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Georg Eisler

"Ein Menschbild"

GALERIE ERNST HILGER
 10.12.03 - 27.01.04

 

Vernissgae: am Dienstag, dem 9. Dezember 2003, um 19:00 Uhr


Im Zentrum des Interesses Georg Eislers stand stets der Mensch – der Mensch als politisch Handelnder, der gesichtslose Mensch der Masse und als Individuum. Als Porträtist hat Eisler eine ganze Reihe bedeutender Persönlichkeiten, viele seiner Freunde aber auch unbekannte Personen seiner unmittelbaren Umgebung festgehalten. Eine ganze Reihe seiner Akte - die einen nicht unbedeutenden Stellenwert in seinem Schaffen einnehmen – tragen auch porträthafte Züge. Die vom Kolorismus kommende, durch die Farbe bestimmte Auffassung von Malerei Georg Eislers verschränkt Bildraum und Dargestellten in ganz besonderer Weise. Die räumliche Verfremdung in der die porträtierten Personen mit ihrer Umgebung verschmelzen macht seine Bilder zu ungewöhnlichen Darstellungen, die das Modell in ihrer gesamten Erscheinung erfassen.

Biografie:
Geboren 1928 in Wien als Sohn des Komponisten Hanns Eisler und der Sängerin Charlotte Eisler.
1936 Emigration mit der Mutter.
1938 Weiterreise nach Prag.
1939 Reise nach England. Besuch der Stockport School of Art und den Kunstschulen von Manchester und Salford.
1944 in London Begegnung mit und gelegentlicher Unterricht bei Oskar Kokoschka. 1946 Rückkehr nach Wien, ab 1970 diverse Lehrtätigkeiten, seit 1977 Zusammenarbeit mit der Galerie Ernst Hilger, 1998 in Wien verstorben.
Georg Eislers Thema kreiste immer rund um den Menschen: Menschenmassen stehen Individuen (in Form von Portraits) gegenüber. Seine Annäherung fand über das Beobachten des gewöhnlichen Menschen im Alltag statt. Er zeigt ihn in seiner Anonymität, die vor allem im Kollektiv zum Vorschein tritt, gefesselt in seiner Einsamkeit in Caféhausszenen, Strassenbahnen, Gassen, Bahnsteigen, Metros, Varietés oder Jazzlokalen.
Dabei handelt es sich eigentlich um dokumentarisch, fast chronistisch festgehaltene Bestandsaufnahmen.
Eislers expressiv realistischer Stil sowie sein fein nuanciert aufgetragenes Kolorit entfalten die malerisch bzw. grafisch gelösten Ereignishaftigkeiten seiner Arbeiten, welche zyklenweise entstehen und zusammengefasst werden können. Bewegung-Stillstand, Hell-Dunkel, Scharf-Unscharf, das sind Schlagwörter, die das Werk des 1998 verstorbenen Künstlers ausmachen und charakterisieren.