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Arco Madrid

GALERIE HILGER
 
13.02. - 18.02.2008


Galerie Ernst Hilger at
ARCO MADRID
Hall 14 Booth F15

Wednesday 13th and Thursday 14th , from 12 to 21pm
Friday 15th, Saturday 16th, Sunday 17th, from 12 to 21pm
Monday 18th, from 12 to 18pm

 

Angesichts der Bilderflut, die taeglich ueber uns hereinbricht, steht am Anfang jeder unserer Arbeiten die Frage nach den spezifischen Moeglichkeiten, die das gemalte Bild von anderen Bildmedien unterscheidet. Das fuehrt uns einerseits zu einer intensiven Beschaeftigung mit der Kunstgeschichte und noetigt uns andererseits zu einer Abkehr vom gaengigen Fotorealismus (- was nicht heißt, dass dem Foto im komplexen Entstehungsprozess unserer Arbeiten nicht eine wichtige Rolle zukommt). In der Ueberzeugung, dass malereigeschichtliche Entwicklungen nicht hinterschritten werden duerfen, suchen wir nach einer Bildsprache, in der etwa die Dynamik des Barock, das Filmische der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts mit Popart und Abstraktion zusammenfinden. Dabei geraten unsere Bilder in Bewegung. Wenn Modernitaet - Baudelaire mit Foucault gelesen - , sich als Haltung definiert, die das ironisch zu erfassen sucht, „was es im gegenwaertigen Moment an »Heroischem« gibt“, dann beziehen unsere Arbeiten gerade dort, wo sie zerfließen, Raeume und Figuren sich aufloesen, wo unterschiedliche Zeitablaeufe aufeinander treffen, am deutlichsten Position. Das gemalte Bild behauptet sich gerade im Fluechtigen und Fragmentarischen, dort, wo seine Segmente loechrig werden und es die Gesetzmaeßigkeiten der Wirklichkeit außer Kraft setzt. Malerei als Moeglichkeit, die Dinge nicht als das zu zeigen, was sie sind, sondern was sie auch sein koennten.
Asgar/Gabriel

Daniele Buetti (*1955 in Freiburg, Schweiz) erhebt in sich ruhende, menschliche Koerper oder zeichenhaft operierende Haende zu Bildhelden, anhand derer die einzelnen Bilder in passive und aktive geschieden werden koennen. Manche Koerper tauchen aus dem zwischen Grau, Braun und Gruen changierenden Umraum auf oder sie sind nur schemenhaft in der Ferne hinter einem Schleier zu lokalisieren. Andere verweigern dem Betrachter aufgrund eines gesenkten Kopfes mit geschlossenen Augen jedweden Blickkontakt. Trotz dieser zurueckweichenden respektive introvertierten Koerpersprache wird der Bildraum von ihnen raetselhaft bestimmt; wirkt er in seiner reduzierten Bildsprache aufgeladen. Es sind vor allem die weißen Punkte, die Lichtreflexen aehnlich, in Kraenzen und Wirbeln mit wolkenartigen Formen und organischen Gebilden die koerperliche Praesenz abstrahieren und mit einer Aura versehen.
Katalog Daniele Buetti; Maybe You Can Be One Of Us, erschienen bei Hatje Cantz Verlag

Unsere Wahrnehmung baut auf drei Dimensionen auf, die wir einem physischen Raum zuordnen. Sie spielen eine fundamentale Rolle fuer unser Verstaendnis fuer die uns umgebenden Welt. Wir nehmen sie nicht wirklich wahr, aber sie bilden den Rahmen, den stets vorhandenen Hintergrund, vor dem wir Ereignisse wahrnehmen. Sie sind der Blickwinkel, von dem aus wir unsere Beobachtungen anstellen. Sie bilden ein Achsensystem, zu dem wir unsere Position in Bezug stellen und messen koennen und von dem aus wir alle Punkte in unserer Umgebung positionieren und bewegen, aber auch orientieren koennen. Wir projizieren fuer gewoehnlich (automatisch, unbewusst?) die orthogonale Matrix auf unsere Umgebung. So schaffen wir uns ein Bezugssystem, das weitgehend vorgibt, wie wir unsere Umgebung erforschen koennen. Es gibt verschiedene Methoden mit unterschiedlichen Parametern, um einen dreidimensionalen Raum zweidimensional darzustellen, die zu seiner konzeptuellen Erforschung angewandt werden koennen. Vielleicht koennten wir unterschiedliche Bezugssysteme verwenden, um in unserem Kopf einen physischen Raum dreidimensional darzustellen.
Ivana Franke

Unter dem Titel „China“ schließt Angel Marcos (*Medina del Campo, Valladolid, 1955) eine Trilogie ab, mit der vor sechs Jahren in New York begann und die er in Havanna im Jahr 2004 fortsetzte. Obwohl sich die Orte deutlich voneinander unterscheiden, umkreisen die Bilder die gleichen konzeptuellen Parameter – die von Werbung und Propaganda getragenen Interaktionen zwischen der urbanen Bevoelkerung und den Stadtpolitikern. Durch Erkundung der Stadtzentren und Vororte von Beijing, Hong Kong und Shanghai beleuchtet der Kuenstler die Gegensaetze zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, zwischen Tradition und Moderne; dabei bedient er sich der Werbung, divergierender Architekturen und des Aufeinanderprallens unterschiedlicher Stadtstrukturen. Das Ergebnis ist ein weit reichendes Projekt, das Fotografien und Videoarbeiten umfasst – ein Fenster, das uns den Blick auf Angel Marcos’ persoenliche Interpretation des heutigen Chinas ermoeglicht.

