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Massimo Vitali

Disturbances of reality

GALERIE HILGER
 
24.06. - 31.07.2009

Vernissage: am Dienstag, den 23. Juni 2009, um 19:30 Uhr
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.


Der italienische Fotograf Massimo Vitali beschäftigt sich in seinen großformatigen Arbeiten mit dem sozialen Geschehen an Orten der Freizeit – und der Konsumkultur. In einer einfachen und direkten Sprache wird der Betrachter mit überfüllten Stränden, dicht bevölkerten Discos, Einkaufszentren, Freizeitparks oder Supermärkten konfrontiert. Ausgebildet als Fotograf am London College of Printing, arbeitete der 1944 in Como, Italien geborene Künstler zuerst jahrelang als Fotojournalist, bis er sich Anfang der 1980er - mit wachsendem Zweifel an der Fähigkeit der Fotografie auch die feinsten Nuancen der Wirklichkeit adäquat zu reproduzieren – als Kameramann den bewegten Bildern von Film und Fernsehen zuwandte. Zu Beginn der 1990er kehrte er jedoch zurück zur Fotografie, diesmal aber sah er in ihr ein ‚Medium der künstlerischen Forschung’ und nicht die strikte Realitätswiedergabe, wie es die Grundmaxime des Fotojournalismus ist. Am Rande des Voyeurismus spiegelt er mit seinen analogen Fotografien die Realität ohne jegliche Verschönerung durch eine Bildüberarbeitung wider. Es sind allein gestalterische Mittel, mit denen er seine fast surrealen Effekte erzielt: so platziert er den Horizont im oberen Drittel des Bildes und erreicht somit einen unendlich erscheinenden Tiefenzug. Und genau hierin liegt einer der wesentlichen Reize seiner Arbeiten – wir wissen, dass wir nicht Computer generierte oder manipulierte Ansichten menschlichen Miteinanders vor uns haben, sondern Wiedergaben der Realität.

The large-format works by the Italian photographer Massimo Vitali address the social scene in locations relating to leisure – and to consumer culture. The observer is confronted with overfilled beaches, thickly populated discos, shopping centres, leisure parks and supermarkets, expressed in a simple and direct idiom. The artist was born in Como in 1944 and trained as a photographer at the London College of Printing. He first worked for some years as a journalist until in the early eighties he began to doubt photography’s ability adequately to reproduce the finest nuances of reality and, as a cameraman, turned to the moving pictures of film and television. Nevertheless, he returned to photography in the early 1990s; this time, however, he saw in it a “medium of artistic research” and not the strict reproduction of reality – the fundamental maxim of photographic journalism. His analogue photographs, verging on voyeurism, reflect reality without any enhancement by touching up or editing the pictures. The only methods he uses are compositional, hence he attains an almost surreal effect: for instance, he places the horizon in the top third of the picture, thus achieving a seemingly infinite sense of depth. And herein lies one of the main fascinations of his works – we know the people before us are not computer-generated or manipulated views of human togetherness, but a reflection of reality.


Massimo Vitali, #2505 Frigidoferragosto, c-print. diasec on alu, ed.6, 220x180 cm