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Jakob Gasteiger

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  GALERIE EUGEN LENDL
 18.09. - 19.10.2013


Vernissage: am Dienstag, dem 17. September 2013, um 18:00 Uhr


Jakob Gasteiger wurde 1953 in Salzburg geboren. 1970-1974 studierte er an der
Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Salzburg. Gasteiger beendete das
Studium mit einem Diplom für Bühnenbild. Nach einem Praktikum bei den
Festspielen in Recklinghausen übersiedelte Gasteiger 1976 nach Wien und besuchte
die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt. Neben der Ausbildung zum Graphiker
widmete sich Gasteiger intensiv der Malerei und hatte erste Erfolge mit
Ausstellungen seiner Bilder. Seither ist Jakob Gasteiger international in über 300
Einzel- und Ausstellungsbeteiligungen in Galerien und Museen vertreten und u.a.
Preisträger des Faistauer Preises für Malerei und des 24. Österreichischen
Graphikwettbewerbs Innsbruck. In diesem Jahr stellt Gasteiger im Rahmen des
Personal Structures-Projekt bei der 55. Biennale in Venedig aus. Im Frühjahr 2012
erwarb Gasteiger einen Hof im Weinviertel, der nach einjährigem Um- und Ausbau zu
seinem zweiten Wohnsitz mit Atelier wurde.

Jakob Gasteiger ist Grenzgänger. Er ist an den Regionen zwischen Malerei,
Zeichnung und Skulptur interessiert, die er durch Überspielung und Verwischung
ihrer Grenzen zu einer Selbstüberprüfung zwingt. Zwar hat er die Frage, ob er Maler
sei und ob das, was er mache, Bilder seien, bejaht, denn für die meisten seiner
Werke seien die Vereinbarungen für ein Bild erfüllt – Farbe auf einer rechteckigen
Leinwand, die an die Wand gehängt wird. Eine besondere Eigenschaft seiner Werke
ist gerade, dass sie die traditionellen Bestimmungen der Malerei auch überschreiten.
Gasteiger arbeitet an den Grenzen der Medien und hebt sie auf, führt das
unterschiedliche in seinen Werken zusammen, lässt zum Beispiel eine malerische
zugleich als graphische und als plastische Handlung erscheinen. Er zeigt, dass ein
Bild nicht allein durch eine mit einem Pinsel aufgetragene Farbe entsteht, eine
Zeichnung nicht nur durch eine Linie auf einer Fläche, eine Skulptur nicht nur durch
einen Körper im Raum. Er verschiebt und erweitert die Identitäten. Das Bild ist
Zeichnung, ist Skulptur. Aus der offen gehaltenen Frage nach den Übergängen
zwischen Fläche und Raum, Materiellem und Immateriellem, nach der
Gleichzeitigkeit spezifischer Qualitäten von Bild, Zeichnung und Objekt in der
Integrität eines Werkes entsteht die Lebendigkeit und Bewegung der Arbeit
Gasteigers. Sie zeigt sich weder als distanzierte Ableitung eines theoretischen
Konzepts noch als Dokument eines expressiven Selbstausdrucks des Künstlers,
sondern als ein experimenteller Umgang mit Material, Form, Farbe, Raum, der immer
neue künstlerische Konstellationen provoziert.

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