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Art Chicago

The Merchandise Mart, 12th Floor and Main Lobby

GALERIE HILGER
 
25.04. - 28.04.2008

     


„Landschaft und Zeit waren auch das Thema vieler spaeterer Werke von Gerrard, fuer deren Herstellung er und sein oesterreichsches Team im Einzelfall bis zu 6 Monaten benoetigen koennen .... ‚Dust Storm (Dalhart, Texas, USA)’, welches bei der Gruppenausstellung im letzten Sommer in der Marian Goodmann Gallery in New York zu sehen war, ruft ebenfalls oekologische Assoziationen hervor. Bei der Animation aus dem Jahr 2007 baut sich der verhaeangnisvolle Sturm am laendlichen Horizont ueber dem Gruenland auf. Die Panoramawirkung des Werkes stammt von den Fotografien, die der Kuenstler vor Ort angefertigt hat, das Bild des Sturms von archivierten Fotos der Dust Bowl aus den Dreissigerjahren, der ein Zusammenwirken von saisonal bedingter Trockenheit und ruecksichtsloser Expansion des Ackerbaus war, welche durch die mit fossilem Kraftstoff betriebenen landwirtschaftlichen Geraete ermoeglicht wurde. Gerrard schuf aber den Algorithmus, welcher das Wirbeln der dunklen Wolke bestimmt. Dafuer studierte er das Video ueber einen Sandsturm in der Provinz Anbar im Irak, das ein amerikanischer Soldat angefertigt hatte. Es ist eine seltsame Umkehr der Dinge, dass mit ‚Dust Storm’ und unserer heutigen Gier nach Erdoel und der damit einhergehenden Blindheit fuer ihre Auswirkungen auf die Welt eine historische Katastrophe gezeigt wird, die in der Panhandle im Heimatstaat von George W. Bush stattfand – eine Katastrophe, die ebenso vom Erdoel, von Gier und dem geflissentlichen Uebersehen der Konsequenzen verursacht wurde.“

Introducing: John Gerrard von Joseph Wolin, aus der Novembernummer 2007 von Modern Painters.

'Landscape and time have remained the subjects of many of Gerrard’s subsequent works, each of which can take him and his Austrian team up to six months to design....
Dust Storm (Dalhart, Texas, USA)—seen in the group show last summer at Marian Goodman Gallery in New York—similarly invokes ecology.
In the 2007 animation, an ominous tempest looms on the horizon of a rural grassland. The work’s panoramic view comes from photographs the artist shot on location, the image of the storm from 1930s archival photos of the Dust Bowl, which resulted from the confluence of cyclical drought and the reckless expansion of
agricultural activity made possible by fossil fuel–powered farm equipment.
But Gerrard devised the algorithm that defines the dark cloud’s roiling by looking at video of a dust storm in Anbar Province in Iraq, taken by an American soldier. In a strange reversal,
Dust Storm makes our contemporary thirst for oil, and an attendant blindness to its effects on the world, animate a historic catastrophe in the panhandle of George W. Bush’s home state,
a disaster that was likewise driven by oil, rapaciousness, and willful ignorance of the consequences'.

Introducing: John Gerrard by Joseph Wolin from the November 2007 issue of Modern Painters.

Exhibition: John Gerrard Temple Bar Gallery & Studios: April 12 – May 24, 2008

 

Daniele Buetti (*1955 in Freiburg, Schweiz) erhebt in sich ruhende, menschliche Koerper oder zeichenhaft operierende Haende zu Bildhelden, anhand derer die einzelnen Bilder in passive und aktive geschieden werden koennen. Manche Koerper tauchen aus dem zwischen Grau, Braun und Gruen changierenden Umraum auf oder sie sind nur schemenhaft in der Ferne hinter einem Schleier zu lokalisieren. Andere verweigern dem Betrachter aufgrund eines gesenkten Kopfes mit geschlossenen Augen jedweden Blickkontakt. Trotz dieser zurueckweichenden respektive introvertierten Koerpersprache wird der Bildraum von ihnen raetselhaft bestimmt; wirkt er in seiner reduzierten Bildsprache aufgeladen. Es sind vor allem die weissen Punkte, die Lichtreflexen aehnlich, in Kraenzen und Wirbeln mit wolkenartigen Formen und organischen Gebilden die koerperliche Praesenz abstrahieren und mit einer Aura versehen.

Daniele Buetti (b. 1955 in Freiburg, Switzerland) exalts serene human bodies or symbolically gesturing hands into heroic images, which can be used to separate the individual pictures into passive and active. Some bodies emerge out of the ambience, iridescent between grey, brown and green, or are only schematically localised behind a veil in a distance. Others with lowered head and closed eyes deny the onlooker any kind of eye contact. Despite this recoiling and introverted body language, the picture space is steered into the enigmatic by the figures, charged in effect in its reduced imagery. Above all the white points, like light reflexes, wreathing and eddying in cloud-like forms and organic configurations, abstract the physical presence and lend it aura.

