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Oliver Dorfer

the palemoon-, pulp-, and other projects

GALERIE HILGER
 
29.09. - 07.11.2009

Vernissage: am Dienstag, den 06. Oktober 2009, 19:30 Uhr
Eröffnung: Shaheen Merali
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.
Zur Ausstellung erscheint ein neuer Katalog


Über die Arbeit eines Künstlers zu schreiben ist immer schwierig – den richtigen Ton zu treffen, um die Komplexität des Themas auf ein Minimum zu reduzieren. „Ein gelungenes Bild enthält ein gerütteltes Maß an rein visueller Information, die sich der Ausschlachtung durch die Sprache entziehen sollte“ (Oliver Dorfer, 2009). Der Versuch eines erklärenden, sinnstiftenden Einblicks - Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Im Fall von Oliver Dorfers Arbeiten ist diese Aussage mehr als zutreffend. Dorfers Bilder sollen für sich selbst sprechen - mittels ihrer eigenen Bildsprache, einer Syntax bestehend aus Zeichen aus der Welt des Films, des Comics, des Graphic Designs und anderen popkulturellen Einflüssen, die ihm als Rohmaterial für seine Arbeiten dienen. Die Ausstellung bietet einen Überblick über die einzelnen sich parallel entwickelnden Bildserien, die der Künstler als Projekte (projects) bezeichnet. Seine neuen Arbeiten versieht Oliver Dorfer mit der Bezeichnung condensed graphic novel und bezieht sich damit ironisch auf den - im angloamerikanischen Raum verwendeten - Begriff graphic novel (illustrierte Roman/ Comicroman). Der Unterschied zu Film und Comic ist jedoch, dass die Bildkader nicht an einander gereiht sind, sondern Interferenzen durch das Übereinanderlegen der einzelnen Ebenen entstehen. Gerade diese Überlappungen machen das Bild zu dem was es ist – eine Art Mehrfachbelichtung. Dorfer akkumuliert und transformiert Bildressourcen und bedient sich dabei vielfältigster Gestaltungsmöglichkeiten, die der Malerei zur Verfügung stehen. In seiner nun fast zwei Jahrzehnte währenden künstlerischen Schaffenskarriere hat er eine prägnante und unverwechselbare Bildsprache kreiert. Seine Kombinationen aus unterschiedlichen Zeichen und Symbolen wecken Assoziationen, entziehen sich jedoch einer eindeutigen Lesbarkeit – ein Effekt, der von dem Künstler durchaus gewollt ist. Er kombiniert klassische Malerei – ein ewig währendes und geschichtsträchtiges Medium - mit der in Verruf geratenen Retro-Technik der Hinterglasmalerei (in seinem Fall Acryl auf Acryl) und mit Eindrücken und Symbolen aus der Popkultur, die im Gegenzug zur Klassik das Gefühl des schnell Vergänglichen in einer medialen Welt vermitteln.

To write about this work is always difficult – to meet the right tone in order to reduce the complexity of the theme to a minimum. “A successful image contains a shaken measure of visual information, which should elude itself from the cannibalisation of language.” (Oliver Dorfer, 2009) The attempt of a meaningful, explanatory insight: A picture says more than a thousand words. In the case of Oliver Dorfer’s work, this saying is more than appropriate. Dorfer’s pictures should speak for themselves – by means of their own picture language, a syntax established out of signs from the world of films, comics, graphic designs and other pop culture influences that serve as the raw material for his work. The exhibition features an overview of the individual, parallel developing picture series that the artist describes as projects. Oliver Dorfer provides his new works with the description condensed graphic novel, thus ironically referencing the term graphic novel used in the Anglo-American world. The difference between film and comic is however that the comic strips are not ordered next to one another, but rather overlaid, creating interferences through the overlapping of the individual plains. This overlapping forms the essence of the picture – a type of multiple exposure. Dorfer accumulates and transforms picture sources and utilises multifaceted design arrangements that are available to the paintings. In his now almost two-decade career as an artistic, he has created a concise and distinctive picture language. His combination of different signs and symbols awaken associations, which however elude definite legibility – an effect that is desired by the artist. He combines classical painting, an eternal, perpetual and historically rich medium, with the discredited retro-technique of reverse-glass painting (acrylic on acrylic in his case) as well as with impressions and symbols from pop culture, which in return to the classics conveys the feeling of the rapid transience in a world of media.


Oliver Dorfer, The pulpproject/saveasmona, 2009, Acryl auf Acryl, 200 x 200 cm