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Christian Ludwig Attersee

Salome

Galerie Heike Curtze und Petra Seiser
   27.07. - 20.08.2014

Vernissage: am Samstag, dem 26. Juli 2014, um 12:00 Uhr


Eine Oscar Wilde-Ergänzung anlässlich des 150. Geburtstags-Jubiläums des Komponisten Richard Strauss.

Attersee erfindet erneut mit seiner unvergleichlichen Schöpferkraft und  erotischen Sehnsucht ein Salome-Rundum, das Oscar Wildes Erzählung neu in die Welt stellt, ausgestattet mit der Strahlkraft seiner Bildwelt. Zur Erinnerung sei an dieser Stelle erwähnt: Für das Theater Bremen entwarf Attersee 2008 das Regiekonzept, Bühnenbild und Kostüme zu Richard Strauss’ „Salome“.

Die Stufen, Löcher und Zacken zu neuesten Bildfindungen, die auch tief ins Fleisch Salomes einästen können, umarmen in Attersees Kunst Gewalt, Zärte und Poesie. Die Melodien der Malerei, die Dotterjagd in den täglichen Nachthimmeln, ja auch die Suche des Künstlers nach den wirklich errötenden Stellen, in unterschiedlichster stimmungswerfender Offenheit und Jagd nach Salomes Aura, wird hier neu gesät, geackert und geerntet.

Das Leben Salomes dient der Neugierde und den unterschiedlichsten Befriedungsebenen rund um das Recht, die eigenen Lippen mit den Feuchten der menschlichen Schattenbereiche zu tränken oder zu füttern. Mit leidenschaftlicher Sehnsucht und auch verzehrender Liebe über Glaube und Leben zu entscheiden, heißt, das Schwert in Stein und Fleisch, ja, in Erde und Himmel zu schmieden.

Attersees Bildreihe stellt eine Erweiterung zu Oscar Wildes „Salome“-Gedanken, aber auch eine neue Deutungswelt für Richard Strauss’ gleichnamige Oper dar. Salomes Liebesreigen wird hier endgültig zum Begierden-Karussell – und das ist die Welt, die Attersee dem Leben diktiert: Der Tetrarch tanzt jetzt also Salomes Schleiertanz, seine Tochter wird zur Soldatenschlampe, Johannes der Täufer giert nach Salomes Stiefmutter; die offene Wunde wird zur Sehnsucht, zur Wunde Leben.