 

Oliver Dorfer (geb 1963 in Linz, Oesterreich) repraesentiert in der oesterreichischen Gegenwartskunst eine Position, die Traditionen einer motivorientierten Bildsprache der 1980er Jahre mit einer hohen Sensibilitaet fuer optische Systeme aktueller kuenstlerischer Erscheinungsformen verbindet. Er arbeitet an der Spannung zwischen der Allgemeingueltigkeit einfachster Geschichten und der komplexen Verschraenkung von Zeichen in unserer "Bild-Medien-Gesellschaft". In seinen neuen Arbeiten formen sich wenige, immer wiederkehrende praegnante Bilderzeichen zu Logos, Icons und Piktogrammen und erzeugen so eine unverwechselbare Bildsprache. Obwohl Oliver Dorfer mit Pinsel und Acryl auf Kunststoffgrund arbeitet, spricht der Kuenstler nicht von Malerei sondern dem Generieren von "pics" oder "visuals" und verweist in Comic-haft anmutenden Bilderfolgen auf die Erzaehlformen von Comic, Pop und Trash.

Oliver Dorfer (b. 1963 in Linz, Austria) presents a position within the Austrian contemporary art, which connects the motif-orientated language of pictures of the 1980th with a high sensibility for optical systems of current artistic forms of appearances. He works on the tension between universal validity of the simplest story and the complex interleave of signs of our "pic-media-society". His new works show few recurring motives, which form logos, icons and piktograms, and create his distinctive visual language. Although he works traditional with brush and acryl on plastic, he talks about his paintings as "pics" or "visuals" and refers with his picture series in comic style on narations of comics, pop und trash.

 

Unter dem Titel China schliesst Angel Marcos (Medina del Campo, Valladolid, 1955) eine Trilogie ab, mit der er vor sechs Jahren in New York begann und die er in Havanna im Jahr 2004 fortsetzte. Obwohl sich die Orte deutlich voneinander unterscheiden, um-kreisen die Bilder die gleichen konzeptuellen Parameter – die von Werbung und Propaganda getragenen Interaktionen zwischen der urbanen Bevoelkerung und den Stadtpolitikern. Durch Erkundung der Stadt-zentren und Vororte von Beijing, Hong Kong und Shanghai beleuchtet der Kuenstler die Gegensaetze zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, zwischen Tradition und Moderne; dabei bedient er sich der Werbung, divergierender Architekturen und des Aufeinanderprallens unterschiedlicher Stadtstrukturen. Das Ergebnis ist ein weit- reichendes Projekt, das Fotografien und Videoarbeiten umfasst – ein Fenster, das uns den Blick auf Angel Marcos’ persoenliche Interpretation des heutigen Chinas ermoeg- licht.

Under the title China, Angel Marcos (Medina del Campo, Valladolid, 1955) rounds off a trilogy he began six years earlier in New York and continued in Havana in 2004. Though the locations are entirely different, the images revolve around the same conceptual parameter: the conversation between the city’s population and the powers that govern it through advertising and propaganda. Exploring both the city centres and the suburbs of Beijing, Hong Kong, and Shanghai, the artist captures the contrast between past and present, tradition and modernity through publicity, contrasting architectures and the clash of metropolitan landscapes. The result is a broad-reaching project that includes photography and video; a window onto Angel Marcos’ personal take on today’s China.

 

Der Fotograf Massimo Vitali wurde 1944 in Como geboren und studierte Fotografie in Milan und London. Im Mittelpunkt des kuenstlerischen Interesses des italienischen Fotokuenstler Massimo Vitali steht das soziale Geschehen an Orten der Freizeit- und Konsumkultur. Vitali verweilt bis zur Aufnahme lange Zeit auf einem vier bis fuenf Meter hohen Podest, wodurch auch die abgelichteten Personen unbeeindruckt von der Anwesenheit der Kamera erscheinen. Am Rande des Voyeurismus spiegelt er die Realitaet ohne jegliche Verschoenerung durch eine Bildueberarbeitung wider. In einer einfachen und direkten Sprache sieht sich der Betrachter mit ueberfuellten Straenden, dicht bevoelkerten Discos, Einkaufszentren, Freizeitparks und Supermaerkten auf riesigen Fotoarbeiten konfrontiert. Vitalis Fotoarbeiten koennen als unverwechselbare, detailgenaue Ereignisfotos charakterisiert werden, die sich einerseits durch die Einfluesse seiner jahrelangen Taetigkeit als Fotojournalist auszeichnen und andererseits entsprechend seiner kuenstlerischen Ausbildung bewusst Anleihen bei der Historienmalerei nehmen.

The photographer Massimo Vitali was born in Como in 1944 and studied photography in Milan and London. He has been working exclusively in photography for 25 years. In the focus of Massimo Vitali’s artistic interest stands the social ongoing at places of leisure and consumerism. Till the shoot he dwells for a while on a platform of 4 to 5 metres high so that the mugged people look as if they are unaware of the presence of the camera. On the brink of voyeurism his photos show reality without any beautification by a revision. In its simple and straight way of representation the viewer is confronted with crowded beaches, densely populated discos, shopping centres, leisure parks and supermarkets on enormous photos. They are unmistakable, detailed event-photos which show the influences of his long lasting work as a photographer as well as they bear resemblances to history painting