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Klaus Pinter

Vive la nature!

GALERIE CURTZE
Wien
 13.11.2009 - 01.01.2010

Vernissage: am Donnerstag, den 12. November 2009, von 18:00 bis 21:00 Uhr
im Rahmen der „Kunstseilerstätte“
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Die Galerie Heike Curtze zeigt ab 13. 11. 09 „Vive la nature!“, neue Zeichnungen und Skulpturen von Klaus Pinter 32 verschiedenformatige Graphit- und Farbstiftzeichnungen zeigen Aspekte von Natur. In den Arbeiten, die erstmals keine Konstruktionszeichnungen rund um künstlerische, speziell pneumatischen Objekte sind, widmet sich Klaus Pinter Gegebenem: Dingen aus der Natur und dem menschlichen Umgang mit eben dieser Natur. Aus der Beobachtung der neuesten technischen Möglichkeiten für die Formgebung pneumatischer Skulpturen und deren formale Nähe zum Organischen findet der Künstler wiederum zu Naturstudien zurück. Als einer der ersten entwickelte Pinter in den 60er Jahren die pneumatische Skulptur als Kunstobjekt. In dieser Ausstellung gibt er der Zeichnung erstmals den Vorzug gegenüber der Collage. Die pneumatische Skulptur “Rotor II“ (2008), ein großes, in der Luft schwebendes Objekt, wird neben anderen Skulpturen dennoch zu sehen sein.

Beginnend in der späten 1960er Jahren bricht Pinter, als Mitbegründer der Gruppe Haus-Rucker-Co. (Wien, Düsseldorf) bzw. Haus-Rucker-Inc. (NYC) tradierte Wahrnehmungs-weisen auf, erschließt neue Wahrnehmungsräume. Heute – vier Jahrzehnet später – rückt sein Interesse weg von Dekonstruktionen der Wirklichkeit hin zur Wirklichkeit an sich. Durch das permanente Überangebot an visuellen Reizen werden das genaue Hinschauen und das wirkliche Erkennen des Gesehenen immer mehr zur Herausforderung. Auch in den neuen Arbeiten versucht der Künstler, die Aufmerksamkeit der Betrachter zu irritieren, um Unsichtbares sichtbar zu machen; in diesem konkreten Fall die stillen Formen von Natur. Sein spielerischer Zugriff auf eine Wirklichkeit, die ohne seinen künstlerischen Eingriff verborgenen bliebe, erweitert (bei aktivierter Aufmerksamkeit) – wie schon so oft in seinem Werk – die Wahrnehmung des Betrachters. Ein bestehender Gegenstand, wie etwa die „Honigmelone“ oder die „Federfahne“ findet sich im Rahmen einer künstlerischen Diskussion wieder. Die Arbeiten „Vive la nature!“ orientieren sich, ebenso wie viele seiner früheren Studien, an der Realität in ihrer organischen Mikro-Erscheinung (z. B. Bildtitel: „Biomorph I-III“, „Looping“, „Mikrofauna“), wobei Phantasie-Elemente wie selbstverständlich, als Bestandteile eben dieser Realität, mit einfließen: „Unterwasserschönheit“, „High altitude phenomena II“ oder „Freies unbeschwertes Umherschweifen“ sind einige Titel jener Arbeiten, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Biografie
Klaus Pinter, 1940 in Schärding am Inn in Oberösterreich geboren, lebt heute – nach mehrjährigen Aufenthalten in New York, Bonn und Belgrad – in Wien und Paris.
Pinter war 1968 Gründungsmitglied der international bekannt gewordenen Künstler-Architekten-Gruppe Haus-Rucker von der er sich 1977 mit der Eröffnungsausstellung des Pariser Centre Pompidou wieder löst und fortan eigenständig als Bildender Künstler arbeitet.
Seine Arbeiten sind in wichtigen internationalen Institutionen vertreten: Albertina (Wien), Centre National d’Art et de la Culture Georges Pompidou, (Paris), MOMA Museum of Modern Art (NYC), Museum Moderner Kunst (Wien) u. v. m.


Klaus Pinter „Post Tsunami“, Buntstiftzeichnung, 50 x 65 cm, 2009