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Im Zentrum des Interesses Georg Eislers stand stets
der Mensch – der Mensch als politisch Handelnder, der gesichtslose
Mensch der Masse und als Individuum. Als Porträtist hat Eisler
eine ganze Reihe bedeutender Persönlichkeiten, viele seiner
Freunde aber auch unbekannte Personen seiner unmittelbaren Umgebung
festgehalten. Eine ganze Reihe seiner Akte - die einen nicht unbedeutenden
Stellenwert in seinem Schaffen einnehmen – tragen auch porträthafte
Züge. Die vom Kolorismus kommende, durch die Farbe bestimmte
Auffassung von Malerei Georg Eislers verschränkt Bildraum
und Dargestellten in ganz besonderer Weise. Die räumliche
Verfremdung in der die porträtierten Personen mit ihrer Umgebung
verschmelzen macht seine Bilder zu ungewöhnlichen Darstellungen,
die das Modell in ihrer gesamten Erscheinung erfassen.
Biografie:
Geboren 1928 in Wien als Sohn des Komponisten
Hanns Eisler und der Sängerin Charlotte Eisler.
1936 Emigration mit der Mutter.
1938 Weiterreise nach Prag.
1939 Reise nach England. Besuch der Stockport School of Art und
den Kunstschulen von Manchester und Salford.
1944 in London Begegnung mit und gelegentlicher Unterricht bei
Oskar Kokoschka. 1946 Rückkehr nach Wien, ab 1970 diverse
Lehrtätigkeiten, seit 1977 Zusammenarbeit mit der Galerie
Ernst Hilger, 1998 in Wien verstorben.
Georg Eislers Thema kreiste immer rund um den Menschen: Menschenmassen
stehen Individuen (in Form von Portraits) gegenüber. Seine
Annäherung fand über das Beobachten des gewöhnlichen
Menschen im Alltag statt. Er zeigt ihn in seiner Anonymität,
die vor allem im Kollektiv zum Vorschein tritt, gefesselt in seiner
Einsamkeit in Caféhausszenen, Strassenbahnen, Gassen, Bahnsteigen,
Metros, Varietés oder Jazzlokalen.
Dabei handelt es sich eigentlich um dokumentarisch, fast chronistisch
festgehaltene Bestandsaufnahmen.
Eislers expressiv realistischer Stil sowie sein fein nuanciert
aufgetragenes Kolorit entfalten die malerisch bzw. grafisch gelösten
Ereignishaftigkeiten seiner Arbeiten, welche zyklenweise entstehen
und zusammengefasst werden können. Bewegung-Stillstand, Hell-Dunkel,
Scharf-Unscharf, das sind Schlagwörter, die das Werk des 1998
verstorbenen Künstlers ausmachen und charakterisieren. |

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