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Erik Binder

Panta rhei

GALERIE HILGER
 
21.01. - 19.02.2009

Vernissage: am Dienstag, den 20. Jänner 2009, um 19:30 Uhr
Der Künstler ist bei der Vernissage anwesend.


Panta rhei! Das ist meine Definition von Stil. Es ist auch die Überschrift auf verschiedenen, mit Aerosoldosen gesprayten Bildern, die ich Ende Februar 2007 zu malen begann. Die Technik beruht auf meiner früheren Erfahrung mit der Graffiti-Kunst, aber bei diesem Stil zerlaufen die Farben und bilden Tropfen. Sie steht in einem gewissen Widerspruch zu den perfekten Meisterwerken der Könige der Graffitikunst. Wenn ich den Zwang dieses beruflichen Perfektionismus überwinde, eröffnet sich mir der Freiraum eines glücklichen Idiotismus. Es geht hier mehr um einen expressionistischen, brutal sensiblen Punk. Ich mag den dynamischen Aspekt der ineinander fließenden Farben, den man in diesen statischen Bildern findet. Er erinnert mich an den Satz des Heraklit von Ephesos: Panta rhei! (Alles fließt … fließt … fließt). Wie ein Fluss, wie Regen, Tränen und Zeit, oder Sperma oder Pisse … oder Flüchtigkeit. Man kann es auch als rohe Graffiti-Kunst bezeichnen. Das war die Grundlage und mir gefiel bei der Arbeit, dass ich eine Art von glücklicher Idiot war, und ich schuf spontane Kompositionen auf Papier und jetzt auch auf großer Leinwand. Wenn ich male, kommt es mir so vor, als ob ich ein Fernsehbild, das zuerst nur eine grobe Körnung/Geräusche zeigt, scharf einstelle, bis ich schließlich ein Programm voll im Bild habe. Die vulkanische Aussage über die Ausbrüche des glücklichen Idioten steht im Gegensatz zur Gegenwart des Heraklit auf diesen Bildern, die vielen etwas depressiv erschien.“ Eric Binder Eric Binder hat die Slowakische Republik im Jahr 2003 bei der Biennale von Venedig vertreten, er wird bereits zum zweiten Mal im hilger contemporary gezeigt.

Panta rhei! This is my self definition of style & the headline of various aerosol-cans paintings, which I began to create at the end of February 2007. The technique is based on my past experience with graffiti art, but this style is full of drips and sags and is in a certain opposition to the perfect masterpieces of graffiti-art kings. The overcome a bondage of this kind of professional perfectionism opens for me a free space of lucky idiotism. This is more of an expressionist, brutally sensitive punk. I like the dynamic aspect of interflowing colors which is present in these static pictures. It reminds me of the sentence by Heraclitus of Ephesus: Panta rhei! (Everything flows … flows… flows) Like a river, like rain, tears and time or sperm or piss… or passing. You can also call it graffiti art-brut. On this basis, when at this work, I enjoyed being a kind of lucky idiot and I created spontaneous compositions on paper and now on big canvas. When I paint, - I always feel like as thought – I am tuning a TV picture from misty granulations/noise to a sharp picture of a finally captured broadcast. The volcanic statement of lucky idiot eruptions is in contrast – to the presence of heraclitus in these paintings, which many people felt to be somehow depressing.” The representative of the Slovak Republic at the 2003 Biennale in Venice, the artist Erik Binder, will be shown at hilger contemporary for the second time already.


Erik Binder, Panta Rhei 3, 2008, Aerosol on Canvas, 200 x 300 cm