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Sara Rahbar

Love arrived and how red, recent works

GALERIE HILGER
 
25.02. - 21.03.2009

Vernissage: am Dienstag, den 24. Februar 2009, um 19:30 Uhr
Die Künstlerin ist bei der Eröffnung anwesend.


Eines der Schlüsselmotive/-objekte, welches beständig in den Werken von Sara Rahbar wiederkehrt und den Hauptteil ihrer Arbeiten bildet, ist ein Objekt, das bereits seit 4.000 Jahren besteht. Die Fahne, eine der ältesten bekannten Zeichen für Nationalismus und Zugehörigkeit, wird unter ihren kreativen Händen zur Basis ihrer gewebten Bilder. Auf dieser Grundlage platziert sie Symbole, welche sie beim Stöbern durch die Reste des Exodus findet, wo feine Stoffe und Stickereien letztendlich enden - auf Flohmärkten und in abgelegenen Zubehörlagern. Ihre dramatische Fotoserie Love arrived & how red könnte man vielleicht mit Hilfe von Annahmen als Bezugnahme des Titels auf die traditionellen gesellschaftlichen Horrorvorstellungen von einer jungfräulichen Braut interpretieren. Jedoch wäre dies eine zu symbolische Interpretation einer so umfangreichen, vielschichtigen Serie von inszenierten Begegnungen zwischen den Protagonisten. Diese verstörende Serie von Arbeiten, mit ihrer nationalistischen Kodierung und Symbolik, erlaubt es dem Publikum, sich von der Dominanz des Genres an Informationen, welches das begrenzte Feld des Patriotismus strukturiert, gefangen nehmen zu lassen. Die Verbindung von Moderne und militaristischen Mitteln, sowie der verletzten, zerborstenen und konfliktreichen Ambivalenz zwischen den Geschlechtern fasziniert uns mit der Dualität der Zugehörigkeit, die beständig innerhalb der Vektoren agiert, welche zwischen der Banalität des Bösen und die Auslöschung des Lebens wechselt.

One of the key images/objects that is repetitively used by Sara Rahbar and which forms “the main” body of her work has been an object that has been around for the last 4.000 years. The flag, one of the oldest recognizable symbols of nationalism and belonging, in her spirited hands becomes a foundation for woven paintings, a base upon which to place the accumulated denotations that she rummages through; remnants of the exodus, where ultimately refined textiles and embroideries end up – the flea markets and remote accessory depositories. Her dramatic photographic work, Love arrived & how red, could be read, reasonably and by assumption, in the title’s reference to traditional societies’ horrific expectation of a virgin bride, but this would be a symbolic reading of such a rich, convoluted series of performed contacts between the two protagonists. This bewildering set of works, with its nationalist codes and symbols, allows the audience to be captivated by the dominance of the genre of information which structures the restricted field of patriotism. Connecting modernity to militaristic agency and the violated, cracked, conflictive ambivalence between the genders – it mesmerizes us with the duality of belonging that consistently works within the vectors which modulate between the banality of evil and the erasure of life.

(Text: Shaheen Merali)


Sara Rahbar, Flag 30, „Between us and the breeze”, 2008, textiles, mixed media