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PULSE New York

Booth B-3

GALERIE HILGER
 
27.03. - 30.03.2008

Vernissage: am Donnerstag, dem 28. Februar 2008, 19:30 Uhr


Third Edition of PULSE New York to be held at Pier 40
Thursday, March 27 Sunday, March 30

FAIR HOURS:
Thursday March 27 12 - 8pm
Friday March 28 12 - 8pm
Saturday March 29 12 - 8pm
Sunday March 30 12 - 5pm

IIvana Franke, Untitled, 2007, Aluminium frame, fishing line, LED lamp, 95 x 10 cm

Unsere Wahrnehmung baut auf drei Dimensionen auf, die wir einem physischen Raum zuordnen. Sie spielen eine fundamentale Rolle fuer unser Verstaendnis fuer die uns umgebenden Welt. Wir nehmen sie nicht wirklich wahr, aber sie bilden den Rahmen, den stets vorhandenen Hintergrund, vor dem wir Ereignisse wahrnehmen. Sie sind der Blickwinkel, von dem aus wir unsere Beobachtungen anstellen. Sie bilden ein Achsensystem, zu dem wir unsere Position in Bezug stellen und messen koennen und von dem aus wir alle Punkte in unserer Umgebung positionieren und bewegen, aber auch orientieren koennen. Wir projizieren fuer gewoehnlich (automatisch, unbewusst?) die orthogonale Matrix auf unsere Umgebung. So schaffen wir uns ein Bezugssystem, das weitgehend vorgibt, wie wir unsere Umgebung erforschen koennen. Es gibt verschiedene Methoden mit unterschiedlichen Parametern, um einen dreidimensionalen Raum zweidimensional darzustellen, die zu seiner konzeptuellen Erforschung angewandt werden koennen. Vielleicht koennten wir unterschiedliche Bezugssysteme verwenden, um in unserem Kopf einen physischen Raum dreidimensional darzustellen. Ivana Franke

In our perception there are 3 dimensions, which we ascribe to a physical space. They play a fundamental role in our comprehension of the world around us. We actually do not perceive them but they form the frame, the a priori background in which we perceive events and the perspective from which we observe. They form a set of axes relative to which we can measure our position and position and motion of all points in a surrounding, as well as their orientation. We (automatically, unconsciously?) project usually the orthogonal grid on our surroundings which then creates our frame of reference that largely defines the way in which we can investigate it. There are different methods with different parameters for 2-dimensional renderings of a 3-dimensional space that can be used to explore it conceptually. Ivana Franke

Asgar/Gabriel, Keine Sorge, uns geht´s gut, 2007, oil on molino, 220x450 cm

Angesichts der Bilderflut, die taeglich ueber uns hereinbricht, steht am Anfang jeder unserer Arbeiten die Frage nach den spezifischen Moeglichkeiten, die das gemalte Bild von anderen Bildmedien unterscheidet. Das fuehrt uns einerseits zu einer intensiven Beschaeftigung mit der Kunstgeschichte und noetigt uns andererseits zu einer Abkehr vom gaengigen Fotorealismus (- was nicht heißt, dass dem Foto im komplexen Entstehungsprozess unserer Arbeiten nicht eine wichtige Rolle zukommt). In der Ueberzeugung, dass malereigeschichtliche Entwicklungen nicht hinterschritten werden duerfen, suchen wir nach einer Bildsprache, in der etwa die Dynamik des Barock, das Filmische der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts mit Popart und Abstraktion zusammenfinden. Dabei geraten unsere Bilder in Bewegung. Wenn Modernitaet - Baudelaire mit Foucault gelesen -, sich als Haltung definiert, die das ironisch zu erfassen sucht, „was es im gegenwaertigen Moment an »Heroischem« gibt“, dann beziehen unsere Arbeiten gerade dort, wo sie zerfliessen, Raeume und Figuren sich aufloesen, wo unterschiedliche Zeitablaeufe aufeinander treffen, am deutlichsten Position. Das gemalte Bild behauptet sich gerade im Fluechtigen und Fragmentarischen, dort, wo seine Segmente loechrig werden und es die Gesetzmaessigkeiten der Wirklichkeit ausser Kraft setzt. Malerei als Moeglichkeit, die Dinge nicht als das zu zeigen, was sie sind, sondern was sie auch sein koennten. Asgar/Gabriel

