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40 + 1

Vierzig Jahre Galerie Heike Curtze

Galerie Heike Curtze und Petra Seiser
 30.05. - 25.09.2015


Vernissage: am Freitag dem 29. Mai 2015, um 19:00 Uhr


Zwei Generationen eine Leidenschaft – Heike Curtze und Petra Seiser laden im Zuge des 40 Jährigen Jubiläums zu einer Reise in die Vergangenheit ein mit einer Ausstellung , die die Meisterwerke der Künstler zeigt, die Heike Curtze bereits ein Leben lang begleitet. Die Künstler wie Christian Ludwig Attersee, Günter Brus, Kurt Kocherscheidt, Hermann Nitsch, Karl Prantl, Arnulf Rainer und Domink Steiger erfuhren in dieser Galerie nicht nur ihren Durchbruch in Deutschland, sondern darüberhinaus wurde hier auch die Brücke hinaus in die Welt gebaut.

70 Jahre nach Kriegsende ist man verführt einen Blick in die Vergangenheit zu wagen. Mit Ende des 2. Weltkrieges begann für manche Künstler erst der bittere Ernst des Lebens. Was es bedeutete, in dieser schweren Zeit aufzuwachsen und das Leben zu bestreiten, lässt sich nur erahnen, wenn man die Schlüsselwerke der österreichischen Nachkriegsavantgarde in den Räumlichkeiten der Galerie Heike Curtze und Petra Seiser betrachtet. Das vierzigjährige Jubiläum einer Galerie, die Kunstwerke jener Generation in Deutschland, und im Laufe der Zeit auch international berühmt machte ist bemerkenswert und auch ein Grund zum Feiern.

Zur exklusiven Preview dieser pulsierenden Ausstellung fand Klaus Albrecht Schröder (Direktor der Albertina in Wien) passende Worte, um das Schaffenswerk Heike Curtzes zu beschreiben. „Heike Curtze hat es sich redlich verdient, im selben Atemzug mit den größten internationalen Galleristinnen genannt zu werden. Kaum andere handelnden Akteure der österreichischen Kunstgeschichte haben diese so sehr geprägt wie Heike Curtze. Mit Petra Seiser als Partnerin, hat sie die richtige Entscheidung getroffen, dieses Schaffenswerk der österreichischen Kunstgeschichte noch lange zu bewahren“ so der Museumsdirektor.

Barbara Catoir – Autorin und Kuratorin – findet ebenso wertschätzende Worte für Heike Curtze „Vielleicht musste man Wahlwiener sein, um sich mit so viel Enthusiasmus und Engagement für die österreichische Avantgarde der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts einsetzen zu können. Es war eine schwierige, den Betrachter fordernde selbstprovozierende Kunst, eine Ästhetik der Revolte, der Verletzung und eines abgründigen Humors. Wien, das so viel große Kunst hervorbrachte, in der Vergangenheit und ein weiteres Mal in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, machte es seinen Künstlern schwer. Sie trieben es zum Äußersten und mussten teilweise ins Exil flüchten.“ So die Kunstautorin und ehemalige Rundfunkredakteurin für Kunst Barbara Catoir.

Die Etablierung des Wiener Aktionismus als Kunstrichtung von internationaler Bedeutung ist die tragende Stütze in der 40jährigen Geschichte der Galerie Heike Curtze, deren exakter Name seit einem Jahr „Galerie Heike Curtze und Petra Seiser“ lautet. Heike Curtze hat sich nie an Trends oder Schulen orientiert, sondern immer einzelne individuelle Kunstpositionen in den Vordergrund gestellt. Über die Jahrzehnte wurde die Galerie gleichsam zu einer Institution für die Künstler dieser bedeutenden Kunstrichtung, die ein österreichisches Spezifikum ist. "Ich liebe es nicht, auf fahrende Züge aufzuspringen, deshalb bin ich misstrauisch gegenüber Trends. Oft sehe ich, dass Künstler, die zuviel für Ausstellungen produzieren, sich zu schnell verbrauchen. Sie legen sich auf ihr Markenzeichen fest und haben nicht mehr die Zeit, sich und ihre Arbeit weiterzuentwickeln.", so Heike Curtze.