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Art Basel 2004

GALERIE ERNST HILGER
 16.06. - 21.06.2004

 

Vernissage: am Dienstag, den 15. Juni 2004, um 17:00 Uhr


HIGHLIGHTS DER GALERIE ERNST HILGER
AN DER ART BASEL 35

Das Schwergewicht der Galerie Hilger an der Art Basel ist einmal mehr der Dialog klassischer Moderne, vertreten durch museale Werke von Pierre Alechinsky, Jiri Kolár, Mimmo Rotella und Erró, mit der österreichischen Moderne mit frühen Arbeiten von Hans Staudacher und erstmalig Peter Krawagna; dazu wesentliche Statements aus dem Bereich Contemporary Photography von Brian McKee und Angel Marcos. Beispiele aus der jungen Malerei zeigen wir mit Werken von Andreas Leikauf, Nikolaus Moser und Oliver Dorfer sowie konzeptionelle Arbeiten von Leo Zogmayer.

Angel Marcos Motive liefert das tägliche Leben. Die Fotografien werden theatralisch, barock anmutend inszeniert. Seine Protagonisten erscheinen wie in einer Parallelwelt umhüllt von poetischer Bildersprache auf der Suche nach "poetischen Neuentdeckungen". Angel Marcos sucht nach Authentizität. Die Idee ist nicht das Aufzeigen der Realität, welche die Fiktion imitiert. Die literarische Botschaft des Gezeigten wird als zusätzliche Information lesbar.

Brian McKee. Der 26j ährige amerikanische Fotokünstler reiste auf der Suche nach aktuellen historischen Schauplätzen in den letzten vier Jahren durch Amerika, Osteuropa sowie den Nahen und Fernen Osten. Er fotografiert Austragungsorte einzigartiger weltpolitischer und -gesellschaftlicher Zeitgeschehnisse. Der Künstler selbst sieht sich in der Rolle des visualisierenden Historikerauges, die Spuren von zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen festhaltend. Er reflektiert den Umgang mit schnelllebiger Wahrnehmung. Seine Sujets zeigen Architektur- und Landschaftsfragmente, welche auf zweitem Blick Zerstörungen, Verluste erkennen lassen.

Pierre Alechinskys (geb. 1927) wesentliches Augenmerk richtet sich auf den Malakt selbst, welcher sich als Schaffung von Ordnung im Chaos in Parallelen zur existentialistischen Philosophie äussert. Alechinsky gilt als Teil der holländisch-belgischen Cobra-Gruppe, die anfangs an Fautriers und Dubuffets Art brut anschliesst. Der Künstler visualisiert das Regellose, das Unkontrollierte in expressionistischer Manier. Das Charakteristische seiner Werke liegt in der eigens von ihm gestalteten Umrahmung. Aus seiner Begegnung mit der japanischen Kalligrafie sowie seinen Erfahrungen mit der Cobra-Bewegung schöpft er lebendig erscheinende Linien und Farben, einen organischen Rhythmus.

Erró nimmt wie ein Shakespeare eine historische Figur auf. Er lässt sie agieren. Er erfindet dazu, um die Persönlichkeit deutlicher zu definieren. Er überführt sie in Gestade, die vielleicht nicht ganz historisch, so sich aber doch als historisch mögliche als Optionen ereignet haben. Erró ist kein konjunktivischer Maler, sondern ein Präzisierer. Er malt mit Ausrufezeichen, manchmal zwei-, drei-, viermal Ausrufezeichen. Erró ist zugleich auch ein politisch denkender Künstler, der aber kein Moralist sein will, sondern als ein Denkender anerkannt wird, der seine Erkenntnisse durch Visualisierung ausdrückt.