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Erró

"Les années Pop, Collagen 1958 - 2001"

GALERIE ERNST HILGER
 24.08. - 22.09.2001

 

 

Vernissage: Donnerstag, 23. August, um 19:00 Uhr


Die GALERIE ERNST HILGER

zeigt

ERRÒDer isländische Maler Erró, der als 20jähriger Reykjavik verläßt, nach Oslo, später nach Italien geht und seit 1958 in Paris lebt, gehört zu jenen radikalen Künstlern, die im Laufe der 60er Jahre in Paris Gruppenausstellungen organisieren, welche die Kunstbetrachtung und die politische Position einer neuen Künstlergeneration der gesellschaftskritischen, gegenständlichen Kunst vertreten.

1968 malt er die schockierende, kritisch-realistische Bildserie "American Intérieur”, in der er die naiv-süsslichen, kitschigen amerikanischen Kleinbürgereinrichtungen mit den von Plakaten und Fernsehberichten, aus Zeitungen und Propagandabroschüren übernommenen Figuren der vietnamesischen Partisanen oder der chinesischen Volksarmee konfrontiert. Diese Bildserie veranschaulicht Errós Methodologie, bildnerische Klischees mit anderen bildnerischen Klischees zu konfrontieren.

Mit den Werkgruppen "Sex-Trémités” (1958-69) und "Retour d’USA” (1962-63) bezeugt er sein Interesse an der Kunstgeschichte. Die aus dem Jahr 1974 stammende Serie "Chinese Paintings” konfrontiert die verschiedenen Bildtopoi der westlichen und östlichen Propaganda, von den Erfolgsberichten der Eroberung des Weltalls bis zur Sozialisierung der Landwirtschaft und Kultur.

Der Name Erró ist untrennbar mit dem Begriff Pop Art verbunden. Von Anfang an versucht der Künstler, die Motive der neuen technischen Welt, vor allem Maschinen und Konstruktionen, in seine Darstellungen aufzunehmen. Ab Mitte der 60iger Jahre arbeitet Erró immer mehr mit den "vorfabrizierten” Bildern der illustrierten Comics, wobei er auch die Sprechblasen in die Kompositionen einbaut. Die einfachen, teils aggressiven und primitiven Texte manifestieren ein ebenso reduziertes und absichtlich manipuliertes Klischeesystem wie die Bilder selbst.

Es scheint die Technik der Collage besonders geeignet für diese frische, unmittelbare, provokative und aggressive Konfrontation unterschiedlicher Referenzen zu sein.

Erró zeigt uns die Welt gleichzeitig als diabolisch und grotesk, wobei die Klischees und Vorurteile, naive Verherrlichungen und schreckliche Erfahrungen die eindeutige, klare Orientierung unserer Wertsysteme und Weltanschauung fragwürdig machen.

(nach Lóránd Hegyis "Erró, der Jongleur der alltäglichen Mythologien’”)

BIOGRAFIE
1932 in Olafsvik, Island als Gudmundur Gudmundsson geboren
1949-53 Studium an der Kunstakademie Reykjavik und Oslo
1953-54 Studienreisen nach Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien
1955-57 Kunstakademie in Florenz, Aufenthalt in Israel
Lebt und arbeitet seit 1958 in Paris
Zahlreiche internationale Einzel- sowie Gruppenausstellungen