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HILGER
EXTERN
zeigt
ALBERT MERZ-2000

GALERIE ERNST HILGER
  ab 6. April 2000

 

Vernissage: Donnerstag, 6. April 2000, 19.30 Uhr
Ort: Wien 4, Goldeggasse 2/13, Tel. 505 79 59


Albert Merz wird seit 1988 von der Galerie Ernst Hilger gezeigt –
Kataloge und Dokumentation liegen auf.
Albert Merz
1942 geboren in Unterägeri, Schweiz
1972-75 Schule für Gestaltung, Luzern
1980-84 Hochschule der Künste, Berlin
1986 Arbeitsstipendium der Stadt Berlin, Aufenthalt
im Istituto Svizzero, Rom; lebt und arbeitet in Berlin.

Die Stationen der persönlichen Entwicklung von Albert Merz sind zugleich solche der jüngsten Kunstgeschichte. Das Luzern seiner Anfänge stand ebenso im Zeichen einer international beachteten Innerschweizer Innerlichkeit wie Berlin, wohin er 1980 übersiedelte, mit den Neuen Wilden zu einem Zentrum der aktuellen Kunstszene wurde.
Jene spezifisch innerschweizerische, oft ein wenig grüblerische Mentalität, welche mit zeichnerischer Sensibilität die Tiefen mythischer Vergangenheit wie des eigenen Inneren erkundet – sie kann, menschlich wie künstlerisch, auch etwas Kleinlich-Beengendes an sich haben. Der Auf- und Ausbruch aus der Provinz nach Berlin wurde aus dieser Erfahrung heraus zur befreienden Begegnung mit der spontanen Lebenfreude der Großstadt ebenso wie mit der unkomplizierten Großzügigkeit ihrer Malerei. Doch dies bedeutet keineswegs einen Bruch mit dem Bisherigen.
So sind Elemente seiner Bildwelt die ”gewöhnlichen” Wesen und Dinge des großstädtischen Alltags ebenso wie die Zeugnisse von Mythos und Geschichte, deren Nachbarschaft dann auch jene symbolhafte Vieldeutigkeit verleiht. Und die oft rätselhaften Geschichten, die mit ihnen erzählt werden –wobei ihre Zeichenhaftigkeit eine solche erzählerische Haltung noch aktentuiert-, können sich in ihrer zeitlosen Gegenwärtigkeit ebensosehr im Dschungel der Großstadt ereignen wie in alten Sagen und Legenden geborgen sein – wobei solche Polaritäten immer wieder zu ihrem eigentlichen Inhalt werden: das Helle und das Dunkle, die Behausung und das Unterwegssein, der Mensch und die Natur. Und wenn neben der Innerschweiz und Berlin noch ein dritter geografischer Ort in diesem Künstlerleben bedeutsam wird, dann erscheint von den beiden ersten aus auch die Beziehung zu ihm ambivalent: Nach Italien führt die Innerschweizer Suche nach den eigenen mythischen Uranfängen (etwa in der Welt der Etrusker) ebenso wie die (nord)deutsche Sehnsucht nach dem ganz anderen.
(....aus Vorwort Martin Kraft, Katalog Albert Merz, 89, Berlin.)