ALT, Rudolf von 1812 - 1905
Der Neue Markt (Mehlmarkt) 1836
€ 187.740
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Aquarell auf Papier
26.8 x 37,5 cm
Signiert, datiert rechts unten:
Rudolph Alt 1836 |
Provenienz
Privatbesitz Salzburg
Galerie Hasssfurther
Auktion 4.12. 1991
Rudolf von Alt Wien im Aquarell, Farbtafel 7
Ergebnis € 143.166 ,
Privatbesitz Österreich
Literatur
Koschatzky
Rudolf von Alt 2001
WVZ 36/o6
1892 KH 408; 1909 AR Tafel 11; 1911 LH 72,
15 Abbildung; 1954 KK III Abb; BA Wien L 12.610
ex Lobmeyr; ex Galerie Neumann Wien
Betrifft: Italienreise Jacob und Rudolf Alt 1835
Anmerkungen
Rudolf von Alt. Der Neue Markt
Das Blatt erinnert an die berühmten „Guckkasten-Aquarelle“ (1833-38) für das Kaiserhaus
Die naturgetreue und meisterhafte Wiedergabe von Licht und Schatten, das Atmosphärische und der nuancenreiche Zug der Wolken weisen bereits auf eine spätere Entwicklung voraus.
Insbesondere die Aquarelle von Rudolf von Alt aus der Periode 1833 – 1840 gelten als ein Höhepunkt in der Kunst des Biedermeier.
Italienreise Jacob und Rudolf Alt 1835
Die große Italienreise Jacobs und Rudolfs von Alt 1835 war für beider künstlerischen Entwicklung von grundlegender Bedeutung, vergleichbar der Italienreise Goethes 1786-1788. Das Streben nach klassischer Form und auf der Suche nach den Urformen und Gesetzen denen Natur und Kunst zugrunde liegen, das Erlebnis der Mittelmeerlandschaft, des südländischen Volkscharakters, der klassischen Kunst, die unmittelbare Naturanschauung, die Wahrnehmung der Vielfalt der atmosphärischen Erscheinungen war sowohl für Goethe als auch für Jacob und Rudolf von Alt ein Mittel der Selbstbefreiung und Weiterentwicklung von den aus dem Barock überlieferten Formenkanon.
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Immer wieder Alt Vater und Sohn in der kommenden Hassfurther-Auktion
In Wien sind sie so etwas wie Säulenheilige. Egal, was gerade Mode ist, die Bilder der Mitglieder der Familie Alt sind über jeden Zweifel erhaben. Sie gelten als urwienerisch, auch wenn Vater Jacob 1789 in Frankfurt/Main geboren wurde und erst 1811 als Student nach Wien kam, wo auch seine Söhne Rudolf und Franz zur Welt kamen. Hier wurden sie alle drei berühmt, einzeln und zusammen und für immer. Allein Rudolf, der ewig Neugierige, der 1897 sogar Präsident der Secession war und im selben Jahr in den Adelsstand erhoben wurde, schuf etwa tausend Aquarelle, davon rund hundert zum Thema Stephansdom. Engagement, das von der Kunstgeschichte bedankt wurde und wird. Auch als Biedermeier out war, die Alts waren immer in. Im Kunsthandel und auch in den Museen. Letztes Jahr konnte man das Wissen über die feinsinnige Malerfamilie in der Wiener Albertina vertiefen, wo die Ausstellung „Jacob und Rudolf von Alt im Auftrag des Kaisers“ gezeigt wurde. Der Katalog ist vergriffen, im Netz findet man aber noch Exemplare, wer schnell nachschauen möchte, wird auf www.albertina.at fündig. Prinzipiell gehen die Alts in jedem Wiener Auktionshaus vor Anker. Regelmässig etwa bei Hassfurther, wo letztes Jahr Rudolf von Alts wirklichkeitsnahes Aquarell „Die Eisengiesserei Kitschelt in der Skodagasse“ versteigert wurde. Bescheiden auf 130 000 € geschätzt, fiel der Hammer bei 235 000 €. Trotz dieser guten Erfahrungen setzt Hassfurther wieder nicht sehr hoch an. In der Auktion „Alte Meister, 19. Jh., Klassische Moderne, Kunst nach 1945, Schwerpunkt: Familie Alt“ sind am 20. Juni wieder zwei hochqualitative Alts im Angebot. „Neuer Markt (Mehlmarkt)“ von Rudolf von Alt wird auf 70 000 € geschätzt (Abb., Aquarell, sign., 1836 dat., 28,8 x 37,5 cm). Das Werk ist im Haus Hassfurther nicht fremd. In einer Versteigerung am 4. Dezember 1991 brachte es bereits umgerechnet 120 000 €. Jacob Alts Aquarell „Blick auf Sorrent“ von 1835 ist bei 10 000 € angesetzt. Übermut lässt sich auch hier nicht orten. Wurden doch letztes Jahr 22 000 € für Jacob Alts „Segelboote im Hafen an der Dalmatischen Küste“ von 1835 geboten, das Siebenfache der Taxe. 1835 war ein Schlüsseljahr für die Familie. Damals waren Jacob und Rudolf auf Italienreise. Ein Trip, der für Vater und Sohn von grosser Bedeutung war. In Italien, dem bis heute gelobten Land aller Kulturtouristen von Dürer über Goethe bis Jeff Koons, kamen sie mit klassischer Kunst, mit Küstenlandschaften und mit südlicher Lebensweise in Kontakt. Das befreite den Pinselstrich vom streng-barocken Formenkanon und brachte Schwung in die detailverliebten Bilder der Alts. Nachhaltigen Schwung, den sie bis heute auch jeder Auktion verleihen.
Dr. Henriette Horny (2010) |