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Guillaume Bruère

Sägeschnitte

GALERIE CURTZE
 28.05. - 30.06.2010

Vernissage: am Donnerstag, den 27. Mai 2010 von 19:00 bis 21:00 Uhr
Einführende Worte: Alexandra von Stosch, Kunsthistorikerin
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.



Guillaume Bruère, o.T., 2010
Lack auf Holz, 185 x 135 cm
Foto: Courtesy Galerie Heike Curtze

Gezeigt werden Sägeschnitte aus Holz und formal verwandte Zeichnungen auf Papier. Ausgehend von Motiven seiner malerischen Arbeit schneidet Guillaume Bruère schwebende Figuren und heraldische Motive mit der Stichsäge in Holzplatten. Könnerschaft und formale Virtuosität beweist er im Arbeitsprozess – die Motive werden ohne jede Vorzeichnung und in einem Stück geschnitten, eine Korrektur ist nicht möglich. Die beiden Teile - Negativ- und Positivform - werden dann lackiert und auf einer Grundplatte montiert. Farbigkeit und Motive bewegen sich zwischen Pop-Art und der Erinnerung an Scherenschnitte von Matisse.

Ganz bewusst schränkt er seine Farbpalette ein, kombiniert maximal zwei bis drei sehr „poppige“ Farben, die in vielen Schichten aufgetragen werden, und doch sind die – wie im sägenden Tanz eingefügten – Linien von filigraner Präzision und Schönheit, beschreiben einmalige, keinesfalls der Alltagswelt entsprungene Wesen und Weltengänge. Als Druckvorlagen im Zeitalter der mechanischen Reproduzierbarkeit taugen sie nicht mal nur bedingt. Hingegen beginnt auf verwirrende Weise die alte Thematik von Figur und Grund zu oszillieren: Mit dem Anspruch eines traditionellen Tafelbildes, den die Formate suggerieren, stellt sich die Frage, was ist denn hier Himmel, was das Subjekt? Und durch die im Werk angelegte Dreidimensionalität erlangen die Aspekte Körper, Grund und Linie tatsächlich eine neue Einheit.
(Dr. Alexandra von Stosch, Kunsthistorikerin, Berlin)

Zeichnungen, Malerei und Plastiken von Guillaume Bruère wurden schon 2009 in der Galerie Heike Curtze Berlin gezeigt, im Sommer 2009 entstand in Salzburg eine große Serie von spontanen Portraits. Bruère setzt vielfältige Medien ein: Zeichnung, Malerei, Collage, Plastik und Skulptur bis hin zur Performance. Viele seiner Motive entstehen in Reflexion zu Meisterwerken der Kunstgeschichte. Die Arbeiten sind von expressiver Direktheit, vibrierend, lebendig, voller Spannung und oft skizzenhaft. Bruères künstlerische Formgebung ist spontan, vital und energiegeladen.

Guillaume Bruère arbeitet z.B. vor Werken im Kunsthistorischen Museum Wien, wo auch eine Serie von Brueghel-Paraphrasen entstand. Eine ganz besondere Verbindung hat er zu Künstlern der Galerie wie Arnulf Rainer und Günter Brus, von deren Werk er sich zu dynamischen, farbigen, vibrierenden Zeichnungen inspirieren lässt.

Guillaume Bruère wurde 1976 in Frankreich geboren. Studien in Nantes und Poitiers (Zeichnung, Skulptur, Schrift, digitale Medien). Assistent von Fabrice Hybert, Jacques Villeglé, Richard Fauguet und Thomas Hirschhorn. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

Zahlreiche Medienberichte, u.a. in der aktuellen kunst:art und im Magazin Monopol.

Ausstellungen (Auswahl)
2010
Galerie Heike Curtze, Wien und Galerie Heike Curtze, Berlin
Galerie Ruth Leuchter, Düsseldorf
Galerie Frisch, Berlin
2009
Galerie Erna Hécey, Brüssel
30 ans, Centre d’art de Meymac, Meymac
2008
Selbstbildnisse als Kartoffel, Galerie Heike Curtze, Berlin
Wappen, French Institute, München
2007
Selbstportrait beim Gebären, Kunstverein Paderborn
Radstaffelei / Vélochevalet, French Institute, Berlin
European Berliner, Maison de la Culture, Amiens
2006
Peintures Malerei, Museum Martin Gropius Bau, Berlin New Presentation, Art Museum, Tourcoing
2005
Espace d’art contemporain, Paris
Prometheus, Ilona & Celine, Tent, Centrum Beeldende Kunst, Rotterdam
2004
The flag of the world, FRAC Poitou-Charentes, Prefecture, Poitiers
2003
Vidéosynchrones, Art School, Rueil-Malmaison, Paris
2000
Gedankenwege, Performance, Kunstverein Genthiner Elf, Berlin