Ausstellungsliste nach Galerien
 Ausstellungsliste nach Künstlern

Manfred Peckl

Alles wird gut

GALERIE HILGER
 
27.03. - 23.04.2009

Vernissage: am Donnerstag, den 26. März 2009, um 19:30 Uhr
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.


In Manfred Peckl´ s großformatigen Collagen wird die Karte zum Material. Aus herkömmlichen Geografieatlanten entnimmt Peckl Landkarten, Weltkarten, Sternenkarten und zerschnitzelt sie in kleinste Bestandteile, um Zehntausende von Papierstreifen anschließend zu einem neuen Bild zusammen zu setzen. Unter Material versteht man gemeinhin die physische Stofflichkeit, durch die ein Kunstwerk Gestalt und Form annimmt, ja wird, und die als gegenständliche Beschaffenheit ästhetische Qualitäten vermittelt, die sich nicht rein visuell, sondern vielmehr körperlich der Gesamtheit der Sinne erschließen. Naturstoffe, Industrieprodukte, der menschliche Leib, Müll oder Licht – nahezu alles kann zum Material der Kunst werden. Aber lässt sich in diesem Sinne auch von der Karte als Material sprechen? Die Karte ist ja nicht nur die Zeichnung oder der farbige Druck auf dem Papier. Sie ist eine Kulturtechnik, in der sich symbolische Abstraktionsfähigkeiten, naturwissenschaftliche Erkenntnisse und technische Anwendungen miteinander verbinden, um die Welt als Topografie zuhanden werden zu lassen. Insofern ist es angebracht, sich zumindest in einem kurzen Exkurs zu vergegenwärtigen, welche Abstraktionsprozesse der Kartierung als Kulturtechnik zu Grunde liegen. (Stefanie Stallschus&Bernd Ternes)

Maps are the material of Manfred Peckl’s large-sized collages maps. He takes world maps and sky maps from conventional geography atlases and cuts them into minute pieces, which he then puts together into a new picture, by gluing together ten thousands of paper bits. When one speaks of materials, one commonly understands this to mean physical texture that will lend and give an artwork shape and form and that communicates aesthetic qualities, on account of the characteristics of its material. The onlooker perceives it not only visually but also physically, with the totality of his/her senses. Natural materials, industrial products, the human body, refuse or light – artists will use almost anything as a material. Yet, can we consider maps also as a material according to this definition? Maps are not only a drawing, or a colorful print on paper. They are also a cultural technique, which combines skills to abstract symbols, scientific findings and technical applications in order to make the world appear as topography. It is therefore appropriate to – at least – bear in mind with a few thoughts which processes of abstraction are at the basis of this cultural technique of charting maps.


Manfred Peckl, Alles wird gut, 2008, Papier, Holz, uv Lack, 173 x 206 cm