Die Installation besteht aus 2 Video-Projektionen und einer Kurzgeschichte. Zwei Projektionen stehen getrennt im Raum (oder in zwei verschiedenen Raeumen). Bei der ersten Video-Projektion sieht man einen Fremdenfuehrer und eine Gruppe von Touristen, die das „Denkmal fuer die ermordeten Juden Europas“ in Berlin besichtigen. Das Denkmal, das Erinnerungen, Emotionen oder irgendwelche aehnliche Reaktionen „provozieren“ sollte, wird im Rahmen der Kultur des Massentourismus zur vollstaendigen Banalitaet. Das zweite Video zeigt ein Unterwasser-Ambiente und wurde von der Kurzgeschichte inspiriert. Die Geschichte handelt von einer Prinzessin aus der Gundulica Strasse, die gerne unsichtbar werden wollte. Sie war arrogant und nicht besonders klug diese Prinzessin, denn wer haette schon geglaubt, dass man im Fruehjahr 1943 nach Indien reisen wuerde. Nein, der Zug fuhr nach Polen ... Auf der Grundlage dieser Geschichte gibt es eine Unterwasser-Video-Projektion in Zeitlupe: ein kleines Boot treibt unter einem weißen Kleid und wird dabei von einer roten Zunge liebkost. Die Stimmung des Videos ist poetisch und meditativ. Dazu hoert man langsames Atmen unter Wasser.
Renata Poljak

Der Fotograf Massimo Vitali wurde 1944 in Como geboren und studierte Fotografie in Milan und London. Im Mittelpunkt des kuenstlerischen Interesses des italienischen Fotokuenstler Massimo Vitali steht das soziale Geschehen an Orten der Freizeit- und Konsumkultur. Vitali verweilt bis zur Aufnahme lange Zeit auf einem vier bis fuenf Meter hohen Podest, wodurch auch die abgelichteten Personen unbeeindruckt von der Anwesenheit der Kamera erscheinen. Am Rande des Voyeurismus spiegelt er die Realitaet ohne jegliche Verschoenerung durch eine Bildueberarbeitung wider. In einer einfachen und direkten Sprache sieht sich der Betrachter mit ueberfuellten Straenden, dicht bevoelkerten Discos, Einkaufszentren, Freizeitparks und Supermaerkten auf riesigen Fotoarbeiten konfrontiert. Vitalis Fotoarbeiten koennen als unverwechselbare, detailgenaue Ereignisfotos charakterisiert werden, die sich einerseits durch die Einfluesse seiner jahrelangen Taetigkeit als Fotojournalist auszeichnen und andererseits entsprechend seiner kuenstlerischen Ausbildung bewusst Anleihen bei der Historienmalerei nehmen.

Andy Warhol wurde 1928 als Andrew Warhola in Pittsburgh, Pennsylvania, geboren. 1945 begann er am Carnegie Institute of Technology (heute: Carnegie Mellon University) zu studieren und besuchte einen Lehrgang fuer Bildgestaltung. Nach dem Studienabschluss uebersiedelte Warhol nach New York, wo er laufend Auftraege als Werbegrafiker bekam. Er machte Illustrationen fuer zahlreiche Zeitschriften, schuf Werbematerial und Auslagendekorationen für bekannte Kaufhaeuser. In 1950iger Jahren war Warhol eine erfolgreicher Gebrauchsgrafiker. Er gewann zahlreiche Preise des Art Directors' Club und des American Institute of Graphic Arts. Zu jener Zeit verkuerzte er seinen Namen auf "Warhol". Die Sechzigerjahre waren ein besonders produktives Jahrzehnt für Warhol. Er griff Bilder aus der Populaerkultur auf und schuf zahlreiche Werke, die zu Ikonen der Kunst des 20. Jahrhunderts geworden sind, wie die Suppenkonserven für Campbell, Disasters und die Serie von Marilyn-Bildern. Andy Warhol starb am 22. Februar 1987. Das Andy Warhol Museum wurde im Mai 1994 in Pittsburgh, Pennsylvania, eroeffnet.

