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Koller / Tomak

Gemeinschaftsarbeiten

GALERIE CURTZE
  22.03. - 19.05.2012

Vernissage: am Mittwoch, dem 21 .März 2012 von 19:00 bis 21.00 Uhr
Beide Künstler sind Anwesend!


Stooss:
...Was hat Sie bewogen, diese Serie von Gemeinschaftsarbeiten auf Papier zu gestalten und wer hat ursprünglich die Initiative dazu ergriffen?
...

TOMAK:
Ich habe begonnen und habe ihm die Arbeit über den ganz normalen Postweg geschickt, wollte auch die Verpackung einbauen, hab‘ sie auch teilweise eingebaut, sprich den Poststempel und so. Da ist allerdings dann im Arbeitsprozess darüber gemalt worden und dann wurde es wieder rausgerissen. Dann hat‘s mir der Bernd zurückgeschickt, dann ich wieder ihm, dann er noch einmal mir und dann ich ihm ein letztes Mal. Das heißt, es ist doch einige Male hin- und hergegangen. Mir ging es so, dass ich jedes Mal überrascht war, was ich bekommen habe. Das war auch das Schöne daran, dass man nicht weiß, was man kriegt und ob man da und dort weitermacht oder nicht. Manche Blätter wurden dann auch eher so gelassen wie sie waren. Für mich war es auch deshalb interessant, weil ich zwischen Bernd und mir einen riesigen Unterschied sehe in der Arbeit. Egal ob wir beide jetzt auf Papier arbeiten, der Bernd hat einen ganz anderen Zugang. Das war eigentlich für mich das Interessante: Was passiert da jetzt? Wo geht es hin? Das ist ja das Spannende in der Kunst, wenn man selber nicht weiß was passiert....
Vom Arbeiten her ist das ein ziemlicher Aufwand, weil ich weiß, wie es am Schluss aussehen muss. Das ist die eine Arbeitsweise. Aber diese andere Arbeitsweise ist eben eine freiere, schönere, weil man nicht weiß, was man kriegt. Weil man nicht weiß wie‘ s ausschauen wird, weil man nicht weiß was der andere macht. Das war das Schöne daran.
Koller:
Für mich war es auch deshalb eine bereichernde Arbeit, weil man herausgefordert ist und von seinem Gegenüber eine Vorlage bekommt, die zu neuen Antworten anregt. In der eigenen Arbeit neigt man schon dazu, seinen Weg einzuschlagen, aus dem man relativ schwer wieder ausbricht. In dieser gemeinsamen Arbeit ist das eben anders. Wir wussten von Anfang an nicht, was daraus wird und haben einfach probiert was herauskommt. Und das war etwas sehr Befreiendes, eben weil es keine Vorgabe und auch kein Ziel gab. Durch diese Freiheit, alles machen zu können, kam eine gewisse Lockerheit in die Arbeiten. ...

(Auszüge aus dem Katalog, Interview geführt von Toni Stooss mit Bernd Koller und TOMAK)