema"-Beilage über Kulturpolitik in Österreich und des Sammelbandes "Peter Vujica: Bitte, blättern Sie weiter!" (Czernin, 2000).