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Brian McKee

Structural Memory

GALERIE HILGER
 
11.04. - 10.05.2008

Vernissage: Donnerstag, 10. April 2008, 19:30 Uhr


Vladimir Velickovic meint, dass die Grundelemente der Malerei im Menschen selbst zu finden sind. Das Temperament, der Charakter, die Optik, die Einstellung, das kulturelle Erbe – all dies spielt mit beim Erschaffen eines Werkes und ist Teil dessen. Genau wie die Geschichte – die uns zu dem macht, was wir sind. Die Gewalt im wahren Leben, die brutale Realität sind für den Künstler Vladimir Velickovic eine Doppelbelastung. Die Konsequenzen von Krieg und Gewalt sind für ihn omnipräsent – furchterregend und bedrückend. Velickovic gehört einer Generation an, die mit der Gewalt aufgewachsen ist und in gewisser Maßen auch mit dieser kokettiert. Man wacht im Angesicht der tragischen Szenarien auf, man geht mit den traumatischen Erinnerungen schlafen. Man kann sie nicht abschütteln. Wie soll der Mensch, der Künstler mit der Gewalt und der Grausamkeit umgehen? Soll er sich mit ihr beschäftigen, mit ihr leben, dagegen ankämpfen, sie negieren oder seine Form der Bewältigung finden. Für Velickovic ist die Malerei das Medium um diesem Schmerz Ausdruck zu verleihen. Der Schmerz manifestiert sich in seiner Malerei, die noch grausamer, schonungsloser und unbarmherziger als die Realität ist. Der Künstler in und hinter diesen Bildern fungiert mitunter selbst als Aggressor, als Angreifer. Er greift die Leinwand beladen mit schrecklichen Kopfbildern, die mittels Farbe sichtbar gemacht werden, an. Für ihn ist die Malerei eben kein "fauteuil confortable" (gemütliches Fauteuil) wie für Matisse, sondern eine kritische Auseinandersetzung mit der Grausamkeit des realen Lebens. Sein Leitbild ist Alain Jouffroy Zitat, "derrière toute image, il y a une guerre réelle" (hinter jedem Bild befindet sich ein reeller Kampf). Genau in diesem Krieg, der von Bild zu Bild weitergeht, befindet sich Velickovic. Es beschäftigt ihn und ist Teil seines künstlerischen Schaffens und seines Alltags. Die Protagonisten seiner Werke sind Tiere und Körper. Er verwendet hauptsächlich Grautöne und Schwarz untermalt mit blutroter Farbe. Der Tod spielt eine große Rolle in seinen Arbeiten, welche die Leidensgeschichte seines Landes widerspiegeln. Vladimir Velickovic (1935 in Belgrad, Serbien, ehemaliges Jugoslawien, geboren) ist einer der berühmtesten zeitgenössischen serbischen Maler. Er machte seinen Abschluss an der Architekturfakultät an der Belgrader Universität. Zwischen 1963 bis 1966 war er Assistent in Krsto Hegedušić's Master workshop in Zagreb, Kroatien. 1966 zog er nach Paris. Im Jahr 1983 Berufung als Professor an die École Nationale Superièure des Beaux Arts in Paris, wo er bis 2000 blieb. Seit 1951 wesentliche Ausstellungen in Europa und Nordamerika.