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Nothingness


  GALERIE EUGEN LENDL
 08.10. - 20.11.2004

 

Vernissage: am Freitag, dem 8. Oktober 2004, um 17.00 Uhr
Zur Eröffnung spricht: Neil Robert Wenman


Kurator: Neil Robert Wenman (London).
ART & LANGUAGE - ROBERT BARRY - HARTMUT BOEHM
STEFAN BRUGGEMANN - MARTIN CREED - ATTILLA CSORGO
MANFRED ERJAUTZ - CEAL FLOYER - DAN GRAHAM
GRAHAM GUSSIN - ALEXANDER GUTKE - JOHN HILLIARD
MICHAEL KIENZER - IGOR & SVETLANA KOPYSTIANSKY
STEPHEN LITTLE - JONATHAN MONK - MAX NEUHAUS
TOBIAS PUTRIH - WERNER REITERER - SANTIAGO SIERRA
MARKUS WILFLING - ERWIN WURM

"Seit der Geburt der Konzeptkunst in den sechziger Jahren, mit ihren Kampfansagen an Tradition und Autorität, haben Künstler Ideen von Nichts dargestellt, hauptsächlich durch das Konzept der "Dematerialisation", ein Begriff, der von der Kunstkritikerin Lucy R. Lippard 1967 geprägt wurde. Diese kulturelle Haltung wurde vom Amerikanischen Komponisten John Cage 1961 redegewandt aufgenommen, in seiner Erklärung "I have nothing to say, and I'm saying it" und symbolisierte die Suche nach einem Minimum, einem Stratagem für den auslaufenden Kommerzialismus, der durch exzessiv verwirklichte und überladene Kunstprodukte charakterisiert war.

Die Rolle des nicht-aktiven, passiven oder sogar abwesenden Künstlers, wurde möglicherweise am radikalsten vom Vorschlag des Britischen Künstlers Keith Arnatt, "Is it Possible for Me to Do Nothing as My Contribution to This Exhibition?" veranschaulicht. Arnatt hat hier die Parameter des Konzeptualismus ins Extreme gesteigert und dennoch die Prämisse, auf der dieser basiert, lächerlich gemacht. Das Konzept vom buchstäblichen, und das bedeutet hier auch physischen, Nichtstun repräsentierte die ultimative Negation des Kunstschaffens und den Untergang der auf das Objekt zentrierten Diskussion.

Dieses Interesse an der Leere, am Nichts, kann in vielen Disziplinen gefunden werden, einschließlich eines wichtigen Sektors der modernen Philosophie. Wir wissen zum Beispiel dass die Philosophen, wie z.B. Heidegger und Sartre, zu einem gewissen Zeitpunkt das Nichts in die Mitte ihrer Überlegungen stellten und dass Heidegger sogar soweit ging, zu sagen: “existence is the extreme nothingness which is simultaneously copiousness”.

Doch was ist Nichts? Was sind die räumlichen Unterschiede zwischen Begriffen wie Nichts, Vakuum, Hohlraum, Leere und der Numerologie von Null?

Nothing bedeutet no-thing, die Abwesenheit von Dingen. Es unterscheidet sich im Wesentlichen von some-thing, any-thing und every-thing. Dennoch gibt es paradoxerweise eine eindeutige Verwandschaft zwischen diesen vier Begriffen. Nothing ist ein Elternteil von something, anything und everything."

Neil Robert Wenman, "a building to house nothing", 2004.