Considering the flood of images inundating us every day, at the start of each of our works we face the question of the specific options that differentiate the painted picture from other pictorial media. This leads on the hand to an intensive preoccupation with the history of art and forces us on the other to reject current photo-realism (which doesn’t belittle the fact that the photograph has an important role to play in the complex gestation of our works). Convinced that the development of painting may not be allowed to lag behind its own history, we are looking for a pictorial idiom in which, for example, the dynamics of baroque, the filmic quality of nineteenth-century historical painting converge with pop art and abstraction. This means our pictures are caught up in movement. If – having read Baudelaire with Foucault – modernity defines itself as attitude seeking to register what is ironic, “what there is of the ‘heroic’ in the present moment”, our works most clearly position themselves in the very place where boundaries become blurred, spaces and figures dissolve, where different time cycles meet. The painted picture in fact asserts itself in the ephemeral and fragmentary, where its segments become ragged and the ordering rules of reality are annulled. Painting as the possibility of not showing things as they are, but also as they could be. Asgar/Gabriel

Brian McKee, Structural Memory 05, 2008, c-print, framed, ed.6, 110x140 cm

Das Projekt ist auf Bilder mit grossformatiger urbaner Architektur und architektonischer Landschaft fokussiert. Für diesen Teil des Projektes kommen die Bilder zufaelligerweise aus drei Grossstaedten im Libanon, die im JULI-KRIEG 2006 sehr zerstoert wurden. Die Bilder sollen aber nicht nur die historischen Ereignisse jener Zeit im Libanon wiedergeben. Sie sind als Metapher dafuer konstruiert, wie wir uns unser eigenes Strukturgedaechtnis schaffen. Die Bilder selbst sind oft dunkel und mysterioes, sie sollen aber nicht Geisterstaedte oder verblassende Traeume zeigen. Die Bilder erwecken ein Gefuehl des Staunens, oder der Ehrfurcht, sowie die Moeglichkeit, Dinge zu entdecken, wenn man durch die verschiedenen Schichten blickt und zu verstehen versucht und dann versteht, wie man diesen spezifischen Raum wahrnimmt. Es ist ja – genau genommen – nur ein konstruierter Raum, aber einer der letztendlich genau so viel Realitaet enthaelt wie das freimuetigste photographische Dokument oder die persoenliche Erinnerung. Brian McKee

The project focuses on images of large-scale urban architecture and architectural landscape. For this part of the project the images happen to come from 3 major cities in Lebanon that where badly damaged during the “JULY 2006 WAR” But the images are not meant to only reflect the historic events that occurred during that period in Lebanon. They are constructed to be a metaphor for the way we create our own structural memory. The images themselves are often dark and mysterious, but they are not meant to be ghost-like cities or fading dreams. The images invoke a sense of wonderment, or awe, and a chance for exploration as one looks through the various layers to try and come to an understanding of how we perceives this particular space. It is, after all, a constructed space, but one that, in the end, contains just as much reality as the most straightforward photographic document, or personal memory. Brian McKee

Oliver Dorfer, picC03, 2007, acrylic on acrylic, 100x100 cm

Oliver Dorfer (*1963 in Linz, Oesterreich) Oliver Dorfer repraesentiert in der oesterreichischen Gegenwartskunst eine Position, die Traditionen einer motivorientierten Bildsprache der 1980er Jahre mit einer hohen Sensibilitaet fuer optische Systeme aktueller kuenstlerischer Erscheinungsformen verbindet. Er arbeitet an der Spannung zwischen der Allgemeingueltigkeit einfachster Geschichten und der komplexen Verschraenkung von Zeichen in unserer "Bild-Medien-Gesellschaft". In seinen neuen Arbeiten formen sich wenige, immer wiederkehrende praegnante Bilderzeichen zu Logos, Icons und Piktogrammen und erzeugen so eine unverwechselbare Bildsprache. Obwohl Oliver Dorfer mit Pinsel und Acryl auf Kunststoffgrund arbeitet, spricht der Kuenstler nicht von Malerei sondern dem Generieren von "pics" oder "visuals" und verweist in Comic-haft anmutenden Bilderfolgen auf die Erzaehlformen von Comic, Pop und Trash.

Oliver Dorfer (b. 1963 in Linz, Austria) Oliver Dorfer presents a position within the Austrian contemporary art, which connects the motif-orientated language of pictures of the 1980th with a high sensibility for optical systems of current artistic forms of appearances. He works on the tension between universal validity of the simplest story and the complex interleave of signs of our "pic-media-society". His new works show few recurring motives, which form logos, icons and piktograms, and create his distinctive visual language. Although he works traditional with brush and acryl on plastic, he talks about his paintings as "pics" or "visuals" and refers with his picture series in comic style on narations of comics, pop und trash.

