Josef Mikl
Im Sommer wöre Josef Mikl (1929-2008) achzig Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass prsentiert die Galerie eine Gedenkausstellung für den großen Meister der Österreichischen Malerei. Mikl prädigte im Umfeld der Galerie nächst St. Stephan die Avantgardekunst der Nachkriegsjahre, die sich von einer symbolistischen, phantastischen Bildsprache im altmeisterlichen Gewand distanzierte und die individuelle, impulsive Geste forcierte. In Wechselwirkung mit dem internationalen Informel und des Abstrakten Expressionismus entstadt in Wien ein elementares Kapitel Malerei. Mikls frühe Maschinenbilder Ende der 1940er Jahre, geprägt von den Eindrücken des zerbomten Wiens im zweiten Weltkrieg, waren bereits beseelt vom grafischen Duktus des Künstlers. Die unmittelbare Zeichnung wird bis zu Mikls letzten Werken eine entscheidende Konstante bilden. Ab den 1950er Jahren - nach einer kurzen Auslotung des abstrakt Konstruktiven - entstanden informelle Kompositionen, die das figurative Implementieren: Aus der freien Malerei und Zeichnung entstanden Gegenstandsbezogene Kompositionen, die eine warm gedämpfte Spähre getaucht werden. In den 1970er Jahren widmete sich Mikl vermehrt mit dem Klassischen, von der Moderne meist negierten Genre des Stilllebens: Intensive malerisch-zeichnerische Blätter entstanden, die das Wesen von Obst, Brot und Pflanze in den kräftigen und zugleich sensiblen Zügen des Malwerkzeugs ausstrahlen. Mit barocker Monumentalität und Leuchtkraft erfüllen Wand - und Deckenbild den großen Redoutensaal der Wiener Hofburg, Mikls Prominentestes Werk, das zwischen 1994 und 1997 entstanden ist. Diese malerisch-koloristische Intensivität findet ihren Widerhall in Mikls Lyrischem Spätwerk.
Florian Steininger

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