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Andrea Fogli

Il Sogno delle Radici - Wurzelgeträum

GALERIE CURTZE
Wien
 14.04. - 22.05.2010

Vernissage: am Dienstag, den 13. April 2010, von 19:00 bis 21:00 Uhr
im Rahmen des galerienübergreifenden Events ZEICHNUNG WIEN
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.



Peter Weiermair war u.a. Direktor der Salzburger Sammlung Rupertinum (1998-2001) und der Galleria d’Arte Moderna in Bologna (2001-2007) und ist als internationaler Zeichnungsspezialist ausgewiesen.

Im Werk Andrea Foglis, 1959 in Rom geboren, sind Querverweise zum europäischen Symbolismus auszumachen: Max Klinger, Odilon Redon, Ferdinand Khnopff, James Ensor oder Rops sind zu nennen. Als Erben der schwarzen Romantik, der keine farbige, sondern eine schwarzweiße Welt voller traumbildhafter Vorstellungen kreiert, lässt sich das Rätselhafte dieser organisch-symbolhaften Bildinhalte kaum auflösen. Allegorie, Symbolik, die Emblematik der Antike, des Barock, des Manierismus sowie der Romantik, des Surrealismus und Symbolismus spielen für den Bilddichter eine große Rolle. Formal hervorzuheben ist der Unschärfe-Effekt in seinen Zeichnungen, der dem Betrachter die Undeutlichkeit seiner Wahrnehmung vor Augen führt und damit spielt. Die auftretenden Figuren sind Zeichen, die in Foglis Werken wie antike Gemmen wirken, dann wieder diffus werden, wie Erscheinungen, die auftauchen und verschwinden. Dem großen, rund um die Zeichnung gelegten Weißraum, der eine merkwürdige optische Sogwirkung hervorruft, kommt eine autonome Position im dialektischen Verhältnis zur dunklen Zeichnung zu. (zit. nach Peter Weiermair, Andrea Fogli: Diario delle Ombre, 2006).

Die Bronzeskulpturen sind erst in den letzten Jahren entstanden. Sie lassen mehrere, ins Abstrakte gehende Deutungen zu und rufen durch ihre extrem sorgsame, teilweise glatt oder porös vollendete Oberfläche eine flaumig-unscharfe bis exakt abgegrenzte optische Wirkung hervor. Tierisch-organisch bis menschlich-körperlich in ihrer Form, verbinden sie das Empfinden des Morbiden mit einem anziehenden Gefühl von dunkler Ästhetik, pelziger, erotischer Schönheit und Wärme.

Besondere Bedeutung kommt der literarischen Produktion von Andrea Fogli zu: in Form von kleinen Tagebüchern äußert er poetisch und zeichnerisch seinen Ideenreichtum, oftmals Ausgangspunkt für größere bildnerische Arbeiten. Einige dieser Tagebücher sind in der Ausstellung zu sehen.

Biografie

Andrea Fogli ist am 25. Dezember 1959 in Rom geboren.
Nach dem Abitur am klassischen Gymnasium studierte er Philosophie und machte 1983 sein Doktorat.
1985 begann er, in Italien und im Ausland auszustellen. Seine Arbeit artikuliert sich in einem breiten Register verschiedener Ausdrucksformen und –mittel: Malerei, Bildhauerei, Zeichnung, Fotografie und Performance, konstant vom Schreiben begleitet.
Seine Arbeiten sind in Einzelausstellungen im Rupertinum Museum Moderner Kunst von Salzburg (2000) und in der Galleria d’Arte Moderna di Bologna (2002) gezeigt worden. Einige Jahre unterrichtete Andrea Fogli an der Sommerakademie in Salzburg. Seine Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter u.a. das Wilhelm Lehmbruck Museum von Duisburg, die Galleria d’Arte Moderna di Bologna, das MART von Trento Rovereto, das MARCO in Rom, das MARTA von Herford, die Ursuae Blickle Stiftung in Kraichtal und die Galleria Civica von Modena.


Andrea Fogli, o.T., 2009, Kohle auf Papier, 80 x 60 cm
Foto: © Galerie Heike Curtze