Tim White-Sobieski, video installation "terminal"
2007, unique light/video work, dimensions approximately 2x3 m

Tim White-Sobieski zeigt seine neuste Video-Arbeit, die er mit Hilfe von Leuchtdioden hergestellt hat. Diese Technik ist verhaeltnismaessig neu und wurde von der Kunstwelt noch nicht in großem Umfang angenommen. Der faszinierende Anblick des gluehenden Feldes, das 2,5 x 1,5 Meter gross ist, erinnert an den Inhalt der frueheren Werke des Kuenstlers. Der Titel Terminal verweist auf die Serie von Terminals (Day at the Terminal, Terminal at Night, Terminal Heart, On the Wing) und interpretiert sie in einem neuen Licht – im woertlichen und im uebertragenen Sinn. In diesem Werk schafft er einen neuen Ansatz fuer visuelle Informationen in Video-Produktionen. Der Stil der visuellen Video-Informationen bleibt gleich, obzwar das Medium einige Beschraenkungen auferlegt, aber auch neue Dimensionen eroeffnet.

Tim White-Sobieski is showing his new video work created with the help of light emitting diodes. This technology is relatively new and not yet widely adopted in the arts. The mesmerizing view of the 60x96 inches (2.5 x 1.5 meters) glowing field resembles the content of the earlier works by the artist. The title Terminal refers to the series of Terminals (Day at the Terminal, Terminal at Night, Terminal Heart, On the Wing) and interprets it in a new light, literally and figuratively. In this work, he introduces a new approach to visual information in video production. The style of video-visual information remains the same, although the media dictates some limitations, but also opens new horizons.

John Gerrard, Grow / Finish Unit (Eva, Oklahoma) 2008, Realtime 3D

John Gerrard zeigt sein neues Werk mit dem Titel: Grow / Finish Unit (Eva. Oklahoma) 2008, dessen Basis eine Schweinezuchtanlage ohne Personal in der Naehe von Boise City, Oklahama, USA, war. Damit beendet der Kuenstler eine Abfolge von Werken, zu der auch Animated Scene (Oil Field) 2007 und Dust Storm (Dalhart), Texas 2007 gehoeren. Es finden sich starke Verweise auf verschiedene Quellen in dem Werk, etwa auf minimalistische Skulpturen, und bis zu den Werken von Bernd und Hilla Becher. Es dient aber in erster Linie als ein abschreckendes Dokument fuer die Extreme an Funktionalitaet, die man am Anfang der industriellen Produktionskette für Lebensmittel vorfindet. In einem symbolischen Moment der Interaktion im Ablauf dieses Werks, welches den Wachstumszyklus der hier gehaltenen Schweine widerspiegelt, faehrt ein einziger LKW alle 6 bis 8 Monate vor jedem Gebaeude vor und wartet etwa eine Stunde. Hinter den Schuppen befindet sich ein riesiger Abwassersee, der von ueberraschender Schoenheit ist, wenn sich der Himmel darin spiegelt. Ein eigenwilliger, virtueller Wind wirbelt stetig und ungeschuetzt den Staub und Schutt an der Oberflaeche auf und verursacht so die hauptsaechlichen Bewegungsablaeufe in diesem Werk. Die vielen Tausend Bewohner der acht Schuppen bekommt man nie zu Gesicht, so wie dies auch in der Wirklichkeit der Fall ist. So wie bei anderen seiner Werke verwendet der Betrachter den Rahmen, um sich in einem grossen Bogen um die zentralen Skulpturen herum zu bewegen. Dabei zeigt das Werk den Ablauf von 365 Tagen, und die Lichtbedingungen von morgens bis abends entsprechen den Gegebenheiten vor Ort waehrend dieses Zeitraums.

John Gerrard to show a new work titled Grow / Finish Unit (Eva, Oklahoma) 2008, based on an unmanned pig production site near to Boise City, Oklahoma, USA. The work completes a sequence of pieces that includes Animated Scene (Oil Field) 2007, and Dust Storm (Dalhart, Texas) 2007. Strong references to such diverse sources as minimalist sculpture through the work of Bernd and Hilla Becher can be seen in the work however it principally functions as a chilling record of the extremes of functionality to be found at the start of the industrialised food production chain. In a symbolic moment of exchange within the work, reflecting the growth cycle of the pigs enclosed there, a single transport truck pulls to each building every 6-8 months and waits for 1 hour. Behind the sheds lies a large effluent lake which is surprisingly beautiful as it reflects the sky, an autonomous virtual wind animates the surface dust and debris in an ongoing and open way creating the principal movements in the piece. At no point are the many thousands of occupants of the eight sheds visible, as is the case in reality. As in other works the public use the frame to navigate a large arc around the central sculptures, the piece unfolds over 365 days and light conditions through dawn and dusk match that of the local site over that duration.

Further artists at PULSE New York 2008:
Isidro Blasco, John Gerrard, Brian McKee, Andreas Leikauf, Massimo Vitali; (special guests from the Institut of Contemporary Art Sofia: Mariela Guemisheva, Kiril Prashkov, curated by Iara Boubnova).