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Hans Staudacher

Eine Auswahl

GALERIE ERNST HILGER
 23. September - 19. Oktober 2000

 

Eröffnung: Freitag, 22. September, 19 - 21 Uhr


Das Lyrische Informel

"... Das Werk Staudachers ist,..., eingebunden in eine europäische Entwicklung, die nach der geistigen Unterdrückung im 1000-jährigen Reich mit seiner Massenideologie einen künstlerischen Ausdruck der persönlichen Freiheit und des Individuums suchte. Die Avantgarde, die Abstrakten, nahmen durchwegs Bezug auf die unterbrochene Kunstentwicklung der Moderne Anfang des Jahrhunderts. Die Transponierung der gegenständlichen Welt in eine reine Sinnessprache war ja grundlegend formuliert und deutete sich schon etwa im Impressionismus, im Kubismus bis zum Expressionismus an. Die "seelische Komponente", die Körpersprache und Theatralik der künstlerischen Aussage war in Österreich bekannterweise seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur in der bildenden Kunst besonders groß und ist markiert von Künstlern wie Kokoschka, Schiele und Gerstl. Heute kann gesagt werden, daß auch nach dem Krieg diese österreichische Tendenz in viel höherem Maße als im Ausland Entsprechung fand, sei es etwa durch die Wiener Aktionisten oder durch die automatische bzw. Blindmalerei von Arnulf Rainer. Staudacher fügt seine explosionsartigen Malprozesse hinzu, dabei fehlt ihm weitgehend die existenzialistische Schwermut vieler Kollegen. Trotz aller Abstraktion bleibt Staudachers Inspirationsquelle die Natur. Dabei begreift er diese nicht im herkömmlichen Sinn, sondern als Prinzip: das erstmals erzeugte Chaos dient als bewußte Informationsquelle für den weiteren Handlungsablauf und bietet ein überraschendes Vordringen mit künstlerischen Mitteln in eine Dimension, die vorher noch nicht erreicht werden konnte. Natur als rhythmische, multiple, ständig im Erscheinen wechselnde, schwingende und reagierende Kraft, an deren Wesen zu ergründen Staudacher, wie die Arbeiten der letzten Zeit zeigen, mit neuen Ideen, aber mit ursprünglicher musikalischer Spontaneität weiterarbeitet. ..." (Dr. Gerwald Sonnberger, Die Kraft der 50er, in: Hans Staudacher, Wien, 1997)