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Sarah Rahbar

I have no faith left for the devil to take

HILGER modern
  20.05. - 17.06.2011

Vernissage: am Donnerstag , dem 19. Mai 2011, um 19 Uhr


Ein wesentlicher Aspekt von Sara Rahbars Arbeit liegt darin, den Diskurs zwischen Geschichtlichem und Ästhetischem zu ermöglichen. Auf eigenwillige Art und Weise gelingt es ihr, Kunst – nicht nur im Rahmen neuerer Möglichkeiten, wie Video und Performance, sondern auch mit wiederbelebten traditionellen Medien - auf gesellschaftliches und politisches Terrain zu manövrieren. Durch den Einsatz von Flaggen, photographischen Kompositionen und der kürzlich erfolgten Zuwendung zu Hybridformen, in denen sich der Fokus weg von Flaggen und hin zu Planen und Rucksäcken der U.S.-Armee verschiebt, erschließt sie neue Zugänge zu Vergangenem. Sie kreiert dadurch Verbindungen, die über das Individuelle, Moralische, Soziale und Politische hinausgehen; nämlich eine künstlerisches Verhältnis, das von einer Ästhetik gekennzeichnet ist, die sich „immer in der Mitte, zwischen den Dingen, in wechselseitiger Verbindung, im Zwischenspiel“ gestaltet.

Ihre Werke sind von der speziellen Energie durchzogen, die den verwendeten historisch vorbesetzen Materialien und Symbolen anhaftet. Sie thematisiert Phänomene der Entwurzelung, der erlebten Enttäuschung im „gelobten Land“ und gesellschaftlicher Veränderung, aber auch Krieg, Trauma und daraus entstandene Narben; Motive, die oftmals ihrem Erlebten entsprechen. Obwohl ihre Arbeiten politisch konnotiert sind, weisen sie stets einen sehr persönlichen und behutsamen Zugang in der Darstellung individueller Erinnerungen auf. Ihre Arbeiten laden zur Reflexion über Kunst und die ihrer anhaftenden Fähigkeit, das innerhalb gewisser Normen stattfindende bürgerliche Leben zu beeinflussen.
Sie spielt damit auf Normen an, die nicht nur politischer Ausdruck dessen sind, worin sich Form der Intention und Ausführung zu unterwerfen hat, sondern vielmehr die Verbindung ebendieses Ausdrucks mit visueller Formalisierung darstellen. Ästhetik und daraus abgeleitet, das Wahrnehmen von Schönheit, stellen so den politischen Diskurs in eine Zeit, die das Unmittelbare der Gegenwart überschreitet und in der sich lokaler Kontext mit universellem Raum vereint.