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Johannes Haider

Elementale Bilder

  GALERIE PLANK
 21.03. - 20.04.2007

 



Elementale Bilder

Zur Formensprache des Künstlers Johannes Haider

Die Arbeiten Johannes Haiders – sowohl die Radierungen wie die Ölbilder – sind stets eine Komposition aus einigen wenigen Grundelementen : Fläche – Strich –  Kreis.
Bei den Radierungen sind Strich und Kreis Vertiefungen in der Kupferfläche. Bei den Ölbildern Erhebungen in einer sinnlichen Dichte und Erhabenheit, die eine Räumlichkeit wie bei Reliefs ins Bild setzen. Der Künstler nennt seine Malerei schlicht „Öl auf Leinen“. Das Leinen ist dabei nicht nur Bildträger, sondern auch Bildelement. Das Gewebe des Textils ist der Grundtext, in den Johannes Haider seine einfachen Zeichen setzt. Strenge geometrische Komposition und expressive Dynamik, das Rationale und Emotionale, Ordnung und Chaos stehen in einer Spannung, aufgeladen mit Energie. Trotz des Seriellen der Bildelemente – Strich für Strich steht Strich für Strich – verlieren die Arbeiten nichts von ihrer inneren Dramatik. So fest einerseits alles, was Johannes Haider malt und macht, von Grund auf gebaut ist - so flexibel, variantenreich und wandlungsfähig sind andererseits die Bilder dieses Künstlers, der sich, wie nur wenige in seinem Metier, eine eigene Formensprache erarbeitet hat.

Diese Formensprache, die aus jedem Bild des Künstlers spricht – vom kleinformatigen Druck bis zu 100x200 cm großen Radierungen, von kleinen Ölbildern bis zu großformatigen Ölgemälden -, erfährt in jeder Arbeit eine spezifische Ausformung. Was auf den ersten Blick als ständige Wiederkehr des Gleichen erscheint (Fläche – Strich – Kreis), zeigt sich bei genauem Hinsehen immer anders. Haider bleibt seiner Formensprache treu und wandelt sie, er zitiert eine rationale Ordnung und bricht sie durch kraftvolle Spontaneität auf. So wirken die Bilder auf den Betrachter in ihrer rationalen Strenge zunächst statisch, sind aber in ihrer Gesamtkomposition in sich bewegt und lebendig, ohne sich in einer ziellosen Dynamik zu erschöpfen. Das Prinzip des Seriellen findet sich bei Johannes Haider nicht nur im einzelnen Bild, sondern auch in der Abfolge von Einzelbildern zu einer Serie. Dabei kann ein Bild weiter ganz für sich stehen und gleichzeitg als Element in der Bilddramaturgie fungieren.Im Ganzen gesehen steckt in den Arbeiten Haiders ein Potential, das in seiner eigenwilligen Ausprägung dem Material auf den Grund geht und im künstlerischen Akt Energien freisetzt, die vom Betrachter in eigene Lebensenergie umgewandelt werden können.


Haider Johannes

Geboren 1954 in Eisenstadt
Lebt und arbeitet in Oslip im Burgenland (A)

Studium an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien (Wilhelm Cermak, Bacon Brock, Peter Weibel)
Mitarbeit in Verlagen, Beratung und Layout
Gebrauchsgrafik für Theater, Bühne und Musik

1991 Gründung der "edition NN oslip"
1993 Gründung der "NN-fabrik"
ab 1993 Zusammenarbeit mit Künstlern und Autoren auf nationaler und internationaler Ebene, und deren Vertretung. 1995/96 Preis für besten Wirtschaftsfilm mit K. Watzek
1998 Maecaneas Preis für Verwirklichung des "Walter- Koschatzky Preis"

Ausstellungen in EE, D, A, BR, USA, CH, I, F
Diverse Kunstmessen