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Alfred Hrdlicka

Fleischeslust

GALERIE HILGER
 
29.02. - 05.04.2008

Vernissage: am Donnerstag, dem 28. Februar 2008, 19:30 Uhr


Ich sollte neben Goya hängen
2006
Kohle, Pastell auf Leinwand
140 x 100 cm

Alfred Hrdlicka (geb.1928 in Wien), Oesterreichs großer Bildhauer, Zeichner und Druckgrafiker feiert seinen 80. Geburtstag. Bereits in der Zeit bevor sich Hrdlicka vornehmlich der dreidimensionalen Kunst verschrieben hatte, kam er waehrend seiner Zahntechnikerlehre von 1942 bis 1945 in Kontakt mit dem Plastischen in Form von Zahnabdruecken aus Gips. 1944, also vor Hrdlickas akademischer Ausbildung, entstand sein erstes skulpturales Werk - der Januskopf. Von 1946 bis 1952 studierte Hrdlicka Malerei bei Guetersloh und Dobrowsky auf der Akademie der bildenden Kuenste in Wien. Nach dem Malereidiplom setzte Hrdlicka mit dem Bildhauerstudium bei Wotruba fort, das er am Schillerplatz 1957 abschloss. Hrdlicka erfuellte den Stein mit menschlichem Leben, er ließ ihn Fleisch werden; ein Menschbild, das vom Schicksal gezeichnet ist. Zurueck zur Wirklichkeit war Hrdlickas Credo. Hrdlicka ist ein Kuenstler, der auf Tuchfuehlung mit den abendlaendischen Klassikern der Bildhauerei steht – von Michelangelo bis Rodin. Hrdlicka deformiert, drangsaliert die menschliche Figur im Arbeitsprozess, er staucht die Proportionen zusammen, verrenkt die Gliedmaßen ganz im Unterschied zu den idealen Maßen der Statuen aus dem Altertum und der Renaissance. Im Haesslichen, im Schmerz sieht Hrdlicka die Wahrheit, nicht im Schoenen. Das bekannteste bildhauerischen Werk im Kontext der koerperlichen Gewalt im Werk von Alfred Hrdlicka ist das mehrteilige Mahnmal vor der Albertina: Das Mahnmal gegen Krieg und Faschismus wurde 1988 enthuellt, vollendet schließlich 1991. Der Kuenstler will den Betrachter aufwuehlen, attackieren, ihn zur Reflexion auffordern ueber Gewalt und Fleisch. Hrdlickas Kunst ist eine stets koerperliche, irdische, erfuellt von Trieben, Sexualitaet und Gewalt, ohne Verharmlosung und schoenende Schminke.

Alfred Hrdlicka (b.1928 in Vienna) – Austria’s great sculptor and graphic artist celebrates his 80th birthday. Already before the time when Hrdlicka committed himself primarily to three-dimensional art, he was in contact with plastic structures, in the form of dental impressions made of gypsum, during his apprenticeship as a dental technician between 1942 and 1945. It was in 1944 – in other words before Hrdlicka obtained his formal training – that he created his first sculpture. Between 1946 and 1952 Hrdlicka studied painting with Guetersloh and Dobrowsky at the Academy of Fine Arts in Vienna. After obtaining his diploma in painting, Hrdlicka began to study sculpture with Wotruba, and he completed his studies at the Academy of Fine Arts in 1957. Hrdlicka instilled human life into the marble block, turning it into human flesh – a portrait of a man marked by destiny. Hrdlicka’s credo was to return to reality. Hrdlicka is an artist who is close to the classical sculptors of the western world – ranging from Michelangelo to Rodin. He finds truth in ugliness and in pain, but not in beauty. The best-known sculpture in the context of human violence in the oeuvre of Alfred Hrdlicka is the multi-piece memorial monument in front of the Albertina museum/Vienna. His Mahnmal gegen Krieg und Faschismus (Memorial Monument against War and Fascism) was unveiled in 1988 and ultimately completed in 1991. The artist wants to stir the emotions of onlookers, he wants to attack them and urge them to reflect on violence and the flesh. Hrdlicka’s art is always physical and mundane, driven by instincts, sexuality and violence. It does not belittle or embellish.