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Max Weiler

Zeichung und Malerei auf Papier

GALERIE IN DER SCHMIEDE
  29. November 2000 - 12. Jänner 2001

 

Eröffnung: 28. November 2000 19:30 Uhr


Einen besonderen Höhepunkt der Ausstellung bilden Entwürfe für das Altarbild in der Friedenskirche in Linz-Urfahr aus den Jahren 1950/51, die den Entstehungsprozess dieses großformatigen Freskos auf einzigartige Weise dokumentieren.

 

Wenn ich in der Natur stehe, so überkommt mich eine ungemeine Erhebung. Ich schaue, sehe und verschiedenste Tages- und Jahreszeiten, verschiedenste Gegenden ergreifen mich. Ein Gefühl der Vereinigung mit der Natur erfasst mich. Sie wird für mich wie durchsichtig. Ich bin einbezogen in ihr webendes Sein. Eine große Ruhe strömt aus dem weiten, erfüllten Raum, die vollkommenste Zufriedenheit Freude des Aufgehens in einem ungeheuren, erhabenen Geschaffenen. Ungeheurer Respekt vor einer solchen Schöpferkraft. Grenzenlose Verehrung.

Dies scheint ein Weltgefühl zu sein. Es wird bei Künstlern verschiedenster Zeiten sichtbar, fast immer gleich, großartig bei den Chinesen des 10.-13. Jahrhunderts.

Es gibt nichts gefährlicheres als solches darzustellen, und ich schätze diese Künstler gerade deshalb, weil es ihnen gelungen ist, formal dies ganz angemessen auszudrücken. In dieser Hinsicht bin ich ein Formalist, d.h. ich bemerke, wie die Leute dieser Gattung sich ausdrückten, diese Chinesen, Grünewald, Cimabue, Piero della Francesca, C. D. Friedrich, Segantini, und ich habe mir auch die Mittel geschaffen.

Die Chinesen, die Größten unter diesen, hatten die einfachsten, ganz fixierte, angelernte Formeln für den Baum, Wasser, Nebel, Berg. Mit denen erzeugten sie ihre Bilder. Ich habe auch meine Formeln gefunden, gesehene, von der Natur abgemachte Formen. Damit erzeuge ich etwas wie eine Landschaft schwebend, aus der Leinwand hervorgehend, seiend. Teils durch Umrißlinien entkörperlicht, wie Cimabue es macht. Ich kann also nichts anderes machen, ich weiß auch nichts Größeres.

(1973, aus Max Weilers Tag- und Nachtheften)