Considering the flood of images inundating us every day, at the start of each of our works we face the question of the specific options that differentiate the painted picture from other pictorial media. This leads on the hand to an intensive preoccupation with the history of art and forces us on the other to reject current photo-realism (which doesn’t belittle the fact that the photograph has an important role to play in the complex gestation of our works). Convinced that the development of painting may not be allowed to lag behind its own history, we are looking for a pictorial idiom in which, for example, the dynamics of baroque, the filmic quality of nineteenth-century historical painting converge with pop art and abstraction. This means our pictures are caught up in movement. If – having read Baudelaire with Foucault – modernity defines itself as attitude seeking to register what is ironic, “what there is of the ‘heroic’ in the present moment”, our works most clearly position themselves in the very place where boundaries become blurred, spaces and figures dissolve, where different time cycles meet. The painted picture in fact asserts itself in the ephemeral and fragmentary, where its segments become ragged and the ordering rules of reality are annulled. Painting as the possibility of not showing things as they are, but also as they could be.
Asgar/Gabriel

Daniele Buetti (b. 1955 in Freiburg, Switzerland) exalts serene human bodies or symbolically gesturing hands into heroic images, which can be used to separate the individual pictures into passive and active. Some bodies emerge out of the ambience, iridescent between grey, brown and green, or are only schematically localised behind a veil in a distance. Others with lowered head and closed eyes deny the onlooker any kind of eye contact. Despite this recoiling and introverted body language, the picture space is steered into the enigmatic by the figures, charged in effect in its reduced imagery. Above all the white points, like light reflexes, wreathing and eddying in cloud-like forms and organic configurations, abstract the physical presence and lend it aura.
Catalogue Daniele Buetti: Maybe You Can Be One Of Us, published by Hatje Cantz Verlag

In our perception there are 3 dimensions, which we ascribe to a physical space. They play a fundamental role in our comprehension of the world around us. We actually do not perceive them but they form the frame, the a priori background in which we perceive events and the perspective from which we observe. They form a set of axes relative to which we can measure our position and position and motion of all points in a surrounding, as well as their orientation. We (automatically, unconsciously?) project usually the orthogonal grid on our surroundings which then creates our frame of reference that largely defines the way in which we can investigate it. There are different methods with different parameters for 2-dimensional renderings of a 3-dimensional space that can be used to explore it conceptually.
Ivana Franke

Under the title ‘China’, Angel Marcos (*Medina del Campo, Valladolid, 1955) rounds off a trilogy he began six years earlier in New York and continued in Havana in 2004. Though the locations are entirely different, the images revolve around the same conceptual parameter: the conversation between the city’s population and the powers that govern it through advertising and propaganda. Exploring both the city centres and the suburbs of Beijing, Hong Kong, and Shanghai, the artist captures the contrast between past and present, tradition and modernity through publicity, contrasting architectures and the clash of metropolitan landscapes. The result is a broad-reaching project that includes photography and video; a window onto Angel Marcos’ personal take on today’s China.

The installation is composed of 2 video projections and a short story*. Two projections stand separately in the space (or in two different spaces).On the first video projection, one sees the tourist guide and a group of tourists visiting the “Memorial to the Murdered Jews of Europe” in Berlin. The monument, which should “provoke” memories, emotions or any kind of similar reaction, becomes in mass tourist culture completely banal. The second video shows an underwater ambience and it is inspired with the short fiction story. The story tells of a Princess of Gundulica Street who wished to become invisible. She was arrogant and not too bright, that princess, since who would think of travelling to India in the spring of 1943. No, the train was going to Poland...”Based on this story there is a video projection in slow motion, under the sea: a small foot floating beneath a white dress while the red tongue is caressing it. The atmosphere of the video is poetic and meditative while one can hear slow, underwater breathing.
Renata Poljak

The photographer Massimo Vitali was born in Como in 1944 and studied photography in Milan and London. He has been working exclusively in photography for 25 years. In the focus of Massimo Vitali’s artistic interest stands the social ongoing at places of leisure and consumerism. Till the shoot he dwells for a while on a platform of 4 to 5 metres high so that the mugged people look as if they are unaware of the presence of the camera. On the brink of voyeurism his photos show reality without any beautification by a revision. In its simple and straight way of representation the viewer is confronted with crowded beaches, densely populated discos, shopping centres, leisure parks and supermarkets on enormous photos. They are unmistakable, detailed event-photos which show the influences of his long lasting work as a photographer as well as they bear resemblances to history painting.

Andy Warhol was born Andrew Warhola in Pittsburgh, Pennsylvania, in 1928. In 1945 he entered the Carnegie Institute of Technology (now Carnegie Mellon University) where he majored in pictorial design. Upon graduation, Warhol moved to New York where he found steady work as a commercial artist. Throughout the 1950s, Warhol enjoyed a successful career as a commercial artist, winning several commendations from the Art Director's Club and the American Institute of Graphic Arts. In these early years, he shortened his name to "Warhol". The 1960s was an extremely prolific decade for Warhol. Appropriating images from popular culture, Warhol created many paintings that remain icons of 20th-century art, such as the Campbell's Soup Cans, Disasters and Marilyns. At the start of the 1970s, Warhol began publishing Interview magazine and renewed his focus on painting. Andy Warhol died February 22, 1987.The Andy Warhol Museum opened in Pittsburgh, Pennsylvania, in May 1994.